Leader FC Willisau lässt verlauten: «Wir bleiben weiter demütig»

Nach dem 2:2-Remis gegen Emmenbrücke überwintert Willisau als überraschender 2.-Liga-inter-Leader.

Ruedi Vollenwyder
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Emmenbrückes Manuel Riedweg (links) gegen den Willisauer Topskorer Christian Binde, der sogleich das Tor zum 1:0 markieren wird. Bild: Patrick Hürlimann (Emmenbrücke, 2. November 2019)

Emmenbrückes Manuel Riedweg (links) gegen den Willisauer Topskorer Christian Binde, der sogleich das Tor zum 1:0 markieren wird. Bild: Patrick Hürlimann (Emmenbrücke, 2. November 2019)

Mit dem Match zweier Mannschaften, welche mit unterschiedlichen Ambitionen in die 2.-Liga-inter-Saison stiegen, wurde die Vorrunde abgeschlossen. Da der FC Emmenbrücke, welcher als Aufsteiger schnellstmöglich nach noch Höherem streben wollte und Lehrgeld bezahlen musste. «Unser gestecktes Ziel haben wir ganz klar nicht erreicht. Wir haben zu wenig geleistet. Über die Gründe mache ich mir schon noch meine Gedanken», sinnierte Emmenbrücke-Trainer Jean-Daniel Gross. Dort ein FC Willisau, welcher nach einer missratenen letztjährigen Rückrunde diesmal nach Konstanz suchte und diese auch fand. Er grüsst als überraschender Wintermeister.

«Es ist schon unglaublich, was meine Mannschaft in dieser Vorrunde geleistet hat», kommt Willisau-Trainer Roger Felber nach dem 2:2-Unentschieden beim FC Emmenbrücke nicht aus dem Schwärmen heraus. Das kann man wohl sagen: Aus den 14 Spielen schauten sehr gute 33 Punkte heraus. Nebst drei Unentschieden musste das eingespielte Willisauer Ensemble nur einmal als Verlierer (0:3 gegen Rotkreuz) vom Platz.

Emmenbrücke lässt zu viele Punkte liegen

Dass die Willisauer die Vorrunde so erfolgreich abschliessen konnten, hat seine Gründe. Mit einer dieser Gründe ist Goalie Philip Bolliger mitsamt seinen Vorderleuten. «Es ist schon beruhigend, hinter einer so solid und diszipliniert agierenden Abwehr zu stehen», verteilt der in Basel studierende 24-jährige Torhüter Komplimente für deren Defensivarbeit. Diese muss wirklich gut sein, denn der Goalie musste in 14 Partien lediglich 16-mal hinter sich greifen. Ein Superwert. Ein weiterer Pluspunkt, der für die Willisauer spricht, ist die Konstanz. Seit nahezu fünf Jahren spielt das Team um Trainer Roger Felbe nun schon zusammen. «Wir sind zu einer verschworenen Einheit gewachsen. Die jeweiligen Kabinenpartys nach den Siegen lassen grüssen. Hinten stehen wir gut und vorne sind Zeljko Karajcic, Christian Binde und der Rest immer für Unruhe und Tore gut», unterstreicht der Goalie, welcher über den FC Oftringen und FC Schötz auf die Saison 2016/17 hin den Weg nach Willisau fand, den für das erfolgreiche Auftreten wichtigen Teamspirit. Was nun, wenn der FC Willisau auf der Euphorie-Welle weiterreitet und die 1. Liga lockt, Roger Felber? «Darüber verliere ich keinen einzigen Gedanken. Es macht riesig Spass in den nur zwei Trainings pro Woche mit diesem willigen Team zu arbeiten. Wir bleiben demütig.»

Zum Spiel: Nach einer torlosen, aber dennoch intensiven und beidseits voll auf die Offensive ausgerichteten ersten Halbzeit mit je einer Topchance von Christian Binde (16.) und Stefano Izzo (41.) sorgte der unverwüstliche Christian Binde mit seinem 13. Saisontor für die Willisauer 1:0-Führung (54.). Diese glich Arbenit Kameraj mit einem gefühlvollen Lobball über Willisau-Goalie Philip Bolliger zum 1:1 (67.) aus. Neun Minuten vor Spielschluss schloss Pascal Lang einen herrlich vorgetragenen Angriff über Passgeber Zeljko Karajcic zur erneuten Willisau-Führung ab. Ein weiterer Sieg zeichnete sich ab, ehe dem FC Emmenbrücke in der Nachspielzeit noch der verdiente 2:2-Ausgleich gelang. Der kurz zuvor eingewechselte Ramon Barmettler drosch den freiliegenden Ball unter die Latte. «Dieses Unentschieden haben wir uns verdient», meinte Demerali Saliu nach der Partie. Der FCE-Captain teilt die Rüge seines Trainers, in der Vorrunde zuwenig herausgeholt zu haben. «Unsere Leistung war so la la, ein paar Punkte haben wir schon liegen gelassen.»