RELEGATION: Barrage-Diskussion entflammt erneut

Vor dem heutigen Spiel des FC Wil bei Rapperswil-Jona ist der Modus wieder im Gespräch. Die Challenge-League-Präsidenten wollen eine neue Barrage-Abstimmung.

Simon Dudle
Drucken
Teilen

Erst im vergangenen November hatten die 20 Präsidenten der Swiss Football League darüber befunden, ob die Barrage zwischen dem Zweitletzten der Super League und dem Zweiten der Challenge League wieder eingeführt wird. Bei einem Stimmenverhältnis von 10:10 wurde dies deutlich verworfen, für eine Modusänderung wäre eine Zweidrittelmehrheit nötig gewesen. Es wurde verdeckt abgestimmt. Trotzdem scheint klar, dass sich vorab die Präsidenten der Super League gegen die Barrage gewehrt haben – aus Angst um die Existenz des eigenen Vereins im Fall eines Abstiegs. Bereits an der nächsten Generalversammlung Ende Mai wird nochmals darüber abgestimmt. Denn die Challenge-League-Verantwortlichen werden diesbezüglich einen Antrag einbringen. Auch FC-Wil-Präsident Maurice Weber spricht sich für die Barrage aus. Er sagt: «Wenn ein Super-League-Club eine schlechte Saison spielt und absteigt, wäre eine Rückkehr ins Oberhaus danach einfacher. ­Zudem muss das Ziel sein, möglichst viel Spannung in der Challenge League zu haben. Wenn man diese wegnimmt, ist es schwieriger, Spieler an die höchste Spielklasse heranzuführen.» Weber geht noch einen Schritt weiter und kann sich auch eine Abstiegsrelegation zur Promotion League vorstellen. Abgestimmt werden soll Ende Mai aber «nur» über die Wiedereinführung einer Aufstiegs-Barrage.

Vier Super-League-Präsidenten sind von der Modusänderung zu überzeugen. Kommt der Antrag durch, könnte die Barrage schon ab der Saison 2018/2019 wieder eingeführt werden.

Für fast alle Teams wäre es noch spannend

Die aktuelle Situation in der Challenge League beweist, wie wichtig eine Barrage wäre. Da Leader Xamax entrückt ist und Wohlen Ende Saison freiwillig absteigt, ist die Spannung schon seit geraumer Zeit fast gänzlich weg. Gäbe es gegen oben und unten Relegationsspiele, hätte kein Team der Liga mehr als neun Punkte Abstand zu einer Bar­rage – Xamax ausgenommen.

Losgelöst von der Modus­diskussion trägt der FC Wil heute um 19 Uhr das Nachtragsspiel bei Rapperswil-Jona aus, welches Anfang März wegen unbespielbaren Terrains verschoben werden musste. Beide Teams sind in den vergangenen sieben Partien nur von Xamax besiegt worden.

Simon Dudle