Rosberg glaubt an sein Team

Nico Rosberg nimmt den GP von Japan am kommenden Sonntag von WM-Rang zwei aus in Angriff. In Suzuka hat der Deutsche in acht Jahren Formel 1 noch keinen Podestplatz erreicht. Die Enttäuschung von Singapur hat er verarbeitet.

Peter Lattmann/Suzuka
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AUTOMOBIL. Nur Monza war häufiger Krönungsort. Elfmal ist die Formel-1-WM in Suzuka entschieden worden, letztmals 2011 vorzeitig zu Gunsten von Sebastian Vettel. In diesem Jahr ist die Ausgangslage vor dem GP von Japan eine ganz andere. Der heisse Kampf um den Titel zwischen den Mercedes-Fahrern Lewis Hamilton und Nico Rosberg beginnt noch einmal ganz von vorne. Mit drei Punkten Vorsprung geht der Brite in die letzten fünf Rennen, die innert acht Wochen auf dem Programm stehen und dem Team auch noch einmal logistisch alles abfordern. Dass Daniel Ricciardo und Red Bull noch als lachende Dritte aus dem packenden Mercedes-Zweikampf herausgehen könnten, ist nicht zu erwarten: 60 Punkte sind mit dem schlechteren Auto nicht aufzuholen.

Zuverlässigkeit verbessern

«Singapur bescherte mir den bittersten Moment der ganzen Saison. Der Chance auf ein Topresultat schon vor der Startaufstellung beraubt zu werden, tut extrem weh und die verlorenen Punkte auch», verrät der 29jährige Deutsche, der sich in seinem neunten Formel-1-Jahr erstmals Hoffnungen machen darf, als Weltmeister in die Fussstapfen seines Vaters Keke treten zu können. Etwas, was bisher nur Damon und Graham Hill gelungen ist. Vorwürfe will Rosberg seinem Team trotz allem nicht machen. Als Verursacher des verhängnisvollen Kurzschlusses hat sich ein Mittel herausgestellt, das zur Wartung des Kabels in der Lenksäule verwendet wird. «Ich bin überzeugt, dass unsere Techniker die Zuverlässigkeit unseres Autos nachhaltig verbessern werden. Sie sind ebenso hungrig auf Erfolge wie wir Fahrer», glaubt er.

Mit Suzuka hat Rosberg noch eine Rechnung offen. Acht seiner aktuellen Kollegen haben auf der spektakulären und nicht ganz ungefährlichen Achter-Schlaufe schon gewonnen oder sind wenigstens aufs Podest geklettert. Sein bisher bestes Ergebnis ist der fünfte Rang 2009 im Williams. «Warum es nicht geklappt hat, weiss ich auch nicht. Es passte einfach nie alles zusammen», sagt Rosberg. «Diesmal will und muss ich es aber packen, erstmals steht mir ja auch ein Siegesauto zur Verfügung. Die Strecke ist eine der besten überhaupt und die Fans rundherum sind einfach unglaublich und überaus sachkundig. Das gibt zusätzliche Motivation.»

Ferien mit Fitnessprogramm

Wie andere Piloten hat Rosberg die Pause zwischen Singapur und Suzuka für einige Ferientage in Thailand genutzt und gleichzeitig an seiner Fitness gearbeitet. Endgültig den Ärger von Singapur weggespült hat er am Mittwochabend im «Roppongi» in Tokio. «Endlich habe ich einmal das tollste Restaurant der Stadt erleben dürfen», teilte er seinen 623 680 Followern über Twitter mit. Solch harmlose Mitteilungen an ihre Fans sind den Mercedes-Fahrern noch erlaubt. Grundsätzlich wird von ihnen aber Zurückhaltung in den Social Medias verlangt. Dass er vom Team wegen der teaminternen Karambolage in Spa in der WM-Endphase eingebremst werden könnte, befürchtet Rosberg nicht: «Diese Sache ist zu Ende diskutiert und erledigt. Wer von uns beiden gewinnt, spielt für das Team keine Rolle.»