Mit 77 Eigenfehlern in die Niederlage: Roger Federer scheidet überraschend am US-Open aus

Roger Federer scheitert im Achtelfinal am US Open in New York gegen John Millman sensationell. Der Baselbieter verliert um 0.51 Uhr Ortszeit nach 3:35 Stunden 6:3, 5:7, 6:7 (7:9), 6:7 (3:7).

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Roger Federer erwischte am US Open in New York einen schwachen Tag und scheitert in den Achtelfinals an John Millman. (Bild: AP Photo/Jason DeCrow)

Roger Federer erwischte am US Open in New York einen schwachen Tag und scheitert in den Achtelfinals an John Millman. (Bild: AP Photo/Jason DeCrow)

(sda) Dank dem 77. einfachen Fehler Federers machte Millman, die Nummer 55 der Weltrangliste, den grössten Erfolg seiner Karriere perfekt. Noch nie ist der 29-Jährige aus Brisbane, der gelegentlich für den TC Zug Interclub spielte, an einem Grand-Slam-Turnier so weit vorgestossen. Mit dem ersten Sieg gegen die Weltnummer 2 sorgte er für eine der grössten Überraschungen der Saison.

Federer erwischte im Arthur-Ashe-Stadion einen rabenschwarzen Abend. 6:3, 5:4 und 40:15 führte der fünffache US-Open-Sieger, ehe ihm die Partie nach eineinhalb Stunden Spielzeit und zwei vergebenen Satzbällen komplett entglitt.

Mit zwei Breaks in Folge schaffte der Aussenseiter den Satzausgleich und bestrafte Federer für die für seine Verhältnisse miserable Aufschlagleistung im zweiten Satz. Es war der Beginn einer Wende, die kaum einer der über 20'000 Zuschauer für möglich gehalten hätte.

Im dritten Durchgang, in dem Federer gleich zu Beginn eine Breakchance vergeben hatte, brachte das Tiebreak die Entscheidung. Erneut stand der Baselbieter beim Stand von 7:6 nur ein Punkt vom Gewinn des Satzes entfernt - doch auch diese Chance nutzte er nicht. Der 37-Jährige wirkte gezeichnet, herrschte doch auch am späten Abend in Flushing Meadows noch eine Luftfeuchtigkeit von gegen 80 Prozent.

Im vierten Satz raffte sich Federer noch einmal auf, lag mit einem Break vorne (4:2), doch das Aufbäumen dauerte nur kurz. Er kassierte das Rebreak und verlor nach einem miserablen Tiebreak die Partie letztlich verdient. «Es war offensichtlich, dass Roger nicht seinen besten Tag erwischte», sagte Millman. «Aber ich habe die Chance gepackt.»

Durch den überraschenden Sieg Millmans, der erstmals in seiner Karriere in einem Grand-Slam-Viertelfinal steht, platzte das erwartete Duell zwischen Federer und Novak Djokovic. Nun fordert der Australier am Mittwoch den Wimbledonsieger heraus.

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Jörg Allmeroth, New York