Reife Leistung ohne Damon

Der NLB-Club Thurgau gewinnt auswärts gegen Visp 4:3, obwohl er auf seinen amerikanischen Stürmer Derek Damon verzichten muss. Die Linie mit dem Kanadier Evan McGrath sowie Eric Arnold und Adrian Brunner spielt gross auf.

Matthias Hafen/Visp
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Toms Andersons und Evan McGrath jubeln über das 4:3 gegen Visp. (Bild: Mario Gaccioli)

Toms Andersons und Evan McGrath jubeln über das 4:3 gegen Visp. (Bild: Mario Gaccioli)

EISHOCKEY. Es gibt nicht viele Abende, an denen der EHC Visp zu Hause besiegt werden kann. Und wenn, dann braucht es immer einen Sondereffort der Gastmannschaft. Dieser ist Hockey Thurgau am Samstagabend in der Litterna-Halle gelungen. Die Ostschweizer gewannen das zweite Spiel der neuen Saison dank einer beeindruckenden Mannschaftsleistung 4:3. Sie korrigierten damit den Fehlstart gegen La Chaux-de-Fonds, bei dem es tags zuvor noch eine 2:5-Niederlage abgesetzt hatte.

Christian Weber war begeistert vom Auftritt seines Teams. «Vor allem die zweite Hälfte hat mir sehr gut gefallen», sagte der Trainer, der sich nicht erinnern konnte, mit Thurgau jemals in Visp gewonnen zu haben. In den letzten 35 Minuten hätten seine Spieler äusserst diszipliniert den Plan umgesetzt, mit dem Thurgau ins Wallis gereist war. Dieser Plan sah vor, Visp so wenig wie möglich ins Spiel kommen zu lassen. Und tatsächlich verlor das favorisierte Heimteam je länger die Partie dauerte desto mehr den Faden. Möglich wurde dies, weil Thurgaus Trainer Weber konsequent auf vier Linien setzte, während sein Gegenüber Kim Collins sein Glück oft mit nur drei Linien suchte. Zwar egalisierten die Walliser das Skore nach dem zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand mit einem Treffer nach nur 21 Sekunden im letzten Drittel. Doch Thurgau behielt die Oberhand.

«Wir müssen nicht zaubern»

Die Gäste agierten in Visp nicht spektakulär, nahmen aber die Mannschaft, die tags zuvor gegen die GCK Lions noch überzeugend 6:1 gewonnen hatte, gekonnt aus dem Spiel. «Wir müssen hier nicht zaubern», sagte Headcoach Weber nach dem 4:3-Auswärtssieg. Dennoch bot seine Mannschaft einige Höhepunkte. Die Verpflichtung von Adrian Brunner scheint sich auszubezahlen. Mit ihm hat Thurgau einen flinken Flügelstürmer, der immer wieder mit schnellen Kontern lanciert wurde. Und es überraschte nicht, dass die Sturmlinie mit Brunner, Eric Arnold und Center Evan McGrath an allen vier Treffern von Hockey Thurgau beteiligt war. Hier haben sich drei gefunden auf dem Eis. Alleine, wie sie sich jeweils durch die gegnerische Verteidigung kombiniert hatten, war das Eintrittsgeld wert.

Arnold ausgezeichnet

Arnold konnte sich am Ende als bester Spieler feiern lassen. Auch, weil der Neuzuzug von Ligakonkurrent Langenthal nebst dem 3:1 in der 47. Minute auch den entscheidenden Treffer zum 4:3 erzielte hatte. Brunner und Verteidiger Michael Roos – nach herrlicher Vorarbeit von Brunner – waren die weiteren Torschützen der Thurgauer.

Der 4:3-Sieg in Visp ist auch deshalb besonders hoch zu werten, weil Thurgau für diese Partie nur mit einem ausländischen Stürmer angetreten war. Derek Damon blieb zu Hause, nachdem er sich tags zuvor in der Partie gegen La Chaux-de-Fonds verletzt hatte. Wie schwerwiegend die Blessur ist, sollen Untersuchungen Anfang dieser Woche zutage bringen.