Volley Luzern jagt Pokale in Cup und Meisterschaft

Luzern ist auf dem Weg zu einem Titel nicht zu bremsen: Der 3:1-Sieg bei Näfels bedeutet die Halbfinal-Qualifikation.

Roland Bucher
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Luzerns Libero Jörg Gautschi (Mitte) in seiner typischen Jubelpose: Er und sein Team hat Näfels mit 3:1 in der Best-of-5-Serie bezwungen.

Luzerns Libero Jörg Gautschi (Mitte) in seiner typischen Jubelpose: Er und sein Team hat Näfels mit 3:1 in der Best-of-5-Serie bezwungen.

Bild: Patrick Hürlimann (Luzern, 16. Februar 2020)

Dass Volley Luzern weiterhin den Traum aller Sportlerträume, den Pokal im Doppel – also in Meisterschaft und Cup –, weiterverfolgen darf, verdankt er einem Kraftakt am Samstagabend bei Näfels. Liam Sketchers Truppe lag nach dem ersten Satz zurück, und dort, in der Linth-Arena vor fast 500 Fans, einen Rückstand zu korrigieren, das ist gewiss nicht das leichteste aller Unterfangen. Doch Luzern zeigte Stolz, Charakter und wollte vor allem eines nicht: ein fünftes Spiel am Sonntag in Luzern. Denn: In den letzten zehn Tagen grassierte im Team die Seuche – schier alle Kaderleute hatten einen grippalen Infekt auszustehen, erzählt Nick Amstutz.

Den Captain selber erwischte es ebenfalls sehr hartnäckig, und vor allem gleich doppelt: Der Mittemann erlitt einen Bänderanriss am Fuss, steht dem Team nur in höchster Not zur Verfügung. Diese ausgesprochene Notsituation war in Näfels alles andere als der Fall. «Unsere Kaderbreite ist enorm geworden», erklärt der Routinier, und führt als Beispiel auf: «Als Tim Köpfli angeschlagen aufgeben musste, trat Luca Widmer auf den Plan. Einer, der diese Saison kaum Ernstkampf-Minuten absolvierte – aber sofort parat war.»

Erholung vor dem Schönenwerd-Spiel

Entscheidendes zum feinen Sieg beitrug, wie auch Buivids und Fort, welche dem Luzerner Angriffsspiel den Stempel aufdrückten. In Durchgang zwei hatte Sketchers Team nochmals enge, bange Momente zu überstehen, Satz drei und vier indes gediehen zur Machtdemonstration der Luzerner. «Es war nicht unser bestes Spiel dieser Serie», gestand Amstutz, «aber die Big Points – die haben halt relativ konsequent wir gelandet.

Macht man in diesen Tagen, da der Frühling Einzug hielt, eine erste Auslegeordnung, stellen die Luzerner NLA-Volleyballer mit einigem Stolz und viel Genugtuung fest, dass das Jagdfieber immer noch zwei Pokale umfasst. Am 28. März geht es in Fribourg gegen Lausanne um die Cup-Trophäe, 2500 Fans werden bei diesem Vorzeigeanlass des nationalen Volleyverbandes erwartet. Im Liga-Championat ist Luzern nach drei Siegen gegen Näfels in den Halbfinal vorgerückt, dort wartet Schönenwerd. «Irgendwie ein spezielles Derby», erklärt Amstutz, «schliesslich haben Tim Köpfli und Mathis Jucker dort einige Karrierejahre verbracht.» Und vor allem: «Schönenwerd ist ein äusserst starker Widersacher, deshalb konzentrieren wir uns jetzt auf die Halbfinal-Serie – und nicht auf Gedanken, die das Double betreffen.»

Zwei Tage Trainingsurlaub hat Liam Sketcher seiner Truppe für den Effort besprochen, dann beginnt am Dienstag die Vorbereitung auf Spiel eins in der Vorschlussrunde: «Wichtig wird sein, dass wir in den nächsten Tagen einen guten Mix finden, vor allem den Grippe-Geplagten viel Erholung ermöglichen.»

Wenn Amstutz weiter macht, dann bei Luzern»

Bald, vielleicht schon nächsten Samstag bei Schönenwerd, dürfe Luzern wieder auf ihn, den Rädelsführer dieses eingeschweissten Verbundes, zählen, freut sich Nick Amstutz auf ein Saisonfinal, der noch möglichst viele Ehrenrunden beinhalten soll. Wo möglich sogar die letzten für den Luzerner «Mr. Volleyball». Nein, er habe sich noch nicht entschieden, ob er noch eine, zwei Saisons anhänge, sagt er und beruhigt gleichzeitig: «Wenn – dann nur bei Luzern.» Man ist hier halt inzwischen eine vorzügliche Adresse geworden.

Volleyball, NLA, Männer

Playoff-Viertelfinals (best of 5), 4. Runde: Näfels (6. der Qualifikation) – Volley Luzern (3.) 1:3; Schlussstand 1:3. Lausanne UC (5.)  – Chênois (4.) 3:0 (25:17, 25:19, 25:17); Schlussstand 3:1.

Näfels – Luzern 1:3
Lintharena – 500 Zuschauer – Sätze: 25:22, 23:25, 17:25, 19:25. – Spieldauer: 87 Minuten – Näfels: Süess, Hudzik, Maroulis, Pilzga, Dimitrov, Nommistu, Hagenbuch (Libero); Papangelopoulos, Fraser, Godlewski. – Volley Luzern: Ulrich, Buivids, Fort, Hepburn, Widmer, Köpfli, Gautschi (Libero); Döös, Mladenovic. Ersatz: Perezic, Von Wyl (Libero), Amstutz, Häfliger.