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Kommentar

Arno Del Curtos Rücktritt: Eine Geschichte ohne Happy End

In seiner 23. Saison als Trainer des HC Davos nimmt Arno Del Curto den Hut. Dem Club droht, erstmals seit 1993, das Verpassen des Playoffs. Damit geht in Davos eine Ära zu Ende, welche unvergessen bleiben wird.
Sergio Dudli
Sergio Dudli, Sportredaktor.

Sergio Dudli, Sportredaktor.

Der Tag ist gekommen. Alle wussten, dass er irgendwann kommen wird. Und doch sind jetzt, wo er da ist, alle überrascht. Arno Del Curto ist nicht mehr Trainer des HC Davos. Nach über 22 Jahren und sechs Meistertiteln tritt der 62-Jährige von seinem Amt zurück. Damit geht eine Ära zu Ende, die im Schweizer Eishockey unerreicht ist – und wohl unerreicht bleiben wird. Seit 1996 stand der Bündner an der Bande der Davoser. Damals, als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte und Handys eine Antenne besassen, konnte keiner ahnen, dass der oft kauzig wirkende Del Curto Geschichte schreiben wird.

Nach 23 Saisons kommt diese Geschichte zu einem Ende. Eine Geschichte mit vielen Höhepunkten und Hauptfiguren. Da waren die Leitwölfe um die Gebrüder Reto und Jan von Arx, die die erfolgreichsten Jahre des Vereins nach der Jahrtausendwende prägten. Da waren die NHL-Stars Joe Thornton und Rick Nash, die den Schweizer Eishockeyfans während des Lockouts 2004/2005 zeigten, was Eishockey wirklich ist. Da waren aufstrebende Talente wie Jonas Hiller oder Nino Niederreiter, die ihren Weg nach Nordamerika gingen. Jede dieser Geschichten entstand durch die Feder von Arno Del Curto. Mit akribischer Arbeit und des in ihn Gesetzen Vertrauen seitens des Clubs schrieb er Kapitel für Kapitel an seiner Erfolgsgeschichte – und der des HC Davos.

Arno Del Curto beim Eishockeyspiel der National League zwischen dem EV Zug und dem HC Davos im September 2017 in der Bossard Arena in Zug. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, Zug, 23. September 2017)
Arno Del Curto mit dem Vater von Dino und Marc Wieser (rechts), welcher den Pokal der Nationalleague A in den Händen hält. Der HCD erhielt diesen nach dem fünften Playoff-Finalspiel gegen die ZSC Lions. (Bild: Patrick B Kraemer/Keystone, Zürich, 11. April 2015)
Als «Hockey Dad» bezeichneten die HCD-Fans den Trainer, der 22 Jahre für den Eishockeyclub tätig war. (Bild: Patrick B. Kraemer/Keystone, Kloten, 21. September 2012)
Beim Anlass «UBS Jugend trainiert mit den Stars» mit den Kleinen. (Bild: Melanie Duchene/Keystone, Davos, 28. Dezember 2017)
Del Curto liess sich des Öfteren auf Diskussionen wegen Schiedsrichterentscheidungen ein. (Bild: Jürgen Staiger/Keystone, Davos, 17. März 2016)
Trainer Arno Del Curto winkt während dem Corso aus einem alten Lastwagen seinen Fans zu, am Samstag, 16. April 2011, in Davos. Mit einem Corso der HCD-Spieler, Trainer und Staff durch Davos und anschliessender Präsentation des Meisterpokals auf dem Rathaus-Balkon hat der HCD am Samstag den 30. Schweizermeistertitel im Jubiläumsjahr "90 Jahre Hockey Club Davos" gefeiert. (Bild: Arno Balzarini/Keystone, Davos, 16. April 2011
Nach über 22 Jahren, 6 Meistertiteln und 5 Triumphen am Spengler Cup geht eine Ära zu Ende. Seit 1996 beim HCD an der Bande, hat Arno Del Curto seinen Rücktritt per sofort gegeben. (Bild: Ralph Ribi, Davos)
Mit seinem Rücktritt verliert der Bündner Traditionsklub eine grosse Persönlichkeit.(Bild: Ralph Ribi, Davos)
Wussten Sie, dass Arno del Curto gelernter Lehrer ist? (Bild: Ralph Ribi, Davos)
Parallel-Golfer: Eishockey-Star Patrick Fischer, Davos-Eishockeycoach Arno del Curto und Fussballtrainer Murat Yakin (von links), am Promi-Golfturnier der Baarer Sportstars-Agentur. (Bild: André Häfliger, Hildisrieden)
Del Curto mit Kindern am 82. Spengler Cup vor gut zehn Jahren. (Bild: Salvatore Di Nolfi/Keystone, Davos, 28. Dezember 2008)
Trainer Arno Del Curto winkt an der Meisterfeier des HC Davos seinen Fans vor dem Rathaus in Davos zu. (Bild: Arno Balzarini/Keystone, Davos, 14. April 2007)
Vor dreizehn Jahren wurde Arno Del Curto Trainer des Jahres. (Bild: André Häfliger, Luzern, 28. Oktober 2005)
Arno Del Curto (Mitte) wird nach der erfolgreichen Titelverteidigung 2001 des Spengler Cups nach dem 4:3 Sieg gegen Team Canada in der HC Davos Kabine mit Bier übergossen. (Jürgen Staiger/Keystone, Davos, 31. Dezember 2001)
Die Spieler des HCD feiern ihren Trainer im Jahr 2000, nachdem der HCD seit 42 Jahren wieder einmal den Spengler Cup gewann. (Bild: Edi Engeler/Keystone, Davos, 31. Dezember 2000)
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Rückblick auf 22 Jahre Del Curto

