RINGEN: Kriessner in Feierlaune

Die Ringerstaffel feierte gestern mit ihrem Freundeskreis, den Helfern und Sponsoren den zehnten Meistertitel. Von A wie Anfang bis Z wie zehnter Titel stimmte einfach alles.

Mäx Hasler
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Die Ringer mit Meistertrainer Hugo Dietsche liessen sich gestern nochmals feiern. (Bild: Mäx Hasler)

Die Ringer mit Meistertrainer Hugo Dietsche liessen sich gestern nochmals feiern. (Bild: Mäx Hasler)

Mäx Hasler

Die Mehrzweckhalle in Kriessern ist sich in Sachen Feierlichkeiten einiges gewohnt. Fast jedes Jahr wird ein Schweizer Meister gefeiert. 2016 sogar drei, zwei davon vom STV Kriessern. Was jedoch gestern Freitag ablief, ist letztmals vor fünf Jahren vorgekommen. Man schrieb nämlich das Jahr 2011, als die Ringerstaffel Kriessern das letzte Mal Schweizer Meister war. In den letzten fünf Jahren wurde dann penibel auf den zehnten Titel hin gearbeitet.

Seit mehr als 50 Jahren eine Erfolgsgeschichte

Ältere Ringerfans erinnern sich. Man schrieb das Jahr 1961, als in Kriessern der erste Ringkampf stattfand. Damals wurde noch unter dem Namen KTV Kriessern gerungen. Erste Schweizer Meister im Einzel konnten 1967 gefeiert werden. 1982 wurde die Ringerstaffel Kriessern gegründet unter dem Präsidium von Beat Langenegger. Die erste Meisterschaft konnte mit dem zweiten Schlussrang erfolgreich abgeschlossen werden. Im kleinen Dorf am Rhein war man damit nicht zufrieden. Man wollte mehr. In der Folge holte die RS Kriessern mit Trainer Sepp Gisler acht Meistertitel hintereinander. Schon damals mit dabei war der jetzige Meistertrainer Hugo Dietsche. Trainer Gisler erinnert sich: «Damals lief es uns optimal. Den ersten Meistertitel und für mich der schönste werde ich nie vergessen: Wir reisten eigentlich chancenlos nach Martigny und holten den Titel buchstäblich aus der Höhle des Löwen.»

Langer Anlauf bis die Zehn voll war

Dann war es 25 Jahre ruhig um die Ringerstaffel. Zwar rang man sich regelmässig aufs Podest und wurde unter anderem zehnmal Vierter. Auf das oberste Treppchen reichte es aber nicht mehr. Nach einem langen Anlauf wurde die RS Kriessern unter Trainer Paul Lubsky und dem Technischen Leiter Hugo Dietsche dann 2011 zum neunten Mal Schweizer Meister. Dann wurde es wieder still um den Verein. Aber hinter den Kulissen wurde akribisch für den zehnten Titel gearbeitet. Dieser wurde unter Macher Präsident Paul Dietsche, dem Technischen Leiter Roger Worny und Trainer Hugo Dietsche dann auch Tatsache. Bei diesen zehn Titeln soll es aber nicht bleiben. Dies war aus den Reden der Gratulanten gut herauszuhören. Für Paul Dietsche könnte das der Anfang von wiederum einer neuen Serie gewesen sein. «Nach zwei dritten und zwei zweiten Plätzen in den letzten vier Jahren war der Titel, den wir unbedingt wollten, eigentlich fällig. Ich hoffe und wünsche mir, dass das die Zündung war für einige weitere gute Jahre der Ringerstaffel. Wir sind zwar ein hohes Risiko eingegangen, aber die Entwicklung der Mannschaft in den letzten Jahren war sensationell. Das ist auch ein Verdienst des Trainers.»

Hugo Dietsche dazu: «Nachdem wir in den letzten fünf Jahren immer den Halbfinal erreicht haben, hatten wir endlich auch das nötige Quäntchen Glück. Dies ist aber auch der Lohn von jahrlanger, harter Arbeit. Erstes Ziel ist natürlich die Titelverteidigung mit möglichst vielen eigenen Leuten. Diese liegt auch im Bereich des Möglichen, denn wir haben guten Nachwuchs.» Die Ringerstaffel Kriessern ist übrigens der einzige Verein, der noch nie aus der Nationalliga A abgestiegen ist.

«Spitze zu sein, ist uns zu wenig»

Auch Ortsgemeindepräsident Markus Lüchinger, der nicht mit leeren Händen gekommen war, hat in etwa den gleichen Wunsch. «Solche Höchstleistungen funktionieren nur, wenn auch viele Leute im Hintergrund arbeiten. Alles muss stimmen. Ich möchte es meinem Nachfolger gönnen wenn er in einem Jahr auch da stehen würde, wo ich jetzt stehe», sagte der scheidende Ortsvorsitzende unter anderem.

Gründungspräsident Beat Langenegger liess die vergangenen 50 Jahre der Staffel humorvoll Revue passieren. Für Lan­genegger ist der Name Kriessern einzigartig. Aber nicht nur die Ortsbezeichnung, sondern auch alle Vereine, vom Musikverein über den STV und die Ringerstaffel bis zum Frauenverein. Lan­genegger fast philosophisch: «Mittelmass ist nichts. Spitze zu sein ist uns zu wenig. Wir wollen mehr: Um auf längere Zeit erfolgreich zu sein, muss die Staffel neue Wege gehen und Visionen haben. Schön wäre, wenn wir in absehbarer Zukunft auch wieder mal olympisches Metall in Kriessern feiern könnten.»

Das Ringerlied begleitete er mit der Handorgel. Den Abschluss machte Gemeindepräsident Rolf Huber, der noch die Gratulation der Behörden überbrachte. Mit dem Musikverein unter der Leitung von Norbert Frei mit dem Stück «Böhmischer Traum», das für ein paar Minuten treffend Kriessner Traum geheissen hat, klang der Anlass aus.

Weitere Bilder: www.rheintaler.ch unter Bilderstrecken: RSK-Meisterfeier 2016