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Juventus-Star Cristiano Ronaldo
erhält bedingte Haftstrafe

Cristiano Ronaldo musste sich in Madrid für Steuervergehen vor Gericht verantworten. Der 33-Jährige Ex-Real-Spieler kommt mit einer Busse von knapp 19 Millionen Euro und einer bedingten Strafe davon.
Ralph Schulze, Madrid
Cristiano Ronaldo verlässt mit seiner Freundin das Gerichtsgebäude in Madrid. (Bild: E. Naranjo/EPA; Madrid, 22. Januar 2019)

Cristiano Ronaldo verlässt mit seiner Freundin das Gerichtsgebäude in Madrid. (Bild: E. Naranjo/EPA; Madrid, 22. Januar 2019)

Auch der Gang zum Gericht wird noch zur Show: Lächelnd steigt Cristiano Ronaldo aus der abgedunkelten Grossraumlimousine. Der Fussball-Star trägt einen schwarzen Designeranzug und weisse Sportschuhe. Entspannt spaziert er, Händchen haltend mit seiner Lebensgefährtin Georgina Rodríguez, am Spalier der Fotografen und Kameraleute vorbei. «Cristiano, wie geht’s», fragt ihn einer der Wartenden. «Perfekt», sagt der 33-jährige portugiesische Stürmer.

Ganz nach Drehbuch verlief heute Dienstag die Verhandlung vor dem Madrider Landgericht. Ein Drehbuch, das in den letzten Monaten von Ronaldos Anwälten mit dem spanischen Finanzamt und der Staatsanwaltschaft ausgehandelt worden war. Ronaldo gab entsprechend dieser Vereinbarung nun vor den Richtern zu, in den Jahren 2011 bis 2014, in denen er für Real Madrid spielte, insgesamt 5,7 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben.

Der Verurteilte gibt sich gut gelaunt

Im Gegenzug liess das Gericht Milde walten: Es verurteilte Ronaldo zu 23 Monaten Gefängnis auf Bewährung und zu einer Strafzahlung von knapp 18,8 Millionen Euro. Auch dieses Urteil war Teil des Paktes, mit dem ­Ronaldo in dieser Steueraffäre mit einem blauen Auge davonkommt. Entsprechend zeigte sich Portugals berühmtester Fussballer sehr zufrieden, als er schon eine Stunde nach seiner Ankunft das Gerichtsgebäude wieder verlassen konnte.

Strahlend gibt er zum Abschied, schon auf dem Weg zur Limousine, noch ein paar Autogramme. Wie es vor Gericht gelaufen sei? «Alles erledigt», sagt er sichtlich gut gelaunt. Die ­Ronaldo aufgebrummte hohe Strafzahlung kann er mit seinem Spielerjahresgehalt von mehr als 30 Millionen Euro, das er von seinem aktuellen Arbeitgeber ­Juventus Turin kassiert, ohne Probleme verschmerzen. Zumal seine Nebeneinnahmen aus Bildrechten, Werbung und anderen Geschäften seinen Spielerlohn noch weit übersteigen. Beruhigend ist für Ronaldo ebenfalls, dass er die Gefängnisstrafe nicht antreten muss, da er noch keine Vorstrafen hat und den Steuerschaden inzwischen wieder gutmachte. Auch in seiner Zeit bei Real Madrid, wo er von 2009 bis 2018 spielte, klingelte schon die Kasse – Ronaldo, Sohn einer Köchin und eines Gärtners, galt schon damals als einer der bestbezahlten Fussballer der Welt. Nur mit der Steuer nahm es der Dribbelkünstler damals nicht so genau. Seit 2015 sass ihm deswegen die spanische Steuerfahndung im Nacken. Die Ermittler stiessen bei ihren Nachforschungen auf ein Netz von Scheinfirmen im Ausland, über die Ronaldo vor allem seine Einnahmen aus Bildrechten am Fiskus vorbeigeschleust hatte.

Razzia auf der privaten Luxusjacht

Dass ihn das Finanzamt jagte, bekam Ronaldo auch mitten im Sommerurlaub 2017 zu spüren. Damals, an einem heissen Julitag, schipperte er entspannt mit seiner Freundin auf einer Luxusjacht um die Balearischen Inseln. Plötzlich preschte auf der Höhe der Partyinsel Ibiza ein Patrouillenschiff der Finanzpolizei heran, bewaffnete Beamte sprangen an Bord und durchsuchten Ronaldos Boot.

Als schliesslich in Madrid die Anzeige wegen millionenschweren Steuerbetrugs im Briefkasten landete, versuchte sich Ronaldo noch herauszureden: «Ich bin unschuldig», beteuerte er. «Ich habe niemals etwas verborgen, noch habe ich die Absicht gehabt, keine Steuern zu zahlen.» Später, als ihm seine Anwälte klarmachten, dass dieses Strafverfahren seine Fussballkarriere beenden könnte, änderte Ronaldo seine Verteidigungstaktik und zeigte sich reuig. Die Einsichtigkeit zahlte sich umgehend mit einer Aussicht auf mildernde Umstände aus.

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