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Salzburg-Trainer Rose blüht auf

Pep Guardiola und Jürgen Klopp, Taktikblog und Trainingsrealität: Salzburg-Trainer Marco Rose vereint, was nicht zusammenzupassen scheint – und mischt nebenbei den europäischen Fussball auf.
Sascha Reuter
Marco Rose ist einer der gefragtesten Trainer Europas. (Bild: Keystone, Schwaz, 26. September 2018)

Marco Rose ist einer der gefragtesten Trainer Europas. (Bild: Keystone, Schwaz, 26. September 2018)

54, 40, 11, 3 – Zahlen, die die Welt bedeuten. Zumindest die von Salzburg-Trainer Marco Rose. Schliesslich spiegeln sie seine Dominanz in der österreichischen Bundesliga wider: 54 Spiele, 40 Siege, 11 Unentschieden und nur 3 Niederlagen. Das Ergebnis? Ein beeindruckender Punkteschnitt von 2,4 – und einer der gefragtesten Trainer Europas.

Es ist schon erstaunlich: Egal, ob in Manchester, Leverkusen oder Hoffenheim – wenn sie in den Top-Ligen einen neuen Trainer suchen, richten sich alle Blicke unweigerlich nach Salzburg. Immer in der gespannten Erwartung darauf, welcher Verein sich die Dienste von Marco Rose sichert. Denn so viel ist klar: Rose kann sich bei der Vereinsauswahl zurücklehnen, er hat längst die Qual der Wahl.

Meistertitel ist nur Formsache

Der 42-Jährige vereint, was nicht zusammenzupassen scheint: Guardiolaschen Ballbesitz- und Kloppschen Vollgasfussball. In seiner Premierensaison hatte sein Team durchschnittlich 62 Prozent Ballbesitz, in der aktuellen gar 66 Prozent – absurd hohe Werte. Gleichzeitig gilt seine Mannschaft als Pressingmonster und erobert ligaweit die meisten Bälle in der Nähe des gegnerischen Tores. Der Meistertitel ist auch in dieser Saison wieder nur reine Formsache. Vor dem Spiel heute (17 Uhr) bei Rapid Wien führt RB Salzburg die Tabelle mit 11 Punkten Vorsprung auf «Verfolger» Linzer ASK an. Nun gut, könnte man jetzt vielleicht sagen: Das ist mit dieser Mannschaft in der österreichischen Bundesliga kein Hexenwerk, schliesslich ist RB der Konkurrenz alleine schon finanziell deutlich überlegen.

Aber unter Rose glänzen die Österreicher nicht mehr nur in der heimischen Liga, sondern auch international – und zeigen vermeintlichen Schwergewichten die Grenzen auf. Vergangene Saison begruben sie in der Europa League erst die Titelhoffnungen von Champions-League-Stammgast Borussia Dortmund. Im Viertelfinal überrollten sie Lazio Rom mit 4:2 und 4:1. Und im Halbfinal scheiterten sie erst in der Verlängerung an Olympique Marseille. Auch in dieser Saison steht Roses Team wieder im Achtelfinal der Europa League – dank eines fulminanten 4:0-Sieges gegen den belgischen Tabellenzweiten Brügge am Donnerstag. Und schon in der Gruppenphase hatte man mal wieder einen vermeintlich übermächtigen Gegner geärgert. Für den Schwesterklub aus Leipzig setzte es zwei bittere Niederlagen gegen die Österreicher.

Roses Bilanz klingt also wie die eines Berufenen und basiert doch auf einer Ochsentour: Co-Trainer unter Thomas Tuchel und Martin Schmidt in Mainz, dann das erste Mal Cheftrainer – bei Lok Leipzig, 4. Liga in Deutschland. Nicht gerade das, was man sich unter einer grossen Fussballbühne vorstellt. Doch dort wurde Ralf Rangnick – damals verantwortlich für die sportliche Leitung bei RB Leipzig und RB Salzburg – auf ihn aufmerksam und lotste ihn zur österreichischen Filiale. Über den Nachwuchs arbeitete sich Rose hoch. Vor allem in der Youth League sorgte er mit der Salzburger U19 für Furore. Als erste österreichische Mannschaft gewann das Team den Wettbewerb – mit neun Siegen in neun Spielen gegen die Beletage des europäischen Fussballs.

Co-Trainer ist Autor eines Taktikblogs

Aber nicht nur mit sportlichen Erfolgen machte der gebürtige Leipziger auf sich aufmerksam. Auch bei der Personalauswahl überraschte er die Fachwelt. Sein Co-Trainer? René Maric. Vorerfahrung? Autor eines Taktikblogs! Wieder vereint Rose, was auf den ersten Blick nicht zusammenpassen mag: Die Analysen eines vermeintlichen Taktik-Nerds und die Realität des Profi-Geschäfts. Doch Maric überzeugte Rose. Erst mit einer unaufgefordert zugeschickten Analyse eines Youth-League-Spiels der Salzburger, dann persönlich – mit der Folge, dass der Leipziger ihn in seinen Trainerstab aufnahm. Nur eine Sache konnte selbst Rose noch nicht zusammenbringen: Salzburg und die Champions League. Traditionell scheiterte man auch unter der Regie des 42-Jährigen zweimal in der Qualifikation. Aber vielleicht klappt es ja in der nächsten Saison mit dem Trainer und der Königsklasse. Ob mit Salzburg oder einem anderen Verein, steht aber auf einem ganz anderen Blatt.

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