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Interview

Roger Federer vor den ATP-Finals in London: «Ich bin total motiviert und hungrig»

Vor den ATP-Finals spricht Roger Federer über besondere Erinnerungen und sein erstes Masters vor 17 Jahren.
Marcel Hauck
«Das könnte für mich ein kleiner Vorteil sein», sagt Roger Federer über seine Auftritte in Basel. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus)

«Das könnte für mich ein kleiner Vorteil sein», sagt Roger Federer über seine Auftritte in Basel. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus)

Am Sonntag tritt Roger Federer an den ATP-Finals in London zu seinem Auftaktspiel gegen Dominic Thiem an. Trotz seinen Erfahrungen ist der spezielle Modus auch für den 38-Jährigen eine Herausforderung.

Ihre Zahlen bei den ATP- Finals sind unglaublich: 17. Teilnahme, sechsmal gewonnen, zehn Finals. Es muss für Sie ein reiner Spass sein hier.

Roger Federer: Ja, natürlich. Ich erinnere mich noch gut, wie ich mich zum ersten Mal qualifiziert habe, 2002 in Schanghai. 2001 war ich bereits nahe dran und hatte bis zum Schluss gehofft. Ich war sehr zufrieden, so wie ich es auch heute noch bin. Es ist mir an diesen Turnieren am Jahresende tatsächlich oft gut gelaufen.

Wie haben Sie die Tage seit dem Turniersieg in Basel verbracht?

Ich habe mich erholt, habe das Training gemacht, das ich musste, damit ich nicht komplett absackte. Es ist natürlich schön, wenn man eine Pause hatte, dann fällt alles etwas einfacher im Alltag. Du hast Lust zu trainieren, weil du letzte Woche nicht gespielt hast. Genau so möchte ich mich fühlen vor diesen Weltmeisterschaften. Ich habe ein gutes Gefühl, aber du musst ja auch gleich gut aus den Startblöcken kommen gegen Thiem. Das ist natürlich nicht eine normale erste Runde wie zum Beispiel in Basel oder bei einem Grand Slam. Er hat eine wunderbare Saison gespielt, hat mich zweimal geschlagen, deshalb ist das natürlich die grosse Priorität. Ich finde den Belag angenehm und habe keine Probleme mit dem Körper. Ich bin total motiviert und hungrig und hoffe, dass ich noch ein gutes Turnier in mir drin habe.

Wie speziell ist es, dass Sie schon in der Vorrunde gegen Novak Djokovic spielen werden?

Das hat es ja hier auch schon gegeben und ist insofern nichts mehr Neues. Die Konzentration ist nicht speziell auf Novak. Es ist ein Gruppenspiel; es ist vor allem das, was Anpassung braucht, weil man weiss, dass man verlieren und trotzdem weiterkommen kann. Das gibt es sonst die ganze Saison nie. Vor allem für die Neuen kann dies manchmal ein paar Fragezeichen aufwerfen während der Matches. Kann ich jetzt verlieren oder spielt vielleicht ein Satz noch eine Rolle? Ich bin hier, um hoffentlich jede Partie zu gewinnen, gut zu spielen und alles zu geben. Wenn es reicht, reicht es, und sonst weiss ich, dass ich gegen einen absoluten Topmann verloren habe. Ich freue mich, hier dabei zu sein, denn das ist jedes Jahr eines der Ziele von mir und meiner Mannschaft.

Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Chancen gegen Djokovic in der Halle noch etwas grösser sind als sonst?

Es bleibt auch hier eine komplizierte Sache. Man unterschätzt oft ein wenig, dass es auch für uns eine Umstellung ist, gleich in der ersten Runde gegen einen anderen Topspieler anzutreten, wenn du immer noch auf der Suche nach deinem Timing und deinem Rhythmus bist. Der Druck ist gross. Wenn du Djokovic in der Gruppe hast, fühlt es sich an, als ob du das erste Spiel gegen Thiem fast zwingend gewinnen musst. Aber ich denke dennoch, dass ich mit meinem Spiel und in der Halle gut beginnen kann. Ich fühle mich bereit für die Herausforderung. Zudem haben sie in Bercy die Ballmarke gewechselt, das könnte für mich ein kleiner Vorteil sein, dass ich immer noch das Gefühl mit den Bällen von Basel habe, die die gleichen sind wie hier.»

Roger Federers Gruppengegner

Novak Djokovic – der Topfavorit: Aufgrund der Sorgen um Rafael Nadals Gesundheit geht Djokovic einmal mehr als heissester Titelanwärter in das Turnier. Der Serbe gewann zuletzt das Masters in Paris, verlor nach seiner verletzungsbedingten Aufgabe im Achtelfinal der US Open nur eines von 13 Matches auf der Tour und könnte in London Weltranglistenplatz eins zurückerobern. Gelingt ihm sein sechster Titelgewinn, würde Djokovic, der in diesem Jahr die Australian Open und in Wimbledon gewann, zudem zu Rekordchampion Roger Federer aufschliessen.

Dominic Thiem – der Underdog: Alle reden über das Duell der jungen Generation mit der alten – und vergessen dabei den Österreicher. Der French-Open-Finalist der vergangenen beiden Jahre rangiert mit 26 Jahren irgendwo zwischen den Fronten und fliegt folglich auch im Vorfeld der ATP-Finals ein wenig unter dem Radar. Dabei bewies er mit seinem Heimsieg beim Turnier in Wien zuletzt durchaus ansprechende Form, gewann zudem in dieser Saison erstmals fünf Turniere auf der Tour. Bei seiner bereits vierten Teilnahme in Serie will Thiem erstmals die Gruppenphase überstehen.

Matteo Berrettini – der Aussenseiter: Der 23-Jährige sprang als Letzter auf den Zug nach London auf und steht vor seiner Premiere. Verdient hat er sich die Qualifikation mit einer Leistungssteigerung. Von Weltranglistenrang 54 zu Jahresbeginn hat sich Berrettini inzwischen bis auf Position acht verbessert, dabei unter anderem als erster Italiener seit 42 Jahren den Halbfinal der US Open erreicht. Im Kreis der ganz Grossen ist er dennoch ein krasser Aussenseiter. (sid)

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