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Zwei Brüder aus Ebikon dominieren die Judo-Konkurrenz

Adam (18) und Magomed Batsiev (14) haben an den Schweizer Meisterschaften in St. Gallen mit drei Goldmedaillen im grossen Stil abgeräumt. Doch die beiden Brüder aus Ebikon haben in ihrer Karriere noch viel mehr vor.
Stephan Santschi
Magomed (links) und sein älterer Bruder Adam Batsiev in ihrer Wohnstube. Beide wollen dereinst Olympiasieger werden. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 23. November 2018)

Magomed (links) und sein älterer Bruder Adam Batsiev in ihrer Wohnstube. Beide wollen dereinst Olympiasieger werden. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 23. November 2018)

Landet der Gegner flach auf dem Rücken, ist der Kampf vorbei. Und nicht nur das: Der Sieger gewinnt gleich auch noch mit der Höchstwertung, weil diese Technik als Ippon, also als ganzer Punkt gewertet, wird. Auf diese Weise gelangten sowohl Adam als auch Magomed Batsiev an den Schweizer Meisterschaften in St. Gallen zu ihren Goldmedaillen. Adam, 18-jährig und der ältere der beiden Ebikoner, kam bei den bis 66 Kilo schweren Athleten sogar zu einem Doppelsieg. Während er die U21-Kategorie nach 2016 bereits zum zweiten Mal gewann, war der Erfolg bei der Elite eine Premiere. «Darauf bin ich schon stolz», sagt der junge Mann, nachdem er Finalgegner Simon Heid aus Weinfelden gebodigt hatte. «Die Konkurrenz war in meiner Gewichtsklasse wohl die stärkste überhaupt. Ich war der Jüngste, auf dem Podest standen sonst nur Erwachsene. Es ist für mich alles aufgegangen.» Speziell: Ihm wurde auch noch der Technikerpreis verliehen, «damit werden besonders schöne Würfe ausgezeichnet».

Der bald 15-jährige Magomed klassierte sich derweil zum ersten Mal an nationalen Titelkämpfen ganz zuoberst in der Tabelle. In der U18-Kategorie bis 45 Kilo besiegte er im Final Caeden Springer aus Wetzikon. «Ich war der Favorit. Nun kann ich mich ein Jahr lang Schweizer Meister nennen. Das ist natürlich schön», kommentiert er seinen bisher grössten Triumph.

Nichts weniger als Olympiasiege sollen es werden

Adam und Magomed Batsiev. Die Brüder aus Ebikon begannen schon als Kinder mit dem Judo. Inspiriert worden sind sie von ihrem Vater Elbrus, der in seiner ursprünglichen Heimat in Tschetschenien ein starker Judoka gewesen war. Adam spielte zunächst noch Fussball, konzentrierte sich aber bald auf Judo. Und Magomed versuchte sich parallel eine Zeit lang im Ringen, wo er im Nachwuchs auf Anhieb zwei Schweizer Meistertitel gewann. «Judo gefällt mir besser. Es geht mehr um Technik und nicht so sehr um Kraft wie im Ringen», erklärt Magomed und fügt mit einem Schmunzeln an: «Zudem gefallen mir die Kleider im Ringen nicht so gut.»

Gefördert worden sind sie während Jahren im erfolgreichsten Zentralschweizer Judoverein, dem Fuji-San in Baar (siehe Kasten rechts oben). Ihr Trainer dort war Laszlo Gombar. Die Entwicklung seiner ehemaligen Schützlinge freut ihn: «Adam hat im Kopf Fortschritte gemacht, er tritt sehr ruhig auf, damit hat er mich überrascht. Magomed ist vielleicht sogar noch ein wenig talentierter als sein Bruder. Beide können noch mehr erreichen.» Mittlerweile sind sie im Schweizer Nationalkader, Adam in der U21, Magomed auf U18-Stufe. Zweifel, dass es in ihren Karrieren ganz nach oben gehen soll, lassen sie keine offen: «Ich will Olympiasieger werden», sagen beide selbstbewusst. Ihr Vater unterstützt sie in ihren Plänen, auch er hält fest: «Die Konkurrenz ist zwar gross, auf der Welt gibt es wohl kein Land, das nicht Judo betreibt. Doch man sollte sich immer das höchstmögliche Ziel setzen.»

Familie flieht vor dem Krieg aus Tschetschenien

Für seine beiden Söhne ist er dabei das grösste Vorbild. Das hat weniger mit seiner Vorgeschichte als Judoka, sondern vielmehr mit dramatischen Familienumständen zu tun. Während des zweiten Tschetschenienkriegs sind die Batsievs im Jahr 2001 in die Schweiz geflohen. «Für uns war die Situation lebensgefährlich geworden», erzählt Elbrus. Gemeinsam mit seiner Frau Ovlaz und dem damals neun Monate alten Adam fanden sie via Kreuzlingen nach Luzern. Elbrus studierte Geschichte und arbeitet heute für das Sozialamt im Kanton Zug. «Wir sind der Schweiz sehr dankbar. Es geht mir nicht darum, zu schleimen, wenn ich sage: Für uns ist es hier tipptopp gelaufen», sagt Elbrus Batsiev und er betont: «Wenn meine Söhne die Schweiz im Ausland vertreten und dort etwas erreichen, würde mich das sehr freuen.»

Den eigenen Weg verfolgen, auch wenn sich einem mitunter grosse Hindernisse in den Weg stellen – dieser Maxime folgen Adam und Magomed im Judo. Mittlerweile trainieren sie vor allem im Leistungszentrum in Brugg und rüsten sich für höhere Aufgaben. «Nächstes Jahr möchte ich an der EM und im Europacup Medaillen gewinnen. Und ich strebe nach dem schwarzen Gürtel», sagt der 18-jährige Adam. «Ich möchte mich erstmals für einen Europacup qualifizieren», sagt sein drei Jahre jüngerer Bruder. Gut möglich, dass künftig noch viele Gegner der Batsievs wieder flach auf dem Rücken landen.

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