Rösti-Rivalität

Dem Eishockey-Cup fehlen noch die Geschichten. Umso besser, dass heute um 19.45 Uhr Rapperswil-Jona und Lausanne aufeinandertreffen. Der Achtelfinal zwischen dem NLB- und dem NLA-Club hat es in sich.

Matthias Hafen/Rapperswil
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Schon in der vergangenen Saison trafen die Rapperswiler (Steve Mason, links, gegen Pascal Caminada) im Cup auf Lausanne und verloren im Penaltyschiessen. (Bild: Thomas Oswald (Rapperswil-Jona, 24. November 2015))

Schon in der vergangenen Saison trafen die Rapperswiler (Steve Mason, links, gegen Pascal Caminada) im Cup auf Lausanne und verloren im Penaltyschiessen. (Bild: Thomas Oswald (Rapperswil-Jona, 24. November 2015))

Rapperswil-Jona gegen Lausanne ist so etwas wie das Topspiel der Cup-Achtelfinals. Auch wenn die Mannschaften nicht die Massen bewegen. Und auch wenn der Sieg der oberklassigen Waadtländer wohl nur Formsache ist. Rapperswil gegen Lausanne ist Revanche. Revanche für eine bittere Niederlage der St. Galler.

Vor einem Jahr, anlässlich der zweiten Austragung des Wettbewerbs in der Neuzeit, trafen die beiden Teams im Viertelfinal aufeinander. Es war ein verrücktes Spiel, das die Kontrahenten beidseits des Röstigrabens den 3518 Zuschauern boten. Unter der Leitung des Ostschweizer WM-Schiedsrichters Tobias Wehrli geriet Rapperswil-Jona – nach 21 Jahren NLA wieder in die NLB relegiert – in der Startphase innert sechs Minuten 0:2 in Rückstand. Doch die Mannschaft von Trainer Jeff Tomlinson gab sich nicht auf, glich bis Spielmitte aus. Im Penaltyschiessen hatte sie schliesslich die Möglichkeit nach Lugano in den Achtelfinals den zweiten NLA-Club aus dem Wettbewerb zu werfen. Allerdings ging das Shoot-out an die Waadtländer, die damals überraschend zu den Playoff-Anwärtern der höchsten Liga gehörten.

Nicht für alle eine Revanche

Heute ist Lausanne noch ambitionierter, reist als Tabellendritter nach Rapperswil-Jona. Nur ist das nicht mehr so überraschend. Seit dem Trainerwechsel von Heinz Ehlers zu Dan Ratushny sind die Romands gefestigt wie nie zuvor, buhlen mit Zug und den ZSC Lions um den Leaderthron. Wohl auch deshalb halten sich die Rapperswiler zurück. «In unseren Köpfen herrschen keine Revanche-Gedanken vor», sagt Captain Antonio Rizzello. Können sie auch gar nicht. Denn der NLB-Club vom Zürichsee wechselte auf diese Saison hin das halbe Kader aus. «Viele in unserer Mannschaft haben das Spiel vom Vorjahr gar nicht miterlebt», so Rizzello, der damals den 1:2-Anschlusstreffer der St. Galler vorbereitete und im Penaltyschiessen einen Versuch erfolgreich abschloss. Als Captain eines unterklassigen Teams mag der 31jährige Flügelstürmer den Cup. «Er ist ein spannender Gradmesser, zeigt auf, wo du im Vergleich mit den Nationalliga-A-Clubs stehst.» Für Rapperswil-Jona ist das relevant, planen die St. Galler doch den Wiederaufstieg.

Rapperswiler sind auf jeden Fall Gewinner

Rizzello erwartet heute ein körperbetontes Spiel mit viel Zug aufs Tor. «Die Lausanner werden sicher so aus der Garderobe kommen – und wir werden dagegenhalten.» Rapperswils Captain weiss, dass seine Mannschaft einen schweren Stand haben wird. «Aber egal, wie die Begegnung ausgehen wird: Wir können nur gewinnen, wenn nicht das Spiel, dann auf jeden Fall an Erfahrung.» Hauptsache, das Publikum erlebe einen richtigen Cup-Fight, so Rizzello.