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RÜCKHALT: Ein Mensch des Augenblicks

Nach rund einem Drittel der Qualifikation führt der SC Bern die Tabelle der Eishockey-NLA an. Grossen Anteil daran hat Leonardo Genoni, laut Statistik der beste Goalie auf dem Schweizer Eis.
Sergio Dudli
Leonardo Genoni bleibt bereits dreimal ohne Gegentor und erhält im Schnitt nur knapp 1,7 Tore pro Spiel. (Bild: Gabriele Putzu/KEY)

Leonardo Genoni bleibt bereits dreimal ohne Gegentor und erhält im Schnitt nur knapp 1,7 Tore pro Spiel. (Bild: Gabriele Putzu/KEY)

Sergio Dudli

Der SC Bern galt vor der Saison als grosser Favorit auf den Meistertitel. Es wäre bereits der dritte für die Berner in Serie. Auch die Verantwortlichen nahmen vor dem ersten Bully kein Blatt vor den Mund. Auf die Frage nach dem künftigen Meister antwortete Trainer Kari Jalonen kurz und knapp: «Bern.» Nach etwa einem Drittel der Qualifikation wird der Favorit seiner Rolle gerecht: Unter anderem dank zehn Siegen am Stück grüssen die Berner mit fünf Punkten Vorsprung auf Lugano von der Tabellenspitze der NLA. Dabei stellen sie die beste Offensive und die stabilste Defensive.

Grossen Anteil an Letzterem hat Torhüter Leonardo Genoni, der statistisch beste Schlussmann der höchsten Schweizer Eishockeyliga. Derzeit liegt seine Fangquote bei über 94 Prozent. «Damit bin ich nicht zufrieden. Es bedeutet nämlich auch, dass ich bei sechs Prozent aller Schüsse ein Tor erhalte», sagt Genoni zu den Zahlenspielen, denen der 30-Jährige nicht viel abgewinnen kann.

Sich nicht auf Erreichtem ausruhen

Für Genoni ist diese Spielzeit die zweite im Berner Dress. In seiner ersten Saison gewann er seinen vierten Meistertitel, nachdem er den Pokal bereits dreimal mit Davos holen konnte. Bereits in der Saison vor Genoni wurde der SC Bern Schweizer Meister – nun wird der dritte Triumph in Folge angestrebt. «Die Mannschaft ist immer noch erfolgshungrig. Die Titel wurden in der Vergangenheit geholt, wir leben aber im Heute und arbeiten für die Zukunft», so Genoni. Es dürfen keine Routine und Selbstverständlichkeit aufkommen. «Die harte Arbeit muss als Basis gesehen werden, um erfolgreich zu sein.» Die konstanten Leistungen der Berner basieren laut dem Torhüter auf drei Standbeinen. «Wir arbeiten gut zusammen, haben ein grosses Selbstvertrauen und eine Gewinnermentalität, die sich vor allem in engen Spielen positiv auswirkt», so der 30-Jährige. Dass der Titel ein Selbstläufer wird, verneint er: «Es gibt in der NLA elf andere Teams mit demselben Ziel. Umso wichtiger ist es, sich nicht auf Erreichtem auszuruhen.»

Es fällt auf, dass Genoni oft vom Hier und Jetzt spricht. Das hat einen Grund, wie er erklärt: Das Leben im Moment sei gerade für einen Goalie sehr wichtig, da er sich stets auf das Geschehen auf dem Eis fokussieren müsse. «Sobald du abgelenkt bist, machst du Fehler. Torhüter sind Menschen des Augenblicks, da zählt weder die Zukunft noch die Vergangenheit», so Genoni, der heute mit Bern im Achtelfinal-Hinspiel der Champions Hockey League auf München trifft.

Kein Trübsal ohne NHL-Karriere

Im Team der Berner ist der Torhüter kein Lautsprecher. «Ich bin eher der stille Arbeiter, gebe aber gerne Auskunft, wenn meine Meinung gefragt ist.» Jeder in der Mannschaft habe eine Rolle, in die er hineinwachsen müsse. Wichtig sei, dass die Chemie stimme. «Das tut sie bei uns, deshalb sind die Erfolge nicht erstaunlich.»

Dass Erfolg allein kein Garant für eine Karriere in Nordamerika ist, zeigt das Beispiel Genoni. «Ein Wechsel in die NHL hat sich nie ergeben, aber damit beschäftige ich mich nicht», so der Schweizer Nationalspieler. Sein Ziel sei es viel mehr, sich zu verbessern – und zwar jeden Tag.

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