Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

RÜCKKEHR: «Froh, dass ich noch Zeit habe»

Im vergangenen Jahr wurde Pablo Brägger von Knieschmerzen geplagt. Nach der Operation kämpft sich der Reck-Europameister nun zurück. Spätestens an der WM will er wieder an allen Geräten turnen.
Raya Badraun
Im vergangenen Jahr holte der Ostschweizer Pablo Brägger EM-Gold am Reck. Kurz darauf begannen die Schmerzen im Knie. (Bild: Daniel Mihailescu/AFP (Cluj, 23. April 2017))

Im vergangenen Jahr holte der Ostschweizer Pablo Brägger EM-Gold am Reck. Kurz darauf begannen die Schmerzen im Knie. (Bild: Daniel Mihailescu/AFP (Cluj, 23. April 2017))

Raya Badraun

Im vergangenen Jahr stand Pablo Brägger ganz oben. Am Reck gewann er damals EM-Gold. Im Herbst verpasste er schliesslich das WM-Podest als Vierter nur ganz knapp. Es schien alles so einfach zu sein. Doch so war es nicht. Brägger plagten Schmerzen im Knie. Angefangen haben die Probleme im vergangenen Mai nach unschönen Landungen, bei denen er das Knie durchgestreckt hatte. Vor allem das Training am Sprung und Boden war danach mühsam. «Ich ging jeweils gehemmt an die Übungen», sagt der 25-jährige St. Galler. Zeitweise passte er sein Programm an, gab in der Trainingshalle in Magglingen nicht mehr alles. «So geht es jedoch automatisch weniger gut.» Um das Problem zu lösen, versuchte Brägger vieles. Er fixierte das Knie mit Tape, legte Pausen ein oder nahm Schmerztabletten. Zwischendurch wurde es besser. Doch am Ende kamen die Schmerzen immer zurück. «So schleppte ich die Probleme das ganze Jahr mit mir herum», sagt der Oberbürer.

Vier Monate schonen

Nach der Saison entschied sich Brägger, die entzündete Schleimhautfalte im Knie zu entfernen und den Meniskus zu fixieren. «Ohne Operation sah ich keine Zukunft», sagt er. «Vor allem wenn ich in den nächsten Jahren wieder Vollgas geben will.» Bei der Entscheidung half ihm auch die Wettkampfplanung. In diesem Jahr findet die EM in Glasgow erst im August statt. Die WM folgt dann Ende Oktober in Doha. So steht Brägger bei der Regeneration und Vorbereitung nicht unter Zeitdruck. «Ich musste mich nicht stressen oder unnötiges Risiko eingehen, um für einen Wettkampf wieder bereit zu sein», sagt er. «Das war befreiend für mich.»

Die Zeit braucht Brägger. Insgesamt musste er sein Bein vier Monate lang schonen. Die ersten sechs Wochen war er gar auf Stöcke angewiesen und konnte kaum etwas machen. «Ich war jedoch gut darauf vorbereitet», sagt der Ostschweizer. Zusammen mit einem Team aus Ärzten, Sportpsychologen und Physiotherapeuten hat er sich einen Plan zurechtgelegt, damit alles reibungslos verläuft. Oft hat er sich ausgetauscht. «Nach den sechs Wochen hätte ich die Stöcke dennoch gerne in eine Ecke geworfen», sagt er mit einem Lachen. In die Ostschweiz, wo seine Eltern und Geschwister leben, reiste er in dieser Zeit kaum. Zwar trainierte er deutlich weniger, doch zu Beginn ging er in Magg­lingen zweimal pro Tag in die Physiotherapie. Daneben machte er Kraftaufbau im Oberkörper und versuchte sich langsam wieder an die Geräte heranzutasten. Die Zeit, die er nicht in der Trainingshalle verbrachte, nutzte Brägger zudem für die Schule. Im kommenden Juni wird er, der später Physiotherapeut werden möchte, die Berufsmatura abschliessen. «Wenn man neben dem Training keinen Ausgleich hat, wird es mental anstrengend», sagt er.

Seit ein bis zwei Monaten ist Brägger nun wieder so oft in der Halle wie früher. Das Programm gleicht jedoch noch nicht ganz demjenigen seiner Turnkollegen. Er absolviert mehr Kraftübungen, um die fehlende Muskulatur im Bein aufzubauen. Und am Boden und Sprung, wo die Belastungen für das Knie am grössten sind, befindet er sich momentan noch im «Nachwuchsstatus». Er tastet sich langsam heran, hält die Belastung tief. «Mir war bewusst, dass es lange dauern wird», sagt Brägger. «Doch ich komme gut vorwärts und bin im Plan.»

Noch einige Fragezeichen

Bräggers Ziele richten sich nach den Grossanlässen in diesem Jahr. An der EM in Glasgow möchte er an drei Geräten turnen, an der WM in Doha dann wieder an allen sechs. Zurzeit trainiert er das alte Programm vom vergangenen Jahr. Daneben versucht er sich jedoch auch an neuen Elementen. Diese seien aber noch nicht reif für den Wettkampf. Wenn es jedoch gut läuft, die Tagesform stimmt, könne er sie auch einmal einbauen.

«Ich bin froh, dass ich noch Zeit habe», sagt Brägger. Es gebe noch einige Fragezeichen. Dazu gehören etwa die Abgänge und die Frage, wie das Knie auf die Landungen reagieren wird. Testdurchläufe hat er bis zu den Grossanlässen bewusst nur wenige. Im Juni nimmt er an einem Weltcup teil. Dann folgen zwei interne Qualifikationswettkämpfe in Magglingen. «Dort werde ich dann sehen, ob es reicht», sagt Brägger. Auch ein Titelverteidiger wie er muss sich erst noch beweisen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.