Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Turnfestsieger Alexander Kurmann: 34 und kein bisschen müde

2013 feierte Alexander Kurmann am Eidgenössischen Turnfest in Biel den grössten Erfolg seiner Karriere. Sechs Jahre später gehört der Geräteturner des BTV Luzern noch immer zum engeren Favoritenkreis auf den Turnfestsieg.
Stefanie Meier

Vor sechs Jahren am Eidgenössischen Turnfest (ETF) in Biel war Alexander Kurmann körperlich wie auch mental in bester Verfassung. Der damals 28-jährige Geräteturner des BTV Luzern krönte sich mit einem bestechenden Fünfkampf zum Turnfestsieger in der Königskategorie 7. Die Hoffnung, diesen Wettkampf einmal in seiner Karriere gewinnen zu können, sei so gross gewesen wie die Bandbreite an Spitzenathleten, die dafür in Frage kamen. «Ich hatte während des Wettkampfes kein gutes Gefühl. Notentechnisch war das keine Kampfansage. Gerade deswegen hat mich dieser Sieg derart überrascht», erinnert sich Kurmann zurück. Die Goldmedaille liegt heute noch ganz zentral in seiner Wohnung in Sursee und erinnert ihn stets an diesen grossen Erfolg.

Zählt zum engeren Favoritenkreis: der 34-jährige Alexander Kurmann (BTV Luzern). (Bild: Eveline Beerkircher (Sursee, 8. Juni 2019))

Zählt zum engeren Favoritenkreis: der 34-jährige Alexander Kurmann (BTV Luzern). (Bild: Eveline Beerkircher (Sursee, 8. Juni 2019))

Es ist seine einzige Mehrkampf-Medaille auf nationaler Ebene – aber eine Medaille, die nur alle sechs Jahre vergeben wird. Ein Coup, von dem heute noch gesprochen wird. Insbesondere so kurz vor dem nächsten Eidgenössischen Turnfest, wo Kurmann wieder in der Königskategorie 7 an den Start gehen wird – und mit seinen 34 Jahren noch immer zu den Podestanwärtern gehört. Sein Debüt an einer Schweizer Meisterschaft in der höchsten Kategorie gab er im Jahre 2006. Wie so viele Athleten wechselte auch er damals vom Kunstturnen ins Geräteturnen.

Das Turnfest hat seine eigenen Regeln

Aufgewachsen in einer waschechten Turnerfamilie, ist der gebürtige Zuger heute noch aktiv im Turnsport unterwegs und absolviert Wettkämpfe im Einzel- und Vereinsturnen. Seit nun mehr als 13 Jahren hält er sich erfolgreich in der Kategorie 7. Einen Schreckensmoment erlebte Kurmann im Dezember 2016, als er von den Schaukelringen stürzte und sich einen Halswirbel brach. Kurmann hatte Glück im Unglück und musste nur kurze Zeit pausieren. Abgesehen von kleinen Stauchungen oder Zerrungen blieb er bisher von weiteren schwerwiegenden Verletzungen verschont.

Zuversichtlich und motiviert steigt Alexander Kurmann am kommenden Sonntag am Eidgenössischen Turnfest in Aarau in der Sporthalle Schachen in den Wettkampf. Der 34-Jährige gibt sich im Vorfeld bescheiden, äussert sich kaum über seine Chancen und Erwartungen. «Ich mache mir bewusst nicht allzu viele Gedanken. Ich werde so turnen, wie ich es im Training tue und schauen, wozu es reicht.» Kurmann weiss, dass er vieles gar nicht beeinflussen kann. «Das Turnfest hat seine eigenen Regeln. Es sind viele Turner am Start und gerade die Dichte an Spitzenathleten ist breiter geworden. Zudem werden die Wettkämpfe über mehrere Abteilungen hinweg ausgetragen. Es braucht einen fehlerfreien Wettkampf und auch eine grosse Portion Glück, um ganz vorne mit dabei zu sein», weiss Kurmann und fügt präzisierend hinzu: «Schon damals im Jahr 2013 waren die Abstände an der Spitze klein. Ich hatte das Glück, einen Zehntelpunkt mehr auf dem Konto zu haben als die Verfolger.»

Will seinen Ansprüchen gerecht werden

Der BTV Luzern-Turner ist ursprünglich beim TV Hünenberg gross geworden. In seiner Rolle als Trainer der Kategorien 6 und 7 schafft er eine klare Trennung zwischen den beiden Vereinen. «In Hünenberg fungiere ich als Leiter, in Luzern als Turner», erklärt er konkret. Seine Trainings- und Leitertätigkeiten hat er auch im Hinblick auf das Grossereignis in Aarau wie gewohnt beibehalten. Noch mehr Schwierigkeiten in seine Übungen einbauen, will er nicht. Lieber bleibt Kurmann im Flow, trainiert konstant seine Fitness und kann dadurch mit den Besten des Landes mithalten. Zweimal vier Stunden Einzel- und Sektionsturnen stehen wöchentlich auf dem Programm. «Ich muss zugeben, meine Übungen sind relativ konstant und ähnlich geblieben», meinte er schmunzelnd. Im Vergleich zu anderen Athleten verzichtet er auf Schwierigkeiten und setzt dafür auf Perfektion und Sicherheit.

Wenn ein Kollege zum Konkurrenten wird

Den direkten Vergleich mit den Top-Athleten kriegt Kurmann vereinsintern mit Fabio Gasser oder bei den Wettkämpfen im Turnverband Luzern, Ob- und Nidwalden. «Mit Fabio und den weiteren Trainingskollegen haben wir eine super Truppe, die sich gegenseitig motiviert und Tipps gibt und sich immer wieder herausfordert», meinte Kurmann. Gasser ist Freund und Konkurrent zugleich, weckt in seinem Kollegen den Ehrgeiz und fordert ihn bei Wettkämpfen immer wieder heraus. So wird Gasser auch am kommenden Sonntag um den Sieg mitreden wollen. Mit Ausnahme von ein paar wenigen Athleten sind all jene, die sich vor sechs Jahren in die Top 10 geturnt haben, in Aarau wieder am Start. Mit Fabio Gasser und dem Rickenbacher Simon Stalder lauern zwei weitere, sehr gefährliche Kandidaten auf Gold.

Ohne Druck in den Wettkampf

In den vergangenen Jahren musste Kurmann lernen, sich selbst nicht zusätzlich unter Druck zu setzen. Das Thema Erwartungshaltung ist allgegenwärtig und entscheidet oftmals über Sieg oder Niederlage. Damals vor sechs Jahren in Biel hatte er sich ganz ohne Erwartungen diesen Turnfestsieg geangelt. Gut vier Monate später, an den Schweizer Meisterschaften, folgte die grosse Enttäuschung. Als Turnfestsieger hatte er sich mehr als einen siebten Rang im Mehrkampf erhofft. «Auf die Wettkampfeinteilung, das Notenniveau und die Wettkampfanlagen kann ich als Athlet keinen Einfluss nehmen. Doch mit welchen Erwartungen ich in den Wettkampf steige, ist einzig und allein meine Entscheidung», erklärt Kurmann einsichtig. Mit seinem dritten Rang an den Getu Games in Malters vom vergangenen Samstag hat er auf jeden Fall bewiesen, dass am Eidgenössischen Turnfest in Aarau mit ihm zu rechnen sein wird.

Hinweis: Alexander Kurmann startet am kommenden Sonntag (12.10 Uhr) in der Sporthalle Schachen am Boden in den Wettkampf. Dann folgen Sprung, Barren, Reck und zum Schluss die Schaukelringe.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.