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Roger Federer über Besuch von Sohn Lenny: «Die Jungs sind mehr vom Ballsport begeistert als die Mädchen»

Bei seinem Sieg in der dritten Runde der Australian Open bekommt Roger Federer Besuch von einem «Spezialgast», wie er sagt: Sohn Lenny, der im Mai seinen fünften Geburtstag feiert, und nach der Partie die Zuschauer belustigt. Weniger Interesse an Papas Arbeit zeigen die beiden Töchter.
Simon Häring
Roger Federer nach dem Sieg gegen Taylor Fritz in der dritten Runde der Australian Open. Bei diesem Spiel sass Federers Sohn Lenny im Publikum. (Bild: EPA/Ritschie Tongo, Melbourne, 18. Januar 2019)

Roger Federer nach dem Sieg gegen Taylor Fritz in der dritten Runde der Australian Open. Bei diesem Spiel sass Federers Sohn Lenny im Publikum. (Bild: EPA/Ritschie Tongo, Melbourne, 18. Januar 2019)

Roger Federer, Ihr Sohn Lenny sass in der Box, ist er derjenige unter ihren Kindern, der sich am meisten fürs Tennis interessiert?

Roger Federer: Sie sind ja noch sehr jung, darum ist das schwierig zu sagen. Sicher ist: Sie sind mehr vom Ballsport begeistert als die Mädchen. Die interessiert es weniger. Ich wusste ja nicht, dass Lenny kommt, aber es freut mich immer, wenn die Kinder ab und zu kommen, auch wenn es nur für einen Satz ist. Als ich dann hochschaute, war ich überrascht und habe mich gefreut, als ich ihn gesehen habe. Oft spiele ich nachts, dann können die Kinder nicht kommen, weil sie schlafen müssen. Aber Lenny wollte wohl unbedingt bei Mirka sitzen (lacht).

Worin besteht der Unterschied, ob sie am Nachmittag oder nachts spielen?

Manchmal spiele ich ja sehr lange nicht am Tag, auch hier sind die Halbfinals und die Finals immer am Abend. Das Komische ist: Wir trainieren nie abends. Früher in meiner Karriere spielte ich natürlich öfter schon früh. Jetzt muss ich mich jeweils anpassen. In meinem Alter brauche ich extra viel Zeit zum Aufwärmen und muss noch mehr auf die Details achten.

Die Sprinterin Merlene Ottey ist auch mit 58 Jahren aktiv. Wenn Sie das hören, denken Sie sich manchmal: das Beste kommt noch?

Nein (lacht). Die letzten zehn Jahre waren schon grossartig, wahrscheinlich grossartiger als die ersten zehn. Ich denke nicht, dass gehen würde mit meinen vier Kindern, der Karriere, die ich hatte, mit meinem Körper, mit dem ich sicher nicht mehr so lange spielen werde. Aber für den Moment ist alles gut, die Lichter stehen auf Grün. Ich bin ohne Verletzung, geniesse das Tennis. Die Kinder haben auf der Tour eine gute Zeit. Meine Frau ist glücklich. Es gibt absolut keinen Grund, sich zu beschweren. Ich bin einfach nur happy, wo ich in meinem Leben stehe. Die Zahlen von Merlene Ottey sind für mich definitiv unerreichbar.

Was erwarten Sie von ihrem nächsten Gegner, Stefanos Tsitsipas?

Ich geniesse die Herausforderung, gegen diese jungen Spieler anzutreten. Sie haben gegen mich nichts zu verlieren. Ich mag Tsitsipas' Spiel: Er spielt aktiv, offensiv, schlägt gut auf, geht ans Netz und ist ein guter Athlet. Ich bin glücklich, habe ich schon beim Hopman Cup gegen ihn gespielt. Ich hatte den Eindruck, dass es ein Spiel auf hohem Niveau war.

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