Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

«Tradition verpflichtet»: Die Korbballer spielen wieder

Die 50. Innerschweizer Meisterschaften sind in den Luzerner Alpenquaihallen eröffnet worden. Die Szene wird kleiner, doch an Protagonisten mit Herzblut mangelt es ihr weiterhin nicht.
Stephan Santschi
Ein Willisauer versucht gegen Neuenkirch einen Korb zu erzielen. Ruswil gegen Schwyz, am Ende wird dieses Spiel mit 12:10 für die Luzerner 1.-Ligisten ausgehen. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 24. November 2018))

Ein Willisauer versucht gegen Neuenkirch einen Korb zu erzielen. Ruswil gegen Schwyz, am Ende wird dieses Spiel mit 12:10 für die Luzerner 1.-Ligisten ausgehen. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 24. November 2018))

Es hat etwas Skurriles an sich, was sich am Samstagabend in Turnhalle 3 der Kantonsschule Alpenquai abspielt. Im U16-Nachwuchs spielt Menznau gegen Escholzmatt, soweit nicht aussergewöhnlich. Nur, dass die Menznauer Equipe aus fünf Knaben und jene von Escholzmatt aus fünf Mädchen besteht. Beim Stand von 18:1 kann das Ergebnis am Wettkampftisch nicht mehr aktualisiert werden, weil es keine Kärtchen mit Zahlen über 18 gibt. Am Ende gewinnen die Menznauer 23:1. Bereits davor hatten sie gegen Unterkulm (16:1), Wolfenschiessen (13:1) und Menznau (23:5) klar gewonnen. «Wir leiden darunter, dass wir bei den U16-Knaben in der Innerschweiz das einzige Team sind», sagt Trainer Peter Pfyffer (48). Deshalb spielen sie bei den Mädchen.

Anhand dieses Umstands lässt sich die Entwicklung des Korbballs dokumentieren. Die Zahl an Vereinen und Spielern ist seit Jahren rückläufig. «Unser Sport ist nicht mehr so attraktiv», sagt Edgar Wicki. Gemeinsam mit seiner Tochter Vera präsidiert er die Interverbandskommission, welche die 50. Innerschweizer Hallenmeisterschaft organisiert. Bis Februar werden in den Alpenquaihallen an sechs Wochenenden Turniere ausgetragen.

Menznau vs. Neuenkirch als Mutter alles Derbys

Edgar Wicki vermutet, dass ihnen der Aufwärtstrend im Unihockey zum Verhängnis geworden ist. Das sei nicht nur in der Innerschweiz der Fall, auch andere Regionen hätten mit denselben Problemen zu kämpfen. «Im Aargau gibt es das Minikorbball für die ganz Kleinen, das ist eine gute Sache. Bei uns sind die Vereine wegen des Aufwands dazu nicht bereit. Ein Jugendteam zu führen, ist Knochenarbeit», sagt Wicki.

Bei ihm selber ist die Leidenschaft für Korbball ungebrochen. Bereits als 16-Jähriger hat er gespielt, heute ist er 53 und noch immer dabei. Neben Einsätzen im 2.-Liga-Team von Menznau fungiert er als Schiedsrichter. Grundsätzlich gehe es auf den Plätzen fair zu und her, doch mitunter könnten die Emotionen auch überborden. «Wir haben unsere Rivalitäten», sagt Wicki. Als Mutter aller Derbys gilt jenes von Menznau und Neuenkirch.

Starke Konkurrenz dank Teams aus NLA und NLB

Zum Start der Innerschweizer Meisterschaften massen sich insgesamt 44 Teams in acht Kategorien (U14 bis 1. Liga). Das Niveau war hoch, dank Ergänzungen aus dem Aargau und Bern beteiligten sich nicht weniger als 11 Teams, die im Sommer auf Rasen in der NLA oder NLB spielten.