Del Curto war und ist ein Mann des Volkes. Einer, der sich nicht verstellt. Einer, der sagt was er denkt. Einer, der immer etwas schräg angesehen wurde, weil ihn nur die wenigsten verstanden. Diese Ehrlichkeit und Menschlichkeit waren es, die ihn so lange im Amt gehalten haben. Doch jede Geschichte findet irgendwann ein Ende. Und dieses hatte sich abgezeichnet. Dem Club droht, erstmals seit dem Wiederaufstieg 1993 das Verpassen des Playoffs. Dem Alleinherrscher Del Curto, seit je Trainer und Sportchef in persona, wurde von Kritikern vorgeworfen, mit dieser Doppelfunktion überfordert zu sein. Die schlechten Resultate gaben diesen Stimmen recht. Auch Del Curto hat dies erkannt. Vor wenigen Wochen installierte der Club mit René Müller einen neuen Sportchef. Dennoch kam der Rücktritt. Es bleibt die Frage nach dem Weshalb.

Ein Trainer, der nur Spektakel will, gepaart mit einer Mannschaft, die das nicht kann, war keine gute Mischung. Die anhaltende Erfolglosigkeit hat gezeigt, dass Del Curto bei den Spielern nicht mehr unumstritten war. Anders als in früheren Zeiten folgte ihm das Team nicht mehr bedingungslos. Junge Spieler heutzutage hinterfragen mehr, rebellieren schneller und folgen nicht mehr so blind wie frühere Generationen. Del Curto hat immer gesagt, dass er dann aufhört, wenn er die Mannschaft nicht mehr erreicht. Das scheint jetzt eingetroffen zu sein. Es muss eine schmerzhafte Erkenntnis für ihn gewesen sein. Er, der immer im Stande war, eine Kabine für sich zu gewinnen. Aber Del Curto bleibt in seiner schwärzesten Stunde konsequent – und tritt ab.

«Der letzte Eindruck bleibt haften, lautet ein Sprichwort. Nicht so bei Arno», schreibt der HC Davos in der Mitteilung, die den Rücktritt verkündigte. Eine Aussage, wie sie treffender nicht sein könnte. Auch wenn die Menschen dazu tendieren, die Vergangenheit – und damit Del Curtos Erfolge und Verdienste – zu vergessen, wird die Kultfigur in die Annalen eingehen. Daran wird auch das fehlende Happy End nichts mehr ändern.

«Best of» Arno Del Curto

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