Remo Käser brachte die ersten Chüngel seinen Schwestern

Der noch nicht 20-jährige Alchenstorfer holte drei Kränze innerhalb von acht Tagen, darunter einen Festsieg. Die Karriere des Schwingers begann in früher Kindheit.

Armin Leuenberger
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Remo Käser (r.) gewann gestern im vierten Gang des Oberaargauischen Schwingfestes gegen Matthias Zimmermann.

Remo Käser (r.) gewann gestern im vierten Gang des Oberaargauischen Schwingfestes gegen Matthias Zimmermann.

KEYSTONE

Am dritten Kranzfest innerhalb von nur zehn Tagen gewann der Alchenstorfer Remo Käser am Oberaargauischen Schwingfest in Hindelbank seinen dritten Kranz in Folge. Der Modellathlet mit den Massen 189 Zentimeter und 105 Kilogramm ist nach seinem guten Saisonstart im Hinblick auf das «Eidgenössische» von Mitte August in Estavayer-le-Lac zum engeren Kreis der Kranzanwärter zu zählen.

Es war an einem schönen Frühlingssonntag, als in der alten Markthalle von Langenthal über 200 Buben zum traditionellen Jungsschwingertag antraten. Einer unter ihnen wäre in der Kategorie der Jüngsten, der Jahrgänge 1993 bis 1995, aufgrund seines Jahrgangs 1996 noch gar nicht startberechtigt gewesen.

Es war Remo Käser, Sohn des Schwingerkönigs von Stans 1989, Adrian Käser aus Alchenstorf. Nach fünf Niederlagen in Folge legte der noch nicht Fünfjährige seinen um zwei Jahre älteren Gegner, den Emmentaler Matthias Siegrist, ins Sägemehl. Wegen seines berühmten Vaters, der die Funktion eines Betreuers übernahm, stand der kleine Blondschopf, der von Mutter Lisi als gute Seele betreut wurde, schon damals im Mittelpunkt des Geschehens in der «Märithalle».

Insgesamt rund 120 Zweige

Ein Jahr nach diesem «Frühstart» bekam der kleine Remo so richtig Freude an der Schwingerei. Als Bub nahm er während seiner Schul- und Jugendzeit so oft wie möglich an Bubenschwinget teil. Dabei war er äusserst erfolgreich. So hatte er 2003 seinen ersten Zweig erkämpft. Insgesamt brachte er es auf rund 120 Zweige, und dabei hatte er rund 50-mal das Sägemehl als Sieger verlassen.

In den ersten Jahren sah er es bei den Preisverteilungen jeweils auf lebende Tiere ab. «Meist waren es Kaninchen, welche ich dann meinen beiden Schwestern Rahel und Sina mit nach Hause brachte.» An seinen ersten Erfolg erinnert sich Remo Käser immer noch sehr gut. «Das war 2004, als ich in Wimmis meinen ersten Jungschwingertag gewinnen konnte und dabei als Siegerpreis eine prächtige Ziege gewonnen habe.» Ein Highlight war aber auch sein Sieg am Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag 2012 in Entlebuch, als er noch keine 17 Jahre alt war.

In seiner noch jungen Laufbahn als Aktivschwinger sind Remo Käser die beiden Erfolge über den Schwingerkönig von 2010, Kilian Wenger, am «Mittelländischen» in Richigen sowie auf der Engstligenalp in besonderer Erinnerung. Seinen ersten Kranz konnte sich Käser junior vor vier Jahren am Emmentalischen Schwingfest in Bigenthal vor vier Jahren aufsetzen lassen. Da stand er sogar noch im Jungschwingeralter.

Stets volle Unterstützung

Der trainingsfleissige Käser, der stets auf den Rückhalt durch seine Familie zählen kann, geniesst auch grosse Unterstützung durch seinen Arbeitgeber, die Aeschlimann Dach- und Spenglertechnik in Burgdorf. Hier hat er vor Jahresfrist seine Spenglerlehre erfolgreich abgeschlossen und sich in der Zwischenzeit auf dem Gebiet Flachdachbearbeitung weitergebildet.

Im Hinblick auf das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest vom kommenden August in Estavayer-le-Lac hat er auch sein Training intensiviert. Neben den vorgegebenen gemeinsamen Trainings durch den Kantonalverband kommen pro Woche verschiedene Trainingseinheiten daheim und im Schwingklub Kirchberg, welche rund 13 Stunden in Anspruch nehmen, dazu.

Für den am 19. Dezember 20 Jahre alt werdenden Käser bleibt im Sommer neben dem Schwingen kaum Zeit für Hobbys. Im Winter spielt er aber leidenschaftlich gern Eishockey mit Kollegen oder geht Skifahren. Im Schwingen hat er sich bis heute noch nie ernsthaft verletzt. Eine gebrochene Zehe und ein gebrochener Finger rührten beide vom Eishockeyspielen her.

Am gestrigen Oberaargauischen Schwingfest in Hindelbank bestätigte Remo Käser seinen derzeitigen guten Formstand im Hinblick auf das «Eidgenössische». Innerhalb von acht Tagen liess er sich den dritten Kranz in Folge aufsetzen. Dem zweiten Rang beim Baselstädtischen Schwingfest am Auffahrtstag folgte am letzten Sonntag der Sieg beim mittelländischen Gaufest in Oberbalm und nun gestern ein dritter Platz in Hindelbank hinter Schwingerkönig Matthias Sempach und dem Berner Oberländer Simon Anderegg.