Russland vor Olympia-Aus

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Dopingskandal Die amerikanische Zeitung «New York Times» gab bekannt, Einsicht in die Tagebücher von Grigori Rodtschenkow erhalten zu haben. Dieser ist Kronzeuge im Prozess um den russischen Dopingskandal. Er leitete lange Zeit das Anti-Doping-Labor in Moskau und wird mittlerweile von der russischen Justiz per Haftbefehl gesucht. Unter dem Schutz des FBI weilt er an einem unbekannten Ort in den Vereinigten Staaten. Rodtschenkow soll in seinen Tagebüchern ausführlich über die mit Regierungsmitgliedern ausgearbeiteten Dopingpläne berichten. Auch Witkali Mutko – stellvertretender Premierminister – soll aufgelistet sein. Darüber hinaus beschreibt Rodtschenkow die logistischen Probleme, literweise sauberen Urin nach Sotschi zu transportieren, den die Athleten zuvor gesammelt hatten.

Durch die neuerlichen Enthüllungen wächst der Druck auf das IOC zusätzlich. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist für Russland äusserst ungünstig. Denn am Dienstag, 5. Dezember, wird das Olympische Komitee über die Sanktionen entscheiden. Ein kompletter Ausschluss Russlands oder auch ein Verbot aller russischen Abzeichen und des Spielens der Hymne wird immer wahrscheinlicher. (sda)