Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

RÜCKBLICK: Eine perfekte Saison – nicht nur für Bern

Für den SC Bern hat in diesem Winter alles zusammengepasst. Mit Intelligenz, Taktik und Arbeit holte der alte und neue Meister den Titel. Doch auch andere Teams können zufrieden sein, zum Beispiel der HC Davos.
Klaus Zaugg
Der Triumph der Berner ist nicht das Resultat einer deutlichen wirtschaftlichen und sportlichen Überlegenheit. (Bild: Remy Steiner/Freshfocus)

Der Triumph der Berner ist nicht das Resultat einer deutlichen wirtschaftlichen und sportlichen Überlegenheit. (Bild: Remy Steiner/Freshfocus)

Klaus Zaugg

Perfekt. Ein einziges Wort bringt die Saison des Meisters auf den Punkt. Alles passte. Die Schlüsselspieler sind von Verletzungen verschont geblieben, und die drei wichtigsten sportlichen Entscheidungen haben sich als Volltreffer erwiesen: Trainer Kari Jalonen ist der richtige Trainer. Torhüter Leonardo Genoni der beste Torhüter und Marc Arcobello, der ersten Center, der beste Ausländer der Liga. Das logische Resultat: Der SC Bern hat die Qualifikation dominiert und seinen Titel verteidigt. Wird der SC Bern gar die Hockeyantwort auf den FC Basel? Nein. Die Überlegenheit der Berner ist nicht das Resultat einer deutlichen wirtschaftlichen und sportlichen Überlegenheit. Lugano und die ZSC Lions können mehr Geld investieren. Der SC Bern hatte nicht die qualitativ klar bessere Mannschaft als die ZSC Lions oder Lugano. Wenn alles passt, können auch Davos und Zug auf dem Niveau des alten und neuen Meisters spielen. Aber die Berner haben das Geld klüger investiert und im Laufe der Saison besser gearbeitet als die Konkurrenz. Es ist ein Titel der Intelligenz, der Taktik und der Arbeit. Nicht des Geldes, des Glückes und des überlegenen Talentes.

Die Überraschung der Saison

Perfektion lässt sich im Sport nicht wiederholen. Der SC Bern wird nächste Saison unter dem gleichen Trainer ungefähr gleich stark sein. Auf den ersten Blick scheint es einfacher, einen Titel der Intelligenz, der Arbeit und der Taktik zu wiederholen als ein Triumph des Geldes, des Glückes und des Talentes. Aber ein zweiter Blick zeigt uns: Wenn die ZSC Lions oder Lugano in den Bereichen Management (Intelligenz), Leistungskultur (Arbeit) und Trainer (Taktik) nachlegen, dann stehen sie auf Augenhöhe mit dem Meister. Im Fussball kann hingegen selbst im Falle einer perfekten Saison keine Mannschaft dem FC Basel auch nur halbwegs auf Augenhöhe begegnen. Und welcher Mannschaft ist die Überraschung der Saison gelungen? Dem HC Davos. Weil die Marke HCD für Spitzenhockey steht, neigen wir dazu, die Halbfinalqualifikation als Selbstverständlichkeit zu werten und uns wieder der Tagesordnung zuzuwenden. Aber Arno Del Curto ist ein Meisterstück gelungen, das beinahe so hoch zu bewerten ist wie eine gewonnene Meisterschaft. Er verlor mit Leonardo Genoni den besten Torhüter der Liga und besetzte die wichtigste Position in seinem Team mit zwei Neulingen (Gilles Senn, Jorge van Pottelberghe). Das erstmalige Verpassen der Playoffs schien bei diesem gewagten Torhüterexperiment wahrscheinlicher als ein Vorstoss in den Halbfinal. Am Ende ist Davos beinahe ein Sturmlauf in den Final geglückt. Und eigentlich war ja das Risiko nicht so gross: Goalietrainer Marcel Kull hatte Del Curto versichert, es komme gut.

Die NLA ist wirtschaftlich gesund, sportlich ausgeglichen und erfreut sich der höchsten Zuschauerzahlen Europas. Zehn von zwölf Clubs werden gut gemanagt, und die sportliche Qualität und der Unterhaltungswert sind nur in der NHL grösser. Aber am Horizont sehen wir die ersten Wetterzeichen dramatischer Veränderungen. Ambri und Kloten können sich in der NLA halten, aber Servette wird im Laufe der nächsten vier Jahre von der Landkarte des Spitzenhockeys verschwinden und durch ein Team aus der Deutschschweiz – Olten oder die Lakers – ersetzt.

Hockey-Folklore mit Happy End

Nicht nur der SC Bern hat eine perfekte Saison hinter sich – wir können insgesamt von einer ­nahezu perfekten Meisterschaft sprechen: Das wahre Hockey wurde in der Deutschschweiz gespielt, der Titel geht nach Bern, und die Welschen und die Tessiner sorgten für Hockey-Folklore mit einem Happy End: Ambri, eine Herzensangelegenheit unseres Hockeys, hat gezittert, gelitten und ist schliesslich gerettet.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.