Schaffhausen führt St.Otmar in der eigenen Halle vor

Die dezimierten St.Galler NLA-Handballer verlieren den Cuphalbfinal gegen die Kadetten 20:38 (9:14).

Ives Bruggmann aus Schaffhausen
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St.Otmars Spielertrainer Bo Spellerberg

St.Otmars Spielertrainer Bo Spellerberg

Bild: Urs Bucher

Es sind keine Szenen, mit denen sich die Schaffhauser rühmen können: In der 59. Minute lassen sie den 2,13 m grossen Spanier Angel Montoro zum Siebenmeter antreten. Der schlaksige Linkshänder scheitert an St.Otmars Goalie Jonas Kindler, den Abpraller schnappt er sich jedoch und verwertet den zweiten Versuch. Kurz zuvor war es der Defensivspezialist Zoran Markovic, der einen Konter mit einem Trickwurf hinter dem Rücken hindurch abschliessen wollte, aber den Ball am Tor vorbeiwarf.

Ob diese Aktionen nun sportlich waren oder nicht, sei dahingestellt. Fakt ist, dass die Schaffhauser St.Otmar im Cup-­Halbfinal am Ende vorführten und die verletzungsgeplagten St.Galler dies über sich ergehen liessen.

Kein Weg vorbei an Biosca

Abgezeichnet hatte sich die deutliche Niederlage bereits zum Ende der ersten Halbzeit. Der überragende Schaffhauser Goalie Ignacio Biosca erzielte mit der Schlusssirene den Treffer zum 14:9 für das Heimteam. Die Kadetten waren zwar deutlich überlegen und hinterliessen den Eindruck, im Zweifelsfall noch zulegen zu können, aber der Gast aus St.Gallen vergab seine Möglichkeiten leichtfertig.

Die Routiniers Rares Jurca, Bo Spellerberg und Andrija Pendic vergaben je einen Penalty. Erst der vierte Versuch fand den Weg an Biosca vorbei ins Tor. Auf der anderen Seite war zu Beginn vor allem Nationalspieler Luka Maros in Bestform, der in der ersten Halbzeit sechs Treffer erzielte. Einzig Aurel Bringolf, der Schweizer Nationalspieler auf Seiten St.Otmars, hielt seine Mannschaft mit acht Paraden noch im Spiel.

Im zweiten Durchgang versuchten es die St.Galler noch mit dem letzten möglichen Mittel: dem siebten Feldspieler. Diese Taktik ging aber überhaupt nicht auf. Die Kadetten erzielten unzählige Treffer ins verlassene St.Galler Tor. Weshalb St.Otmar auch bei zwölf Toren Rückstand in der 50. Minute noch an dieser Taktik festhielt, bleibt wohl ein Geheimnis. Coach Andy Dittert suchte nach der Partie trotz Verletzungsproblemen und Magen-/Darmgrippe in der Mannschaft nicht nach Ausreden.

«Wir sind in der zweiten Halbzeit auseinandergefallen. Dass wir uns aufgegeben haben, hat mir nicht gefallen.»

In der ersten Halbzeit seien zwar Möglichkeiten vorhanden gewesen, so Dittert. Zur Taktik mit dem siebten Feldspieler sagt Dittert: «Wenn man die 100-prozentigen Tormöglichkeiten vergibt, sehen die Gegentore ins leere Goal natürlich blöd aus.» Recht hat er.

Cuphalbfinal

Kadetten Schaffhausen – St.Otmar 38:20 (14:9)

483 Zuschauer – Sr. Capoccia/Jucker.

Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Kadetten Schaffhausen, 2-mal 2 Minuten gegen St.Otmar.

Kadetten Schaffhausen: Biosca (1)/Vaskevicius; Montoro (5), Küttel (1), Csaszar (3), Schopper, Beljanski (3), Novak, Sesum (2), Gerbl (5), Markovic, Luka Maros (7), Schelker (4), Frimmel (5/3), Tominec (2), Herburger.

St.Otmar: Bringolf/Kindler; Spellerberg, Hörler (2), Fricker (1), Gwerder (2), Pendic (4), Wüstner, Bamert (2), Rauch (1), Wetzel (5), Jurca (3/1), Höning.

Bemerkungen: Verhältnis verschossener Penaltys: 1:4. St.Otmar ohne Benjamin Geisser, Dominik Jurilj, Severin Kaser (alle verletzt sowie Nikolaj Meinert Svalastog (nicht eingesetzt).

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