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Viel Liebe und ein wenig Fussball beim FC Stans

Driton Hoxha ist der neue Chef im Mittelfeld des FC Stans (2. Liga regional). Der 33-jährige Schweiz-Kosovare träumte einst vom Profifussball, hatte Kontakt zum FC Millwall in England und fand sein Glück schliesslich in der Zentralschweiz.
Stephan Santschi
Neu im Dress des FC Stans: Driton Hoxha mit seinem Sohn Leon. (Bild: Dominik Wunderli (Stans, 8. August 2018)

Neu im Dress des FC Stans: Driton Hoxha mit seinem Sohn Leon. (Bild: Dominik Wunderli (Stans, 8. August 2018)

Sie liessen ihn nicht gerne ziehen am Ende der letzten Saison, die Schattdorfer. Driton Hoxha, der einzige Auswärtige beim Urner Zweitligisten, war auf dem Feld ein Leistungsträger, daneben freundlich und zuvorkommend. «Ich bin dem FC Schattdorf extrem dankbar, es war eine super Zeit», sagt der 33-jährige Schweiz-Kosovare. Nun sei aber die Zeit gekommen, um dorthin zu wechseln, wo er seit vielen Jahren wohnt – nach Stans. Zum Ligarivalen der Schattdorfer wohlbemerkt, schon in einer Woche wird er auf die ehemaligen Teamkollegen treffen. «Ich habe versprochen, nicht zu jubeln, wenn ich ein Tor schiesse. In Schattdorf sagten sie mir aber, dass ich gegen sie ohnehin nicht treffen werde», erzählt Hoxha und lacht.

Warum der Wechsel nach England nicht klappt

So war es eigentlich immer in seiner Karriere im Amateurfussball. Egal, wo er war, Hoxha hatte eine wichtige Rolle inne und fühlte sich wohl. Meistens wirkte er im zentralen Mittelfeld mit eher defensiver Ausrichtung, bei Bedarf übernahm er auch mal die Funktion eines Innenverteidigers. «Bälle erobern und sie dann verteilen», so umschreibt er in Grundzügen sein Pflichtenheft. Mit dem SC Buochs stieg er gleich zweimal in die 1. Liga auf (2010 und 2015), dazwischen spielte er in Ibach (2. Liga inter) und zuletzt drei Jahre in Schattdorf, inklusive Aufstieg in die 2. Liga regional. Noch wichtiger als der sportliche Erfolg war ihm aber die Integration. «Dank dem Fussball habe ich mich in der Schweiz sehr schnell zurecht gefunden.»

Im Oktober 2005 war es, als er seine Heimat, den Kosovo, verliess und in die Schweiz zog. Um seine Fussballkarriere voranzutreiben? «Ein wenig, ja», erzählt er lächelnd, vor allem aber wegen der Liebe. In seiner Heimatstadt Gjakova lernte er Albana kennen, eine Stanserin mit kosovarischen Wurzeln. Mittlerweile sind sie verheiratet und Eltern von zwei Buben. Im Profifussball vermochte sich Driton Hoxha aber nicht zu etablieren, auch wenn die Anfänge viel versprechend waren. Beim FC Vëllaznimi Gjakova war er vier Jahre lang Profi in der höchsten Liga des Kosovo, vorübergehend spielte er auch im U21-Nationalteam. Eines Tages meldete sich ein Scout aus England, der für Millwall und Leicester zuständig war. «Millwall hatte Interesse, doch leider hatte ich damals keinen Pass. Im Kosovo-Krieg waren unsere Dokumente verbrannt worden.» Als er später in die Schweiz kam, hatte er die Möglichkeit zum FC Wil in die Challenge League zu wechseln. Aufwand und finanzieller Ertrag stimmten für ihn aber nicht überein und so verbrachte er noch eine kurze Zeit im U21-Nachwuchs des FC Luzern, unter anderem mit dem heutigen Hertha-Spieler Fabian Lustenberger, eher er zum Schluss kam: «Nein, zu mehr reicht es mir nicht. Im Fussball zählt leider nicht immer die Leistung, viele Dinge laufen hinter den Kulissen ab.»

Sohn Leon träumt vom grossen Fussball

In der Folge kam ihm die Ausbildung zum Pflegefachmann zu Gute, die er im Kosovo absolviert hatte. Im Luzerner Kantonsspital arbeitete er im Operationssaal, nun lässt er sich zum Fachmann Operationstechnik weiterbilden. Die grosse Leidenschaft für den Fussball, die er von seinem Vater Genc, aktuell Co-Trainer von Kosovos Nationalteam, übernommen hatte, vererbte er weiter an seine Söhne. Der zehnjährige Leon, der in der bevorstehenden Saison in der U12 des SC Kriens spielen wird, gilt dabei als grosses Talent. «Seit er vier Jahre alt ist, trainiere ich mit ihm. Ich möchte ihn weiterhin fördern», sagt Driton Hoxha, der auch als Coach in der FCL-Löwenschule Ob- und Nidwalden engagiert ist.

Vielleicht gelingt dem Spross ja dereinst der Sprung zu einem grossen Klub, wie ihn sich auch der Vater erträumt hat. «Dortmund wäre toll», sagt Leon und lacht. Wie Driton trägt auch er die Nummer zehn. Während der Vater erst zum Schluss seiner Karriere in Schattdorf seine Goalgetter-Qualitäten entdeckte, scheint Leon den Offensivdrang im Blut zu haben. Auf die Frage, wer von wem das Toreschiessen gelernt habe, antwortet der junge Mann jedenfalls selbstbewusst: «Mein Vater von mir.»

Letzte Saison von Driton Hoxha?

Am Samstag startet der FC Stans nun in die neue 2.-Liga-Saison, zu Gast im Eichli ist der FC Sins. Für Driton Hoxha ist es möglicherweise die letzte Spielzeit in seiner aktiven Laufbahn, «zumindest ist das der Plan, im Fussball weiss man ja bekanntlich nie». Vielleicht haben sie Ende Saison ja auch in Stans keine Lust, ihn ziehen zu lassen.

1. Runde. Heute. 20.15: Küssnacht – Rotkreuz. – Samstag. 17.30: Sursee II – Luzerner SC. – 18.00: Littau – Obergeissenstein, Gunzwil – Hochdorf, Emmen – Schattdorf, Stans – Sins. – Dienstag. 20.00: Cham II – Emmenbrücke.

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