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SC Kriens: Saures statt Süsses

Der SC Kriens hat einen grossen Sieg vor Augen und steht am Schluss mit leeren Händen da: 2:3 (1:1)-Niederlage gegen Servette.
Turi Bucher
Da war die Krienser Fussballwelt noch in Ordnung: Jan Elvedi (in Grün-Weiss) köpfelt das 1:0. (Bild: Dominik Wunderli (Kriens, 27. Oktober 2018))

Da war die Krienser Fussballwelt noch in Ordnung: Jan Elvedi (in Grün-Weiss) köpfelt das 1:0. (Bild: Dominik Wunderli (Kriens, 27. Oktober 2018))

In drei Tagen wird auch bei uns der amerikanische Halloween-Volksbrauch durch die dunklen Abendstunden ziehen. Aber der SC Kriens zelebrierte das Horror-szenario schon gestern. Die Krienser führten gegen das hoch dotierte Servette aus Genf in der 90. Minute noch 2:1 und hätten gegen den Super-League-Kandidaten einen grossen Sieg feiern können. Aber der SCK versagte einmal mehr in den Schlussminuten und kassierte in der Nachspielzeit noch die Tore zum 2:2 und 2:3. Statt Süsses – nämlich drei fein schmeckende Punkte – gab’s Saures, nämlich eine möglicherweise schwer zu verdauende Niederlage.

«Wir wussten, dass Kriens in den letzten 15 Minuten des Spiels immer Probleme hat», sagte Servette-Trainer Alain Geiger nach der Partie, «also haben wir nochmals mächtig Druck gemacht, und diesem konnte Kriens nicht mehr standhalten.»

Der Aufsteiger zeigte ja eine kämpferisch und zuweilen auch technisch durchaus starke Leistung. Wie SCK-Topskorer Nico Siegrist schon vor dem Spiel prophezeit hatte, galt es aber vor allem, das Leiden zu ertragen, dem Druck und dem Powerplay von Ser­vette standzuhalten beziehungsweise mit vereinzelten Nadelstichen den Erfolg zu suchen. Im Dauerregen gelang dies lange Zeit hervorragend. Jan Elveci (26.) und Saleh Chihadeh (66.) hatten den SCK jeweils überraschend zum 1:0 und 2:1 in Führung geköpfelt, nachdem die Heimmannschaft zuvor mehrheitlich mit Abwehrarbeit beschäftigt gewesen war. Nun, es war schon eindrücklich, wie die Genfer Gäste den Ball durch ihre Reihen laufen liessen und spielerisch den Torerfolg suchten. Aber das war, so hatte man wenigstens bis zur 91. Minute das Gefühl, irgendwie auch brotlose Kunst. Denn vor dem oder spätestens im Krienser Strafraum verpufften diese fussballerischen Demonstrationen der Servettiens.

Einwechslungen zeigen nur bei Servette Wirkung

Schwach, ja kurz vor Halloween erschreckend schwach war, was beim SCK die Einwechslungen bewirkten: nämlich nichts. Sie vermochten das Krienser Spiel nicht zu stabilisieren, nicht zu beruhigen, dem Tempo der eingewechselten Genfer nichts entgegenzusetzen. Matchwinner für Servette war in der Nachspielzeit schliesslich der nach rund einer Stunde gekommene Brasilianer Mychell Chagas mit seinen Treffern zum 2:2 und 3:2. Man musste sich auf Krienser Seite fragen: Wer nur war für diesen Chagas zuständig? Und wer hätte Sicherheit, Stabilität, Souveränität in den Krienser Abwehrkampf bringen sollen?

Die SCK-Spieler waren nach dem 2:3-Schock offenbar derart enttäuscht, dass sich keiner zu Wort melden wollte. Trainer Bruno Berner sagte dafür: «Ich habe meiner Mannschaft zu ihrer Leistung gratuliert. Aber zum Resultat kann ich nicht gratulieren. Die Statistik zeigt, dass wir mittlerweile das schwächste Heimteam der Liga sind.» Die ganz empfindlich schmerzende Niederlage gegen Servette machte am Schluss auch den Unterschied zwischen Profi- und Amateurfussball deutlich. Doch wie gut werden die Krienser Amateure diese bitter-saure Niederlage verdauen können? Wenn die SCK-Mannschaft nicht bald fähig sein wird, taktisch und kräftemässig 95 Minuten auf Augenhöhe mit dem Gegner zu bestehen, wird der Weg bis Mitte Dezember in Richtung Tabellenende führen.

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