Roter Teppich für 118 Medaillen

Einige sind extra angereist. Aus dem Kanton Schwyz etwa. Für andere ist es ein Stück Heimat, weil sie, im Engadin aufgewachsen, nach St. Gallen gezogen sind.

Patricia Loher
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Die Autogramme von Simon Ammann, Dario Cologna und Beat Feuz waren auch auf dem Roten Platz in St. Gallen sehr begehrt. (Bild: Benjamin Manser)

Die Autogramme von Simon Ammann, Dario Cologna und Beat Feuz waren auch auf dem Roten Platz in St. Gallen sehr begehrt. (Bild: Benjamin Manser)

Einige sind extra angereist. Aus dem Kanton Schwyz etwa. Für andere ist es ein Stück Heimat, weil sie, im Engadin aufgewachsen, nach St. Gallen gezogen sind. 700 Interessierte wollen an diesem Nachmittag den Glarner Abfahrtsweltmeister Patrick Küng oder den Bündner Ausnahme-Langläufer Dario Cologna sehen. Auf dem Roten Platz hat sich eine geballte Sportprominenz versammelt. Neben Küng oder Cologna verteilen auch Snowboarderin Patrizia Kummer, der Toggenburger Skispringer Simon Ammann sowie die Skirennfahrer Beat Feuz und Sandro Viletta Autogramme. Sie lassen sich fotografieren, mit Jung und Alt. Das Publikum ist durchmischt, die Stimmung gut.

Triste Stimmung beim Start

Seit zehn Jahren ist Raiffeisen einer der Sponsoren von Swiss Ski. Die sechs Sportlerinnen und Sportler auf dem Roten Platz vor der Bank stehen für die Erfolge, die der Verband seither gefeiert hat. 25 olympische und 93 WM-Medaillen haben die Athleten von Swiss Ski in den vergangenen zehn Jahren in verschiedenen Sportarten gewonnen. Das ist für ein Land wie die Schweiz eine stolze Bilanz. Aber Patrik Gisel, unterdessen designierter CEO von Raiffeisen Schweiz, hat auch die triste Stimmung nicht vergessen, als sich die Bank für ein Engagement bei Swiss Ski entschied. 2005 waren die Skirennfahrer an der WM in Bormio ohne Medaille geblieben. Als Gisel im Veltlin eintraf, herrschte Katerstimmung. «Es war Nacht, es hat geregnet. Aber unser Entscheid stand fest. Wir unterschrieben den Vertrag.»

Seither hat die Schweiz nicht bloss im alpinen Skirennsport wieder auf sich aufmerksam gemacht. Auch die Sterne von Athleten wie Cologna oder Kummer gingen auf. Ammann erreichte 2010 seinen zweiten Doppel-Olympiasieg. Einer, der den Aufschwung ebenfalls symbolisiert, ist Iouri Podladtchikov, Olympiasieger in der Halfpipe. Doch der Snowboarder fehlt in St. Gallen. Ihm sei, so sagen die Verantwortlichen, ein anderer Termin dazwischengekommen.

Ein Autogramm von Hüppi

Ein Knabe kann seine Enttäuschung nicht verbergen. Matthias Hüppi, der den Anlass moderiert, organisiert ihm eine Autogrammkarte des Snowboarders, sozusagen als Trostpflaster. Überhaupt ist Hüppi in seiner Heimatstadt der heimliche Star. Ein Jugendlicher mit blondem Zopf und einem Rollbrett im Arm will vom Sportmoderator ein Autogramm. «Unbedingt», sagt der junge Mann.

Unter dem Motto «So etwas hat St. Gallen noch nie erlebt», war der Anlass auf dem Roten Platz angekündigt worden. Aber auch für die Walliserin Kummer ist der Besuch in St. Gallen eine Premiere. Ein Stadtrundgang würde sich lohnen, sagt Hüppi. «Es gibt hier einige wunderschöne Ecken.»

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