Weltklasse-Unihockey erobert die Urner Provinz

Floorball Uri führte erstmals ein U19-Länderspielturnier durch. Die Weltelite war bei dieser Premiere nahezu lückenlos vertreten.

Urs Hanhart
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Die Schweiz mit Niklas Graf (am Ball) verlangt Weltmeister Tschechien alles ab.

Die Schweiz mit Niklas Graf (am Ball) verlangt Weltmeister Tschechien alles ab.

Urs Hanhart / Urner Zeitung

Versierte Unihockey-Fans konnten sich beim Studium des Programmhefts freuen. Am dreitägigen Turnier, das in der Altdorfer Feldli-Arena ausgetragen wurde, war fast alles dabei, was Rang und Namen hat. Angeführt wurde das kleine, aber feine Teilnehmerfeld vom amtierenden U19-Weltmeister Tschechien. Dieser bekam es mit dem letztjährigen WM-Dritten Finnland und dem WM-Vierten Schweiz zu tun. Von den Top 4 fehlte einzig Vizeweltmeister Schweden.

Am Freitag zum Auftakt des Turniers kam es in der fast voll besetzten Feldli-Halle in Altdorf zum Knüller Schweiz – Tschechien. Dieses Spiel war beste Werbung für den Unihockeysport. Die beiden Weltklasseteams lieferten sich ein hochklassiges Duell, das bis zur letzten Sekunde spannend blieb. Letztlich setzten sich die Osteuropäer, die zwischenzeitlich in Rücklage geraten waren, mit 5:4 durch. «Die vielen Einzelfehler im Mitteldrittel kosteten uns den Sieg. Dadurch kamen die Tschechen zu zahlreichen Überzahlsituationen, die sie dann zu Toren ummünzten», bilanzierte Julian Nigg. Der Zuger war der einzige Zentralschweizer im Aufgebot der Eidgenossen.

Nachgeholte Premiere

«Es freut uns sehr, dass wir von Swiss Unihockey den Zuschlag für die Durchführung dieser hochkarätigen Länderspiele erhalten haben», sagte Joe Stöckli, der Präsident von Floorball Uri, der gleichzeitig auch als OK-Präsident des Turniers agierte. «Das macht uns auch ein wenig stolz. Einen solchen Event zu organisieren ist eine grosse Ehre für unseren Verein.» Genau genommen handelte es sich um eine verschobene Premiere. Bereits vor rund anderthalb Jahren hätte Floorball Uri die Möglichkeit gehabt, ein U19-Frauen-Länderspielturnier durchzuführen. Aber weil kurz davor die Trainingshalle einem Brand zum Opfer fiel, musste der Event an einen anderen Ausrichter abgetreten werden. «Für die Nationalspieler sind solche Testspiele enorm wichtig. Hier können sie sich für die U19-WM von 2021 empfehlen und allenfalls schon erste Schritte in Richtung Kader der A-Nationalmannschaft machen», erklärte Stöckli. Länderspiele auf diesem Niveau werden im U19-Bereich nur selten ausgetragen. Deshalb kam dem Turnier in Altdorf eine besondere Bedeutung zu.

Floorball Uri betrieb einen recht grossen Aufwand. Nebst dem sechsköpfigen OK standen weit über hundert Helfer im Einsatz. Das Budget belief sich auf rund 20000 Franken und konnte weitgehend durch Beiträge von Sponsoren gedeckt werden. In der Halle wurde eigens ein grünblauer Belag verlegt, und die grossen Fenster mussten mit einem Flies abgedeckt werden, damit die Akteure bei den Spielen um die Mittagszeit nicht von der Sonne geblendet wurden. Stöckli gab sich aber überzeugt, dass sich der Aufwand mehr als gelohnt hat. «Unser Ziel ist es, den Bekanntheitsgrad des Unihockeysports in Uri und in der gesamten Zentralschweiz zu steigern. Ich hoffe, dass diese schnelle, dynamische Sportart die Zuschauer in der Halle begeistert und vielleicht den einen oder anderen dazu animiert, selber den Stock in die Hand zu nehmen. Zudem möchten wir den teilnehmenden Teams eine optimale Vorbereitung im Hinblick auf die nächstjährige WM ermöglichen.»

Unihockey wird in Uri seit Ende der 1980er-Jahre betrieben. 2004 entstand durch den Zusammenschluss der Vereine in Seedorf und Altdorf ein regionaler Sportverein mit dem Namen Floorball Uri. Heute zählt der Verein rund 400 Mitglieder, 300 davon als Aktive, und hat 18 Mannschaften. Das eigentliche Aushängeschild von Floorball Uri ist das Frauenteam, das seit einigen Jahren in der NLB spielt.

Im zweiten Spiel am Sonntag gegen die Finnen lief es den Schweizern nicht mehr so gut. Im Schlussdrittel gingen sie regelrecht unter. Letztlich zogen sie mit 3:7 den Kürzeren. Finnland riss auch den Turniersieg unter den Nagel. Im Duell mit Tschechen feierten die Nordeuropäer einen sensationell hohen 18:2-Kantererfolg.