Urner Duo will auf das WM-Podest

Beim ersten gemeinsamen WM-Auftritt nimmt das Duo Roman Schneider und Paul Looser eine Aussenseiterrolle ein. Eine Medaille ist den beiden Urnern bei optimalem Verlauf aber durchaus zuzutrauen.

Urs Hanhart
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Das Altdorfer Fanionteam mit Roman Schneider (links) und Paul Looser will an der WM in Lüttich zeigen, dass es auch international zu den Spitzenteams gehört. Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 28. April 2018)

Das Altdorfer Fanionteam mit Roman Schneider (links) und Paul Looser will an der WM in Lüttich zeigen, dass es auch international zu den Spitzenteams gehört. Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 28. April 2018)

Von 2011 bis 2017 war Radsport Altdorf durchgehend an der WM vertreten, und zwar mit dem langjährigen Fanionteam Roman Schneider und Dominik Planzer. Diese Ausnahmekönner brachten das Kunststück fertig, sieben Mal hintereinander vom Stelldichein der Weltelite Edelmetall mit nach Hause zu bringen, 2012 sogar in der goldenen Version.

Nun schickt sich Schneider an, mit seinem neuen Partner Paul Looser, der vor rund 15 Jahren mit seinem damaligen Teamgefährten Peter Jiricek auch schon einen WM-Titel errungen hatte, diese eindrückliche Serie fortzusetzen. Allerdings dürfte es für das auf diese Saison hin neu formierte Gespann in Lüttich (Belgien), wo das WM-Turnier von Freitag bis Sonntag ausgetragen wird, schwierig werden auf das Podest zu klettern, denn die Konkurrenz ist ungemein stark.

Belgien und Frankreich haben zugelegt

Betreut wird das Schweizer Nationalteam vom erfahrenen Trainer Thomas Marty und vom ehemaligen Handballer Christian Bär, der als Coach agieren wird. Beide hatten in den vergangenen Jahren massgeblichen Anteil an der Erfolgsserie des Duos Schneider/Planzer. Marty zur Zielsetzung: «Wir streben erneut eine Medaille an. Wenn alles zusammenpasst, liegt dies durchaus im Bereich des Möglichen.» Der Routinier sieht insbesondere den mehrfachen Ex-Weltmeister Höchst aus Österreich und deutschen Titelverteidiger Stein in der Favoritenrolle.

Marty gibt aber zu bedenken: «Im Gegensatz zu den Favoriten können wir unbeschwert antreten. Wir haben nichts zu verlieren, was durchaus ein Vorteil sein kann.» Zuversicht verleiht Marty die Tatsache, dass sein Team in dieser Saison den Weltmeister Stein bereits zweimal bezwingen konnte. Trotzdem warnt der Trainer jedoch vor übertriebenen Erwartungen: «Vor allem der Kampf um Bronze ist diesmal völlig offen. Gastgeber Belgien wie auch Frankreich haben leistungsmässig stark zugelegt und das Team aus Tschechien muss man ohnehin immer auf der Medaillenrechnung haben.»

International noch Luft nach oben

Auf nationaler Ebene haben Schneider und Looser gleich in ihrer ersten gemeinsamen Saison alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Mit dem Cupsieg und dem Schweizer Meistertitel haben sie sich in souveräner Manier das einzige Schweizer WM-Ticket für das Radball-Turnier gesichert. Bei seinen internationalen Auftritten vermochte das neue Fanionteam von Radsport Altdorf hingegen noch nicht vollends zu überzeugen. In Kamenz und Krofdorf mussten sie sich mit den Rängen sieben und fünf begnügen. Beim Olma-Weltcup-Turnier in St. Gallen resultierte der vierte Schlussrang. Auf das Podest schafften es Schneider und Looser nur gerade beim Weltcupturnier in Altdorf. Vor heimischer Kulisse erkämpften sie sich den dritten Platz. Insbesondere Höchst, das in Lüttich als Kronfavorit auf den Titel gehandelt wird, und auch Stein haben weitaus bessere Weltcup-Bilanzen vorzuweisen.

50 Schlachtenbummler reisen nach Lüttich

An akustischer Unterstützung dürfte es dem Urner Duo nicht mangeln. Nicht weniger als 50 Schlachtenbummler aus dem Gotthardkanton reisen nach Lüttich, um ihre Lieblinge nach Leibeskräften zu unterstützen. Die Urner Fans sind bekannt dafür, dass sie richtig Gas geben können. Vielleicht spielt diese Unterstützung das Zünglein an der Waage im voraussichtlich sehr engen Fight um die Medaillen. Mit dabei ist mit Simon Marty noch ein dritter Akteur aus Altdorf. Er ist zusammen mit Luc Graf aus Möhlin als Ersatzspieler nominiert worden.

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