Rekord bei Ruderregatten

Die Ruderregatten der Internationalen Bodenseewoche haben 2016 so viele Teilnehmer wie nie zuvor. Der Event findet noch bis am Sonntag statt.

Claudia Löwe
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RUDERN. Bei der Internationalen Bodenseewoche, die dieses Wochenende in Konstanz und Kreuzlingen stattfindet, nehmen zwölf Gig-Vierer und 14 Achter teil. Das ist Melderekord seit Wiederbelebung der Wassersport-Veranstaltung im Jahr 2009. Heute um 22 Uhr startet die Vierer-Regatta «Imperiasprint» vor dem Konstanzer Stadtgarten. Zwölf Vierer aus Deutschland und der Schweiz nehmen daran teil. Höhepunkt für Zuschauer und Sportler ist der Zieleinlauf im Konstanzer Altstadthafen, wenn die beleuchteten Boote an der Imperia – dem Wahrzeichen von Konstanz – ins Ziel gleiten.

14 Boote der Königsklasse

Melderekord verzeichnen auch die Wettkämpfe der Achter mit Steuermann. 14 Boote der Königsklasse der Ruderer haben sich für die grenzüberschreitenden Wettfahrten gemeldet. Ab morgen um 17 Uhr kann beim Ruderclub Kreuzlingen (RCK) an der Promenadenstrasse 50 das Einwassern der Boote mitverfolgt werden. Am Kreuzlinger Hafen spielt die Alphornbläsergruppe Alphorn Egnach zum Auftakt. Um 19 Uhr starten die olympischen Boote beim «Kreuzlinger Prolog» aus dem Kursschiffhafen heraus zu einem 300-Meter-Sprint. Für die Siegermannschaft hat die Stadt Kreuzlingen ein Preisgeld von 500 Franken ausgelobt.

Massenstart vor dem Sealife

Das Langstreckenrennen «3 Miles of Constance» beginnt um 20 Uhr mit einem Massenstart vor dem Sealife Konstanz. Die 5,4 Kilometer lange Rennstrecke führt zunächst dem Schweizer Ufer bis zum Ruderclub Kreuzlingen (Fischerhus) entlang. Nach einer 90-Grad-Wende wird der See gequert in Richtung deutsches Seeufer (Schmieder Kliniken). Nach einer weiteren 90-Grad-Wende fahren die Achter unter Land am Yachtclub Konstanz vorbei. Sie passieren in einer weiten Kurve den Frauenpfahl und überfahren in einem Schlussspurt die Ziellinie im Konstanzer Hafen. Nach der Siegerehrung steht ab etwa 22.30 Uhr in der IBW-Lounge auf der Mittelmole im Konstanzer Hafen DJ Toto am Plattenteller. Sportler und Besucher sind zu der Feier eingeladen.

Viele der Rudermannschaften kommen vom Bodensee, andere nehmen eine lange Anreise von Bern oder Limburg (D) für die Wettkämpfe auf sich. Unter den knapp 200 Amateuren sind international erfahrene Ruderer (Nationalteam, Weltcup-Ruderer sowie Olympia) dabei. Die Teams trainieren durchschnittlich vier bis fünfmal in der Woche, um das hohe Leistungsniveau zu erreichen. Bei allen Rennen gehen die Mannschaften an ihre Leistungsgrenze.

17 Meter, 96 Kilogramm

Die Rennboote mit einer Länge von rund 17 Metern und einem Gewicht von 96 Kilogramm sind seit 1900 (Männer) beziehungsweise 1976 (Frauen) olympische Klasse. Die Boote beschleunigen von 0 auf 25 Kilometer pro Stunde in 2 bis 3 Sekunden, die Renngeschwindigkeit beträgt rund 20 Kilometer pro Stunde, was eine Schlagfrequenz von 30 bis 38 Ruderschlägen pro Minute bedeutet. Die Boote werden in Handarbeit gefertigt. Früher aus Holz, heute aus Kevlar, Carbon, Glasfaser, Sandwichplatten und Epoxid-getränkten Papierwaben. Seit der ersten Bodenseewoche 1909 nehmen Rudermannschaften an der Veranstaltung teil. Dieses Jahr, bei der achten Ausgabe seit der Wiederbelebung der Bodenseewoche, geht das bislang grösste Feld der schnellen Achter an den Start.