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Von Hünenberg via Schweden an die WM

Am Mittwoch beginnt im kanadischen Halifax die U19-Weltmeisterschaft. Der Hünenberger Offensivspieler Severin Nigg ist eine der Schweizer Teamstützen und sagt selbstbewusst: «Erwischen wir eine gute Woche, dann ist alles möglich.»
Ruedi Burkart
Zaubert im Langholz in Hünenberg mit dem Ball: der Schweizer U19-Nationalspieler Severin Nigg Bild: Stefan Kaiser (Hünenberg, 17. April 2019)

Zaubert im Langholz in Hünenberg mit dem Ball: der Schweizer U19-Nationalspieler Severin Nigg Bild: Stefan Kaiser (Hünenberg, 17. April 2019)

Ja, sagt Severin Nigg, die Vorfreude auf die Weltmeisterschaft sei gross. «Wir haben uns fokussiert auf die WM vorbereitet. Es wird Zeit, dass es losgeht.» Die Geduld wird nicht mehr länger strapaziert, ab morgen rollt der Ball ennet dem grossen Teich. Zum Turnierstart spielen die Schweizer Youngsters gegen Finnland, die offizielle Weltnummer 1 auf Stufe U19. «Gleich zu Beginn ein richtiger Gradmesser», schmunzelt Nigg. Der 18-jährige Gymnasiast aus Hünenberg ist Unihockeyaner mit Leib und Seele. «Das ist mein Sport», sagt er, der sich vor sechs Jahren für das Spiel mit dem löchrigen Plastikball und gegen sein zweites Hobby, das Fussballspielen, entschieden hat. Nigg: «Es war zweifelsohne die richtige Entscheidung.»

Das mögen sie auch bei seinem Verein Zug United gedacht haben. Vor zwei Jahren durfte Nigg in der NLA-Mannschaft erstmals mittrainieren, in der vergangenen Saison kam er immer wieder in der höchsten Liga zum Einsatz. In den Playoff-Partien gegen Köniz ab und zu gar in der ersten Sturmlinie an der Seite von Liga-Topskorer Billy Nilsson und dessen schwedischem Landsmann Patrik Rokka.

Falun wollte Nigg holen

Und nächste Saison? Bleibt Nigg den Zugern erhalten? Er nickt: «Ja, ich habe einen weiterlaufenden Vertrag für die NLA-Mannschaft.» Anfragen von anderen Schweizer Vereinen habe es in den vergangenen Wochen und Monaten keine gegeben, führt Nigg freimütig aus. Dass ihn der schwedische Topverein IBF Falun Ungdom hatte verpflichten wollen – Nigg spielte dort im vergangenen Winter einen Monat während eines Austausches – macht ihn ein wenig stolz. Severin Nigg erinnert sich: «Als ich noch im Nachwuchs spielte, klopfte der eine oder andere Klub an und fragte, ob ich nicht in seine Juniorenabteilung wechseln wolle.» Der Hünenberger blieb den Zentralschweizern stets treu. Und so reiste er vor ein paar Tagen als Zug-United-Akteur nach Übersee.

Dass eine Unihockey-WM auf dem amerikanischen Kontinent stattfindet, mutet auf den ersten Blick seltsam an. Eishockey, Basketball, Baseball, vielleicht auch noch Fussball – das sind die Sportarten der Nordamerikaner. Aber Unihockey – oder eben: Floorball – in Kanada?

«Das wird eine ganz spezielle Sache geben. Die Jungs sind weit weg von daheim, ganz unter sich. Dazu kommt eine ganz andere Kultur. Ich bin wirklich gespannt», meint Nationaltrainer Simon Meier. Dass die Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden werden, glaubt er nicht. «Die U19-WM der Frauen vor drei Jahren in Kanada lockte erfreulich viele Fans in die Halle.»

Apropos Halle: Die Partien der Schweizer finden in einem 3000 Zuschauer fassenden Sportkomplex statt. Wie viele Plätze belegt sein werden – man wird sehen. «Dass wir in Kanada spielen, finde ich wirklich cool», sagt Nigg, «aber egal, wo die WM stattfindet – wir wollen natürlich in erster Linie erfolgreich sein.» Dabei freut er sich über die Unterstützung seiner Familie vor Ort und von weiteren Angehörigen und Freunden in der Schweiz. Bei der letzten Austragung im Frühjahr 2017 blieben die jungen Schweizer im schwedischen Växjö erstmals seit langer Zeit ohne Medaille an einer U19-Weltmeisterschaft. Schlecht für die Bilanz, und schlecht vor allem für das Schweizer Selbstverständnis. Schliesslich sieht man sich nicht nur bei den Männern knapp hinter Schweden und Finnland als Weltnummer 3.

Startschuss fiel bei Einhorn Hünenberg

Nigg startete seine internationale Karriere erst nach jenem vierten Platz der Schweiz an der U19-WM 2017. Nachdem er in seinen ersten Jahren bei Einhorn Hünenberg die Freude am Unihockey entdeckte, wechselte er 2015 mit Trainer Oli Heusser via den Astros Rotkreuz zu Zug United in die U16. Bald spielte er in der Zuger U18 und sicherte sich damit einen Eintrag im Notizbuch des U17-Nationaltrainers. Anfang November 2017 durfte der damals 16-jährige Nigg erstmals für die Nachwuchs-Landesauswahl spielen, an der European Floorball Tour (EFT) in Kilchberg. Detail am Rande: An jenem Wochenende gelang es der Schweizer A-Nationalmannschaft, erstmals gegen Schweden zu gewinnen.

Zurück in die Gegenwart. Morgen Mittwoch geht sie also los, die U19-Weltmeisterschaft. Zum Start spielen die Eidgenossen gegen Finnland, tags darauf gegen Lettland. Auch wenn die Schweiz an einer Unihockey-Weltmeisterschaft immer ein Medaillenkandidat ist, zu einem Selbstläufer werde die Woche in Halifax nicht, gibt Nationaltrainer Meier zu bedenken. Es töne zwar abgedroschen, so Meier, «aber jedes Spiel muss erst gespielt werden.» Noch zu frisch sind die Erinnerungen an die 3:11-Niederlage vor Jahresfrist gegen die Letten. Ähnlich wie sein Trainer sieht dies Nigg. Der junge Hünenberger sagt ziemlich routiniert, dass Erfolg und Misserfolg extrem nahe beieinanderliegen. «Details werden entscheiden. Doch ich glaube daran, dass einiges drin liegt.»

Wer Severin Nigg näher kennt, kann sich kaum vorstellen, dass der junge Mann auch einmal laut werden kann. «Oh doch», meint Nationaltrainer Meier schmunzelnd, «der Severin kann durchaus seine Meinung mit Nachdruck vertreten. Aber immer korrekt und der Sache dienlich.» So erstaunt es nicht, dass der Hünenberger als einer der Assistenz-Captains des Teams amtet.

Auch der Goalie kommt von Zug United

Severin Nigg ist nicht der einzige Zuger Spieler im WM-Aufgebot. Mit dem Obwaldner Nils Schälin schaffte ein zweiter United-Akteur den Cut. Der talentierte Torhüter debütierte im Sommer 2017 in der NLB-Mannschaft von Ad Astra Sarnen und spielte in der vergangenen Saison bei der Zuger U21. Er zählte zum erweiterten Zuger NLA-Kader. Schälin duelliert sich in Kanada mit Valentin Nov von Wiler-Ersigen um den Platz zwischen den Pfosten.

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