Bei den Frauen kommt der regionale Titelverteidiger aus Wolfenschiessen. Im Sommer gelang den Nidwaldnerinnen die Rückkehr in die NLA. Die Hallensaison begann für sie mit zwei Siegen und einer Niederlage, «nicht so schlecht für den ersten Tag», bilanziert Sabrina Achermann. Ihr Kopf ist gerötet und verrät die Anstrengung der eben zu Ende gegangenen Partie gegen Willisau, die mit 4:3 gewonnen wurde. «Teamfähigkeit und Konzentration» brauche es, um erfolgreich zu sein, sagt die 24-Jährige und fügt lächelnd an: «Natürlich sollte man auch den Korb treffen.»

Das Innerschweizer Aushängeschild bei den Männern ist derweil die KR Neuenkirch, die in den letzten vier Jahren jeweils den Regionalmeistertitel in der 1. Liga holte und im Sommer sogar Zweite an den Schweizer Meisterschaften wurde. Aktuell haben die Luzerner einige Abgänge zu verkraften, am Samstag traten sie ohne Ersatzspieler an, aus drei Spielen resultierten vier Punkte.

Zunächst mit Ellbogen, dann mit Handschlag

Nach dem 5:5 gegen Schwyz verlässt Neuenkirchs Captain Oliver Salzmann schimpfend den Ort des Geschehens. Ihm wird die Chance auf den Siegestreffer mit einem Schiedsrichterpfiff genommen. «Es soll Doppel gewesen sein. Vielleicht war es das auch», sagt der 25-Jährige und beruhigt sich schnell. Auf dem Platz spiele er mit Herz und Energie, da würden auch mal die Ellbogen ausgefahren. Nach dem Spiel aber komme es zum Handshake. «Freude, Kommunikation und faires Verhalten gegenüber dem Schiedsrichter sind die wichtigsten Aspekte», betont Salzmann, noch immer mit Feuer in den Augen.

Ein paar Meter neben ihm steht Simon Peier aus Schwyz mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Ihm ist die Genugtuung über das Remis gegen den Meister anzusehen. «Möglichst schnell den Ligaerhalt sichern und zwischendurch einen Grossen ärgern – das sind unsere Ziele», sagt der 36-Jährige. Früher hat er in Brunnen Basketball gespielt. «Es ist individueller, da kann ein starker Spieler den Unterschied ausmachen. Im Korbball kommt es mehr auf das Team an, man gelangt mit Ballstafetten zum Erfolg», erklärt er. Ein weiterer Unterschied findet sich in der Zählweise: Im Korbball gibt es für jeden Treffer einen Punkt und nicht wie im Basketball zwei oder drei.

Prominenter Schwinger überrascht im Training

Die Szene mag also kleiner werden, an begeisterungsfähigen Protagonisten mangelt es ihr aber nicht. Dazu zählt auch der eingangs erwähnte Peter Pfyffer, Trainer der konkurrenzlosen Menznauer U16-Knaben. Auch wenn sie den Mädchen haushoch überlegen sind, feuert er seine Spieler bis zum Schlusspfiff an. «Nächstes Jahr möchte ich an den Schweizer Meisterschaften eine Medaille gewinnen», erklärt er. Um seine Jungs zu fördern, überraschte er sie im Training mit dem ehemaligen Eidgenössischen Kranzschwinger Martin Suppiger aus Willisau. «Er erzählte, wie er sich auf Kämpfe vorbereitete und wie er auch vor einem Duell mit Christian Stucki den Kopf nicht in den Sand steckte.» Den nächsten prominenten Trainingsgast habe er schon im Blickfeld, sagt Pfyffer, ohne Details zu verraten.

Innovativen Personen wie ihm ist es zu verdanken, dass Korbball weiterhin seinen Platz in der Innerschweizer Sportlandschaft hat. «Vereine, die Korbball als ihren Sport sehen, werden bestehen bleiben. Andere werden kommen und gehen», sagt IVK-Präsident Edgar Wicki. Oder wie es der Neuenkircher Captain Oliver Salzmann formuliert: «Tradition verpflichtet.»

