Die Vergangenheit macht Ad Astra Sarnen Mut

Ad Astra Sarnen vs. Zug United: Heute Abend steigt das erste Zentralschweizer Unihockey-Derby der NLA-Geschichte.

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Angreifer Basil von Wyl glaubt an die Chancen von Ad Astra.

Angreifer Basil von Wyl glaubt an die Chancen von Ad Astra.

Bild: André Düsel (Sarnen, 7. Dezember 2019)

Man muss im Archiv graben, um das letzte Aufeinandertreffen zwischen Ad Astra Sarnen und Zug United in einem Ernstkampf ausfindig zu machen. Diese Affiche fand letztmals im Oktober 2017 im Schweizer Cup statt. Damals gelang den unterklassigen Sarnern ein kleiner Coup: 9:7 gewannen sie das Spiel und zogen in die Cup-Viertelfinals ein. Zwei Jahre später spielen die beiden Kontrahenten wieder in derselben Liga, der NLA, somit kommt es auch in der Meisterschaft wieder zum Derby.

Die Favoritenrolle liegt wie schon beim letzten Aufeinandertreffen 2017 klar auf Seiten der Zuger. Mittlerweile in der dritten Saison in Folge in der höchsten Spielklasse, haben sich die Zuger im vorderen Mittelfeld der NLA etabliert. Mit der Playoff-Qualifikation alleine dürften sie sich kaum mehr zufriedengeben. Sie belegen derzeit Rang drei in der Tabelle und kämpfen somit um das Heimrecht in der ersten Playoff-Runde.

Stabilere Verteidigung bei Ad Astra Sarnen

In ganz anderen Gefilden unterwegs ist Ad Astra Sarnen. Die Obwaldner sind das Schlusslicht der NLA, die Playoff-Qualifikation ist bereits nach Abschluss der ersten Qualifikationshälfte in weite Ferne gerückt. Doch die Sarner zeigten in den letzten Auftritten eine Aufwärtstendenz, was auch Stürmer Basil von Wyl bestätigt: «Seitdem wir eine kleine Systemumstellung in der Defensive vorgenommen haben, stehen wir in der Verteidigung stabiler. Auch wenn das Heimspiel gegen Malans am vergangenen Samstag mit 5:9 verloren gegangen ist, können wir die vielen herausgespielten Torchancen als positiven Punkt mitnehmen. Einzig an der Chancenauswertung müssen wir arbeiten.» Ein Stürmer hat den primären Auftrag, Tore zu erzielen. So gesehen ist diese Aussage auch als kleiner Wink an sich selbst zu verstehen.

Mit fünf Torvorlagen steht der Jüngste der drei von-Wyl-Brüdern bislang zu Buche, er selber traf jedoch erst einmal ins Schwarze. «Klar, Tore zu erzielen, ist wichtig für das eigene Selbstvertrauen. Aber ich lasse mich nicht ins Bockshorn jagen, weil ich noch nicht häufiger getroffen habe. Mehr Sorgen würde ich mir machen, wenn ich zu keinen Torchancen käme. Dies war aber in den letzten Spielen nicht der Fall.»

Zeit, um an den eigenen Abschluss-Qualitäten zu arbeiten, hat Basil von Wyl derzeit genug. Nach absolvierter Rekrutenschule packt der 20-Jährige in diesen Wochen im elterlichen Bauernbetrieb und wie üblich in der Vorweihnachtszeit beim Christbaum-Verkauf tatkräftig mit an. Ab Januar wird er dann die verbleibenden Diensttage im Zivildienst absolvieren. «Für mich passt das optimal. Nicht zuletzt auch trainingstechnisch ist diese Lösung sinnvoll, ich kann viel Zeit in der Halle mit Stock und Ball verbringen», sagt von Wyl.

Über den Kampf zum ersten Heimsieg?

Speziell in Derbys wie gegen Zug seien jedoch auch andere als die technischen Fähigkeiten gefordert, betont Basil von Wyl: «Diese Spiele waren in der Vergangenheit immer emotional und von viel Kampf auf beiden Seiten geprägt. Ich erwarte, dass dies auch heute Abend eintreffen wird. Punkto Kampf müssen wir gegen Zug mehr als nur dagegenhalten.» Diese Aussage überrascht nicht, sind doch die Zuger den Obwaldnern spielerisch klar überlegen. Vor allem die fünfköpfige Schweden-Fraktion mit Torhüter Nilsson, Nationalteamverteidiger Kostov-Bredberg und den Stürmern Julkunen, Larsson und Dahlqvist zählt zur gehobenen Klasse der NLA. «Neben den Ausländern haben die Zuger zudem einige starke einheimische Akteure im Kader», weiss von Wyl.

Nichtsdestotrotz glaubt der technisch beschlagene Angreifer an die Chancen seines Teams: «Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, aufopferndem Einsatz und einer guten Effizienz liegt absolut etwas drin. Und an der Motivation wird es bestimmt nicht mangeln.» Hoffnung machen dürfte den Sarnern ausserdem ein kleiner Blick zurück in die Vergangenheit – auch wenn sich die Kader auf beiden Seiten seit Oktober 2017 doch um einiges verändert haben. (jh)

Hinweis

Männer, NLA. Heute. 20.00: Ad Astra Sarnen – Zug United (Dreifachhalle). Das Spiel kann im Livestream auf luzernerzeitung.ch kostenlos verfolgt werden.