RÜCKKEHR: Vom Trainer zurück zum Reiter

Der zweifache Olympiateilnehmer Beat Mändli war lange von der Bildfläche verschwunden. Nun reitet er wieder am CSIO St. Gallen. Mit dabei ist auch sein neues Spitzenpferd Dsarie.

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Als Beat Mändli im Gründenmoos auf den Platz ritt, verspürte er ein Kribbeln. Seit 2013 war er nicht mehr am CSIO in St. Gallen dabei gewesen. Sein Auftritt war jedoch nicht nur eine Rückkehr in die Ostschweiz, sondern auch in den Wettkampfsport auf höchster Stufe. Vor drei Jahren trat er kürzer und wurde Trainer der amerikanischen Milliardärstochter Katherine Dinan. Dass er dieses Angebot erhielt, hatte mit Zufall und Glück zu tun. Die Mutter der Springreiterin war 2007 in Las Vegas, als Mändli den Weltcup gewann. Sechs Jahre später trafen sie sich wieder, als Dinan und Mändli im Nationenpreis­final in Barcelona starteten. In dieser Zeit trennte sich Dinan von ihrem Trainer, der gebürtige Schaffhauser erhielt die Anfrage. Mit der Zusage änderte sich sein Leben. Er zog in die USA, wo er seither seinen Schützling in den Wintermonaten in New York und Florida trainiert.

Zwar verbrachte er als Trainer ähnlich viel Zeit im Sattel wie früher als Springreiter. «Doch das Niveau war ein anderes», sagt Mändli. Unter der Woche bereitete er die Pferde für die 23-jährige Amerikanerin vor. Denn diese hatte dafür neben dem Biochemie-Studium kaum Zeit. Nun hat die junge Frau ihren Abschluss in der Tasche. Dadurch ist sie wieder öfter im Stall. «Meine Hauptaufgabe ist es noch immer, ihr Trainer zu sein», sagt der 47-Jährige. Doch nun hat er wieder mehr Freiraum, um etwas Eigenes aufzubauen.

Mändli, der zweifache Olympiateilnehmer, träumt von einem weiteren Auftritt an den Sommerspielen. Doch im Reitsport muss vieles zusammenpassen. Da ist nicht nur die eigene Gesundheit. Der Reiter ist auch auf ein starkes Pferd angewiesen. Dieses hat Mändli nach langem Suchen gefunden. Seit drei Jahren baut er die neunjährige Stute Dsarie auf. «Es gibt viele Pferde, die von zehn Eigenschaften, die es braucht, sieben oder acht haben», sagt Mändli. «Dsarie hingegen ist sehr nahe bei zehn.» Sie sei ruhig, mache gut mit. Doch sie ist noch unerfahren. In St. Gallen präsentierte sie sich das erste Mal auf einem solch grossen Platz. «Deshalb war es ein bisschen eine Wundertüte», sagt Mändli. Nach einem kurzen Stopp vor der ersten Hürde hat sie diese jedoch genommen.

Raya Badraun