Luzern (Alpenquai). 50. Innerschweizer Hallenmeisterschaft, 1. Runde. Frauen, 1. Liga: Willisau – Wolfenschiessen 3:4. Menznau – Dottikon 4:5. Urtenen – Wettingen 10:9. Santenberg – Pfäffikon 3:5. Unterkulm – Küssnacht 11:5. Urtenen – Willisau 10:8. Wolfenschiessen – Menznau 6:7. Wettingen – Unterkulm 8:7. Pfäffikon – Dottikon 3:9. Santenberg – Küssnacht 6:6. Menznau – Urtenen 9:8. Unterkulm – Willisau 7:6. Pfäffikon – Wolfenschiessen 3:5. Küssnacht – Wettingen 6:9. Dottikon – Santenberg 8:2 – Rangliste (alle 3 Spiele): 1. Dottikon 6. 2. Menznau 4. 3. Urtenen 4. 4. Wettingen 4. 5. Unterkulm 4. 6. Wolfenschiessen 4. 7. Pfäffikon SZ 2. 8. Santenberg 1. 9. Küssnacht 1. 10. Willisau 0.

Frauen, 2. Liga: Buochs – Schüpfheim 6:4. Inwil – Schwyz 4:4. Schüpfheim – Inwil 4:4. Buochs – Schwyz 3:8. Buochs – Inwil 3:5. Schwyz – Schüpfheim 6:2.

Frauen U20: Schwyz – Buochs 10:6. Küssnacht – Menznau 6:6. Schwyz – Menznau 6:7. Buochs – Küssnacht 4:7. Schwyz – Küssnacht 3:7. Menznau – Buochs 8:6.

Männer, 1. Liga: Ruswil – Neuenkirch 5:5. Willisau – Buochs 6:4. Schwyz – Wolhusen 9:9. Boswil – Menznau 4:8. Neuenkirch – Willisau 6:5. Bözberg – Wikon 4:5. Buochs – Boswil 5:7. Schwyz – Ruswil 10:12. Wikon – Menznau 6:4. Wolhusen – Bözberg 4:6. Neuenkirch – Schwyz 5:5. Boswil – Willisau 3:8. Wikon – Buochs 7:5. Bözberg – Ruswil 7:7. Menznau – Wolhusen 4:2 – Rangliste (alle 3 Spiele): 1. Wikon 6. 2. Neuenkirch 4. 3. Ruswil 4. 4. Menznau 4. 5. Willisau 4. 6. Bözberg 3. 7. Schwyz 2. 8. Boswil 2. 9. Wolhusen 1. 10. Buochs 0.

Männer, 2. Liga: Neuenkirch II – Hergiswil 8:12. Menznau III – Rickenbach 5:8. Hergiswil – Menznau III 6:3. Neuenkirch II – Rickenbach 4:3. Neuenkirch II – Menznau III 8:3. Rickenbach – Hergiswil 7:4.

Männer U20: Hausen – Wikon 10:8. Wikon – Küssnacht 6:3. Küssnacht – Hausen 5:12. Wikon – Hausen 5:13. Küssnacht – Wikon 4:7. Hausen – Küssnacht 8:2. – Rangliste (alle 4 Spiele): 1. Hausen am Albis 8. 2. Wikon 4. 3. Küssnacht 0.

Mädchen U16: Escholzmatt – Unterkulm 2:5. Menznau (KN) – Escholzmatt 23:1. Unterkulm – Menznau 3:3. Menznau – Menznau (KN) 5:23. Wolfenschiessen – Unterkulm 6:4. Menznau (KN) – Wolfenschiessen 13:1. Menznau – Escholzmatt 7:7. Escholzmatt – Wolfenschiessen 1:7. Unterkulm – Menznau (KN) 1:16.

Knaben U14: Menznau – Küssnacht 9:1. Rickenbach – Buochs 8:4. Menznau – Rickenbach 8:4. Küssnacht – Buochs 2:5. Buochs – Menznau 1:13. Küssnacht – Rickenbach 2:2 – Rangliste (alle 3 Spiele): 1. Menznau 3/6. 2. Rickenbach 3/3. 3. Buochs 3/2. 4. Küssnacht 3/1.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.