REITEN: Italien verhindert Schweizer Sieg

Eine Woche nach dem Triumph in Rom doppelt Italien auch im Nationenpreis am CSIO St. Gallen nach. Die Squadra Azzurra gewinnt den 90. Team-Event in der Schweiz erstmals seit 58 Jahren.

Peter Wyrsch
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Steve Guerdat bleibt auf Bianca am Nationenpreis in St. Gallen zweimal ohne Abwurf. (Bild: Urs Bucher)

Steve Guerdat bleibt auf Bianca am Nationenpreis in St. Gallen zweimal ohne Abwurf. (Bild: Urs Bucher)

Peter Wyrsch

Es hat nicht sollen sein. Die Schweiz muss weiter auf den ersten Nationenpreissieg in St. Gallen seit 1996 warten. Zum fünften Mal in den letzten sieben Jahren beendete eine Schweizer Springreit-Equipe den beliebten und spannenden Mannschaftswettbewerb im eigenen Land auf dem undankbaren zweiten Platz. Neun Punkte für Italien, zwölf für die Schweiz und dreizehn der im zweiten Umgang mächtig aufkommenden Deutschen standen letztlich zu Buche.

«Wir sind etwas frustriert, dass es nicht zum Sieg reichte», meinte der Schweizer Equipenchef Andy Kistler. Überragend im Schweizer Team war Steve Guerdat. Der seit einigen Monaten in Elgg ansässige Jurassier drehte wie eine Woche zuvor in Rom mit seiner Stute Bianca zwei fehlerfreie Runden. «Bianca wird immer besser. Letztes Jahr hat es mit ihrem Nationenpreis-Début nicht geklappt. Jetzt ist sie reifer, und es hat geklappt.»

Estermann liefert Streichergebnis

Je eine fehlerfreie Runde steuerten auch Schweizer Meister Martin Fuchs auf Clooney und der Weltcup-Zweite Romain Duguet mit Twentytwo des Biches im selektiven Parcours von Gérard Lachat bei. Nur Paul Estermann enttäuschte. Der Luzerner lieferte mit Lord Pepsi zweimal das Streichergebnis. «Das Gefühl war besser als mein Resultat», resümierte der Luzerner. «Vor allem ärgert mich, dass ich in der ersten Runde zu schnell in die Dreierkombination einritt und prompt am Aussprung scheiterte.» Dennoch darf mit dem Paar für die EM Ende August gerechnet werden. Denn Mitte Mai in La Baule zeigten sich Estermann und Lord Pepsi mit zwei Nullern von der guten Seite. Auch der in Wängi domizilierte Martin Fuchs war nach seiner Disqualifikation im Vorjahr nicht überglücklich: «Wir traten an, um in St. Gallen endlich wieder einmal zu gewinnen. Von der Rittigkeit war meine erste Runde nicht so perfekt. Der Abwurf im zweiten Umgang an der TV-Planke ärgert mich.» Der Distanzfehler kostete der Schweiz den ersehnten Triumph. Im zweiten Umgang überflügelte Italien dank Blankopassagen von Luca Marziani, Paulo Paini und Team-Leader Lorenzo de Luca die Schweiz, die schon nach der ersten Runde Rang zwei eingenommen hatte. Bei Halbzeit führten die Team-Olympiasieger von Frankreich überlegen mit null Punkten, ehe die Equipe von Philippe Guerdat in der Reprise einbrach und noch auf den sechsten Schlussrang abrutschte. Italiens Triumph, den die Squadra lachend und singend im Medienzentrum zelebrierte, ist umso erstaunlicher, da das Team von Roberto Arioldi mit einer anderen Mannschaft als in Rom antrat. Einzig De Luca war in Rom dabei, aber mit einem anderen Pferd.

Im Kleinen Jagdspringen gestern Morgen brach immerhin Philipp Züger den Bann. Der bald 30-jährige Schwyzer sorgte mit seinem Schimmel-Hengst Castus für den ersehnten ersten einheimischen Erfolg.