Urner Unihockeyaner drehen verrücktes Spiel in Eschenbach

Eschenbach verliert das 2. Liga-Unihockey-Derby gegen Floorball Uri mit 6:7 nach Verlängerung.

Ruedi Vollenwyder
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Eschenbachs Christof Ming (rechts) versucht an Uris Manuel Arnold vorbeizuziehen.

Eschenbachs Christof Ming (rechts) versucht an Uris Manuel Arnold vorbeizuziehen.

Bild: Nadia Schärli (Eschenbach, 26. Januar 2020)

Das Innerschweizer 2.-Liga-Derby zwischen dem ESV Eschenbach und Floorball Uri war an Spannung und Dramatik nicht zu überbieten. Beim Spielstand von 6:4 für Eschenbach nahm Uris Co-Trainer Thomas Brand sein Timeout (57:30). Ihm blieb keine andere Wahl, als auf «volles Risiko zu setzen», wenn sein Team diesen spannenden und intensiv geführten Match noch «umbiegen» sollte.

Brands Brandrede zeigte Wirkung. Ohne Torhüter spielend gelang Spielertrainer Urs Arnold 77 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit der 5:6-Anschlusstreffer. Die Matchuhr zeigte 59:28 an, als Joel Bissig seinen Schlenzer zum 6:6 im Netz hinter dem Eschenbacher Goalie Yves Konzelmann zappeln sah. Der Jubel ob diesem Ausgleich war im Lager der Urner grenzenlos. Und wurde noch getoppt, als Floorball Uri in der Verlängerung von einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Adrian Ziswiler profitierte. Rolf Arnold nützte das Überzahlspiel zum 7:6-Siegtreffer.

Uri darf weiter von den Aufstiegsspielen träumen

Da ging im Lager der Urner «die Post» erst richtig ab. «Ich bin ob diesem Effort emotional kaputt», brachte Co-Trainer Thomas Brand, allein auf der Spielerbank sitzend, mit heiserer Stimme, hervor. «Wir gaben nie auf und wurden für unseren riesengrossen Kampfgeist belohnt.» Dank diesen beiden Siegpunkten kann Floorball Uri weiter von den Aufstiegsspielen träumen. Brand: «Aufstiegsspiele sind immer ein erstrebenswertes Ziel. Dank diesem Sieg dürfen wir weiter hoffen.»

Dass die Eschenbacher Unihockeyaner nach diesem verlorenen Hitchcock-Finale mit hängenden Köpfen enttäuscht von dannen zogen, ist verständlich. «Das ist eben Unihockey, das diese Sportart so attraktiv macht. So eng liegen Siege und Niederlagen beieinander», sinnierte Jan Camadini, der als dreifacher Torschütze für seinen ESV Eschenbach aus dem Ensemble herausstach. Für ihn ist diese Niederlage gegen die sehr aggressiv zur Sache gehenden Urner «kein Weltuntergang». «Das frühe 0:1 nach 18 Sekunden ausgenommen, haben wir gut gespielt, uns gegenüber der Baisse mit drei Niederlagen in Serie, spielerisch gesteigert. Nur das Quäntchen Glück war eben nicht auf unserer Seite. Immerhin haben wir einen weiteren Punkt auf unser Konto schreiben können. Ein Punkt, der für uns auf dem Weg zum Ziel Aufstiegsspiele noch wichtig sein kann.»

Spezielle Ausgangslage für die Aufstiegsspiele

Apropos Aufstiegsspiele: Die Ausgangslage ist in dieser Gruppe eine spezielle. Da Ad Astra Sarnen II (33 Punkte) und Uster II (31) nicht aufstiegsberechtigt sind, stehen drei Runden vor Schluss der Qualifikation Einhorn Hünenberg (34) und Eschenbach (31) vor Zürich Oberland (30) und Uri (28) in der Pole-Position. Für Spannung ist gesorgt.

Unihockey, 2. Liga

Männer. Grossfeld, Gruppe 2: Team Aarau – Langenthal 10:5. Crusaders Zürich – Burgdorf 5:4. Biel-Seeland – Schwarzenbach 2:5. Sursee – Aargau United 5:7. Albis – Grasshoppers 14:5.
Rangliste (alle 15 Spiele): 1. Schwarzenbach 37. 2. Team Aarau 34. 3. Crusaders Zürich 29. 4. Burgdorf 28. 5. Sursee 22. 6. Albis 20. 7. Aargau United 17. 8. Biel-Seeland 15. 9. Grasshoppers 12. 10. Langenthal 11.
Gruppe 3: Eschenbach – Uri 6:7 n. V. Glattal II – Sarnen II 4:12. Uster II – Vipers Innerschwyz II 11:5. Zürich Oberland – Mendrisiotto 7:4. Hünenberg – Inwil-Baar 4:3 n. V. Rangliste (alle 15. Spiele): 1. Hünenberg 34. 2. Sarnen II 33. 3. Uster 31. 4. Eschenbach 31. 5. Zürich Oberland 30. 6. Uri 28. 7. Inwil-Baar 19. 8. Mendrisiotto 12. 9. Vipers Innerschwyz II 6. 10. Glattal I 1.

Eschenbach – Floorball Uri 6:7 n. V.
Neuheim. – 88 Zuschauer. – SR Hertig/Gros.
Tore: 1. Rico Marx 0:1. 1. Ming 1:1. 8. Infanger 1:2. 13. Jan Camadini 2:2. 15. Blum 3:2. 17. Jan Camadini 4:2. 27. Jan Bissig 4:3. 42. Jan Camadini 5:3. 47. Urs Arnold 5:4. 48. Schwegler 6:4. 59. Urs Arnold 6:5. 60. Joel Bissig 6:6. 64. Rolf Arnold 6:7.
Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Eschenbach; 5-mal 2 Minuten gegen Uri.
Eschenbach: Konzelmann/Holenstein; Ming, Müller, Andreas Kronenberg, Jan Camadini, Böbner, Michelotti, Bühlmann, Lukas Kronenberg, Schwegler, Birrer, Koller, Amrein, Keller, Anderhub, Ziswiler, Buholzer, Rüttimann, Andrin Camadini.
Uri: Dominic Renner/Kappeler; Urs Arnold, Rolf Arnold, Manuel Arnold I, Manuel Arnold II, Jan Bissig, Joel Bissig, Furrer, Sandro Marx, Rico Marx, David Müller, Marco Müller, Musch, Schuler, Spitzer, Janic Renner, Infanger.