Rennen in Leserichtung

Weshalb wird auf der Leichtathletikbahn gegen den Uhrzeigersinn gerannt?

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Weshalb wird auf der Leichtathletikbahn gegen den Uhrzeigersinn gerannt?

Die Antwort ist ganz einfach. Die Athleten rennen links herum, weil es unter Punkt 163.1 im Reglement des internationalen Leichtathletikverbands so vorgegeben ist – seit 1913 schon. Wie es zu dieser Regel kam, ist hingegen unklar. Ebenso schleierhaft ist, weshalb Eisschnellläufer oder Bahn-Radfahrer es ihnen gleichtun. Nur Formel-1-Fahrer tanzen aus der Reihe – zumindest auf den meisten Strecken der Welt.

Am Anfang des Linkslaufens stünden Pferderennen in England, heisst eine Erklärung. Als es noch keine Rennbahnen gab, wurden Wettkämpfe auf belebten Landstrassen ausgetragen. Und da in England schon im 18. Jahrhundert für Reiter und Kutschen Linksverkehr galt, wäre man auf einer rechtsdrehenden Runde dem Gegenverkehr beim Kurvenschneiden in die Quere gekommen. So soll sich das Linksdrehen auf andere Sportarten übertragen haben.

Eine abenteuerlichere Erklärung besagt, es sei das links liegende Herz, das den Menschen eher zur Linkskurve tendieren lasse. Oder der stärkere rechte Arm, der in der Linkskurve mehr Schwung beisteuern könne. Oder: Die Zuschauer bevorzugten es, den Sportlern von links nach rechts zu folgen, da sie es schliesslich vom Lesen so gewohnt seien.

Viel Spass kommende Woche in Peking an der Leichtathletik-WM. Chinesisch wird traditionell von oben nach unten gelesen. (rst)

Weshalb tun die das? Die Welt des Sports steckt voller kleiner Rätsel. Einigen zentralen und weniger zentralen Fragen aus der Welt der Profis geht die Sportredaktion in dieser Rubrik nach.