Sarnen-Captain Roman Schöni: «Wir waren darauf eingestellt, hartes Brot zu essen»

Ad Astra Sarnen bestreitet am Sonntag die letzte Unihockey-Qualifikationsrunde der NLA. Danach beginnen die Playouts.

Hören
Drucken
Teilen
Sarnens Captain Roman Schöni (rechts) bleibt im Abstiegskampf Optimist.

Sarnens Captain Roman Schöni (rechts) bleibt im Abstiegskampf Optimist.

Michel Canonica

Mitte September startete Ad Astra Sarnen in die erste NLA-Saison der Vereinsgeschichte mit dem ersten Qualifikationsspiel gegen den UHC Uster. Über 500 Zuschauer kamen hoffnungsvoll in die Sarner Dreifachhalle und dürften diese enttäuscht wieder verlassen haben: Gleich mit 0:9 wurden die Obwaldner von den Zürchern in die Schranken gewiesen. Rund fünf Monate später bleibt noch die 22. und letzte Qualifikationsrunde zu spielen. Bereits seit längerem steht fest, dass Ad Astra in den Playouts um den Ligaerhalt kämpfen wird müssen. «Wir haben uns in der Vorbereitung auf die Saison darauf eingestellt, dass wir in der NLA als Aufsteiger hartes Brot essen werden. Aber es war sogar noch etwas härter als erwartet», so Ad Astra-Captain Roman Schöni.

Der letzte Happen von diesem harten Brot wurde den Sarnern am vergangenen Wochenende hingestellt: Gegen den Tabellennachbar aus Langnau setzte es eine 1:12-Schlappe ab. Zuvor schienen sich die Obwaldner langsam aber sicher besser auf die starke Konkurrenz in der höchsten nationalen Liga eingestellt zu haben. Auch wenn Punktgewinne nach wie vor eher die Ausnahme denn die Regel blieben, waren die nackten Resultate zuletzt achtbar. Schöni verneint darum nicht, dass die Niederlage gegen Langnau am letzten Samstag hart zu verdauen war: «Unsere Leistungen in den Partien nach dem Jahreswechsel stimmten mich zuversichtlich. Diese Klatsche kam ziemlich unangekündigt und die Gründe dafür kann ich auch einige Tage später noch nicht wirklich erklären. Nun denn: Es ist passiert, das können wir jetzt nicht mehr ändern. Schliesslich war dies ein Spiel, das sollten wir auch nicht überbewerten. Hoffen wir, dass es einfach nur ein heftiger Warnschuss vor den Bug zur rechten Zeit war.»

Playout-Gegner noch unklar

Mit deutlich weniger Sorgen dürfte Sarnens Widersacher im letzten Qualifikationsspiel, der UHC Waldkirch-St.Gallen, den nächsten Wochen entgegenblicken. Die Olma-Städter sicherten sich in dieser Saison verdientermassen erstmals die Qualifikation für die Playoffs. Ein Erfolg, der ihnen in den Vorjahren mehrmals knapp verwehrt blieb und in diesem Jahr vor allem dank der Erfolge in den Direktduellen gegen die Teams der unteren Tabellenhälfte Tatsache wurde. Auch Ad Astra ging im Hinspiel gegen WaSa leer aus: Mit 6:2 entschieden die Ostschweizer die Partie Ende November für sich. Für die Entscheidung sorgte damals der Schweizer Nationalspieler Roman Mittelholzer mit einem Hattrick. Zusammen mit Nati-Kollege Michael Schiess ragt er aus dem ansonsten ausgeglichenen Kollektiv der St.Galler heraus.

Gerade in diesem Punkt fallen die Sarner etwas ab von den Gegnern in der NLA. Dass der Kader eher schmal besetzt ist, war schon vor Saisonbeginn klar. Umso mehr schmerzten die Verletzungen von designierten Leistungsträgern, die teilweise wochenlang ausfielen und der Mannschaft fehlten. «Klar, wenn Spieler wie Lauri Liikanen und Kaapo Savinainen ausfallen, können wir diese nicht einfach so ersetzen. Diese Absenzen haben wir definitiv gespürt, besonders zu Beginn der Saison», meint Roman Schöni. Positiv stimmt darum die Meldung, dass Lauri Liikanen nach langer Verletzungspause kurz vor dem Comeback steht und in der entscheidenden Phase der Meisterschaft wieder mittun kann. Der schussstarke Finne ist immer für den einen oder anderen Treffer gut und wird mit dieser Fähigkeit die Sarner definitiv verstärken – wenn sein Körper denn endlich mitspielt.

Bereits ab dem Fasnachtssonntag gilt es für Ad Astra Sarnen so richtig ernst: Dann nämlich wird die erste Partie der Playouts ausgetragen. Gegner kommen mit dem UHC Uster und den Unihockey Tigers Langnau noch zwei in Frage. Gegen beide Teams konnte Ad Astra neben der Kanterniederlage zumindest einmal punkten in der Qualifikation. Welcher Gegner es effektiv sein wird, wird nach dem Abschluss der Qualifikation am Sonntagabend feststehen.

Zuschauer halten den Sarnern die Treue

Auch wenn die Aufstiegseuphorie in Sarnen mittlerweile etwas verflogen ist: Die Unterstützung der Zuschauer in Obwaldner hat Ad Astra Sarnen nach wie vor auf sicher. Nicht nur im Startspiel, sondern in jedem Heimspiel verfolgten durchschnittlich 500 Zuschauer das Geschehen auf dem Feld. Etwas, das Schöni und seine Teamkollegen definitiv zu schätzen wissen: «Das ist unglaublich und definitiv ein Faktor, auf welchen wir im Kampf um den Ligaerhalt gerne zählen.» (JH)

Anpfiff zur Partie ist am Sonntag um 18 Uhr in der Dreifachhalle Sarnen. Das Spiel wird kostenlos im Livestream auf luzernerzeitung.ch übertragen.