Youngster bei den Altdorfer Handballern sorgen für Hoffnungen

Nach dem Meisterschaftsabbruch sind beim KTV Altdorf die Vorbereitungen auf die nächste Saison angelaufen.

Urs Hanhart
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Der Altdorfer Luca Aschwanden (am Ball) ist einer der Jungen, der Akzente setzen konnte.

Der Altdorfer Luca Aschwanden (am Ball) ist einer der Jungen, der Akzente setzen konnte. 

Urs Hanhart / Urner Zeitung

Der Zentralvorstand des Schweizerischen Handballverbands (SHV) hat auf Antrag der eingesetzten Taskforce vor wenigen Tagen entschieden, dass die am 13. März abgebrochene Meisterschaft 2019/20 nicht gewertet wird. Entsprechend gibt es im laufenden Kalenderjahr keine Meister, keine Aufsteiger und keine sportlichen Absteiger. Dies gilt logischerweise für sämtlichen nationalen Ligen. Der im letzten Jahr von der Nationalliga B in die 1. Liga abgestiegene HC KTV Altdorf war beim Abbruch der Meisterschaft in der Abstiegsrunde engagiert und dort auf sehr gutem Weg, den Ligaerhalt sicherzustellen. Ausstehend waren nur noch vier Spielrunden und die Urner führten die Tabelle der dritten Gruppe an.

«Für uns hat der definitive Saisonabbruch finanzielle Auswirkungen, weil wir die restlichen Heimspiele nun nicht mehr austragen können. Zudem haben wir keine Möglichkeit mehr, für unsere Sponsoren Werbung zu machen. Aber wir versuchen nun, via Social Media für einen Ausgleich zu sorgen, indem wir sie auf diesem Weg unterstützen und etwas zurückgeben», erklärt Vereinspräsident Dave Bär. Weiter fügt er noch an: «Auf der sportlichen Ebene ist es jetzt leider nicht mehr möglich, unseren jungen Spielern weitere Einsatzmöglichkeiten zu bieten. Sie hätten in den verbleibenden Partien wertvolle Erfahrungen sammeln können.» Sämtliche Mannschafts- und Hallentrainings, aber auch Einheiten im Fitnesscenter sind aufgrund der Corona-Krise schon vor geraumer Zeit eingestellt worden. Die Spieler sind aber angehalten, sich individuell fit zu halten. Mit dem Abschneiden des Fanionteams in der vorzeitig zu Ende gegangenen Saison kann Bär nicht zufrieden sein. Das erklärte Saisonziel, der direkte Wiederaufstieg in die Nationalliga B, platzte bereits in der Qualifikation.

Aufstiegstraum schon früh geplatzt

Allerdings gibt Bär zu bedenken: «Zum Sprung in die Finalrunde fehlte nur wenig. Wir sind in der klar stärksten Gruppe gegenüber Emmen nur aufgrund der schlechteren Torbilanz gescheitert.» Olten und Emmen, die sich in der Altdorfer Gruppe knapp durchsetzten, dominierten das Geschehen in der Finalrunde bis zum Saisonabbruch ganz klar. Man kann also davon ausgehen, dass die Urner gute Aufstiegschancen gehabt hätten, wenn ihnen das Wettkampfglück in der Qualifikation etwas holder gewesen wäre. So gesehen schrammte die KTV-Truppe gar nicht so deutlich an der angepeilten Saisonzielsetzung vorbei, wie es zunächst den Anschein machte.

Aus der bitteren Verbannung in die Abstiegsrunde versuchte Spielertrainer Mario Jelinic das Bestmögliche zu machen. Er nutzte die Spiele hauptsächlich dazu, um vermehrt junge Akteure aus den eigenen Reihen in die Mannschaft einzubauen. Dies durchaus mit Erfolg, wie Bär findet: «Einige haben einen Schritt nach vorne gemacht und sich sogar zu Leistungsträgern gemausert. Für die Zukunft eröffnet uns dies gute Perspektiven, was natürlich sehr erfreulich ist.»

Allen voran hervorzuheben ist Youngster Luca Aschwanden, der im Fanionteam einschlug wie eine Bombe und in kurzer Zeit zum Spielmacher und Vollstrecker in Personalunion avancierte. Mit ihm haben die Gelb-Schwarzen einen echten Rohdiamanten in ihren Reihen. Die Vereinsverantwortlichen sind bereits damit beschäftigt, die Weichen für die nächste Saison zu stellen. Diese beginnt voraussichtlich Anfang September, sofern die aktuelle Krise bis dahin überstanden ist. «Momentan sind wir mit drei neuen Spielern in Vertragsverhandlungen. Spruchreif ist allerdings noch nichts», verrät Bär, und er fügt noch an: «Es wird wahrscheinlich zwei bis drei Abgänge geben. Klar ist aber erst, dass Rückraumspezialist Florian Henrich unseren Verein verlassen wird.»