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Sagan kämpft sich zum Rekord

Peter Sagan im grünen Trikot, ein gewohntes Bild. Bild: Sebastien Nogier (18. Juli 2018)

Peter Sagan im grünen Trikot, ein gewohntes Bild. Bild: Sebastien Nogier (18. Juli 2018)

Die Zähne fletschen sieht man Peter Sagan gewöhnlich nur, wenn er sich über einen gerade geäusserten eigenen Scherz freut. Dann lacht der Slowake, sogar mehr noch, wenn er mitbekommt, dass die anderen mit seinem speziellen Humor nichts Rechtes anfangen konnten. Bei dieser Tour indes bedeutete das Zähnefletschen auch Schmerz und Anstrengung.

Auf der 17. Etappe stürzte der 28-jährige Rekordmann mit mittlerweile 105 Tagen im grünen Trikot des besten Sprinters. «Es war mal wieder Sagan Free Style. Er hatte etwas Angst davor, das Zeitlimit zu verpassen. Das war zu diesem Zeitpunkt aber gar nicht mehr das Problem. Die Gruppe war sicher. Aber Peter liebt die Geschwindigkeit», übte Bora-Teamchef Ralph Denk Nachsicht mit seinem Superstar. Angst hatte er aber doch, dass das «Unternehmen Grün» ein vorzeitiges Ende finden könnte. Sagan trug grossflächige Abschürfungen und Prellungen davon und bestritt die folgenden Tage in dicken Verbänden.

Von neuem Übermut hielt ihn das nicht ab. In der Etappe gleich nach dem Sturz mischte er munter im Massensprint mit, wurde starker 8. Nötig hatte er zu diesem Zeitpunkt die Punkte gar nicht mehr, war in der Wertung für das grüne Trikot uneinholbar vorn.

Organisatoren wollen Sagans Dominanz stoppen

Die wahre Charakterprobe folgte für den Weltmeister am Folgetag. Wieder stand eine Bergetappe an, wieder drohte das Zeitlimit, dieses Mal aber ernsthaft. Schon an den ersten Kehren des Col d’Aspin war Sagan am Limit. «Ich war total überrascht. Es war nur ein 2 km langer Anstieg, eigentlich total leicht – und ich war abgehängt. Ich dachte mir, was wird das heute nur für ein Höllentag», erzählte er später. Zwei seiner Teamkollegen unterstützten ihn. Die Fernsehkameras waren auch da, lauerten wie Raubtiere, die Blut gerochen hatten, auf Beute. Sagan schwitzte, Sagan kämpfte. Er schüttete Wasser über seinen Kopf, um kühl zu bleiben. Und wenn er jetzt die Zähne zeigte, dann nicht, weil er lachen wollte. Er schaffte schliesslich das Zeitlimit und sicherte sich damit sein sechstes grünes Trikot – und liegt damit nun gleichauf mit dem Deutschen Erik Zabel.

Um wieder mehr Abwechslung in die Punktewertung zu bringen, denken die Tour-Organisatoren über Regeländerungen nach. Die Lex Anti-Sagan könnte lauten: mehr Punkte bei den Massensprintankünften, weniger Punkte bei den Zwischensprints. Für Sagan, den Teufelskerl, der bei dieser Tour auch drei Etappen gewann, wäre das wieder ein Anlass zum Zähnefletschen: nicht aus Wut oder Schmerz, sondern aus purem Lachen geboren. Fürchten muss er nicht die Wertungen. Allenfalls erwächst ihm in naher Zukunft mit dem ähnlich kletterstarken und endschnellen Fernando Gaviria ein echter Rivale. Das aber wäre für den Wettkämpfer Sagan nur ein weiterer Grund zur Freude. (tm)

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