Rückblick mit schwarzen Zahlen

An der zwölften Generalversammlung der FC St. Gallen AG lässt Präsident Dölf Früh eine sportliche Saison mit Höhen und Tiefen Revue passieren. Die AG schreibt zum drittenmal in Folge schwarze Zahlen – und kalkuliert weiter vorsichtig.

Ralf Streule
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Der Verwaltungsrat der FC St. Gallen AG mit Präsident Dölf Früh (ganz rechts) berichtet im Gossauer Fürstenlandsaal über das Geschäftsjahr 2014/15. (Bild: Beat Belser)

Der Verwaltungsrat der FC St. Gallen AG mit Präsident Dölf Früh (ganz rechts) berichtet im Gossauer Fürstenlandsaal über das Geschäftsjahr 2014/15. (Bild: Beat Belser)

FUSSBALL. Vor einem Jahr noch konnte Dölf Früh die Generalversammlung der FC St. Gallen AG im Gossauer Fürstenlandsaal mit Gänsehaut-Bildern von St. Galler Europa-League-Spielen 2013 eröffnen. Gestern, an der inzwischen zwölften GV, war die Einstimmung weniger euphorisch, wenn auch nicht minder unterhaltsam. Früh präsentierte den 412 Aktionärinnen und Aktionären – sowie dem komplett anwesenden Team des FC St. Gallen – eine Art boulevardesken Saisonrückblick. Anhand von «Blick»-Schlagzeilen liess er Höhe- und Tiefpunkte der Saison noch einmal Revue passieren (nicht ohne sich bei den weniger boulevardesken Medien für die Nichtberücksichtigung zu entschuldigen). «Bumm-Bumm-Bunjaku» kam darin vor, der im Herbst 2014 für den ersten Sieg des FC St. Gallen in Basel verantwortlich war. Aber auch die Entlassung von Heinz Peischl (Blick: «Jetzt wird's dreckig»), die schwache Rückrunde («St. Gallen stürzt ab») oder das Bemühen um Tranquillo Barnetta («Geheimtreffen!»).

Als geschäftlichen Tiefpunkt erwähnte Früh das geplante Konzert der Foo Fighters, das wegen einer Verletzung des Leadsängers hatte abgesagt werden müssen – finanzielle Verluste konnten aber mit Versicherungen aufgefangen werden.

Ein Plus beim Sponsoring

Ohnehin haben die FC St. Gallen AG wie auch die Event AG zum drittenmal schwarze Zahlen geschrieben. Der Zuschauerschnitt 2014/15 war mit 13 336 zwar tiefer als im Vorjahr – die Mindereinnahmen fing die Event AG aber mit Einsparungen bei der Sicherheit auf. Dank gesteigerten Erträgen aus dem Sponsoring und mehr Erträgen aus Cupspielen (St. Gallen erreichte den Halbfinal) erzielte sie 6,6 Millionen Franken Gewinn – eine Million mehr als 2013/14. Die Entschädigung, welche die Event AG jährlich an den FC St. Gallen abgibt (der für sie vor allem an Matchtagen Geld generiert), konnte von 5,6 auf 6 Mio. Franken angehoben werden.

Unerwarteter Uefa-Zustupf

Für die FC St. Gallen AG gab es gute Nachrichten von der Uefa: Die AG erhielt aus einer Übergewinnausschüttung für die Europa-League-Teilnahme rückwirkend 613 000 Franken. Damit schreibt auch sie rund eine Million Franken Gewinn – wovon 800 000 zurückgestellt werden. Finanzchef Sascha Roth: «Der Hauptgrund für die schwarzen Zahlen ist die Ausgabepolitik des Vereins – nicht die Gewinne.» Auch in Zukunft sollen sich die Ausgaben an den «planbaren Einnahmen» richten. «Wir sind der wirtschaftlich zweitstärkste Verein der Super League», ergänzte Früh. Und fügte spasseshalber an: «Und auch den besten holen wir noch.»