Tennisprofikarriere oder nicht? Adam Moundir steht vor einer ungewissen Zukunft

Allmend Luzern gewinnt auch die zweite Parte im NLB-Interclub. Adam Moundir weiss noch nicht, ob er seine Profikarriere fortsetzen soll.

Albert Krütli
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Adam Moundir kämpft in den Einzeln bisher vergebens.

Adam Moundir kämpft in den Einzeln bisher vergebens.

Pius Amrein (lz) / Luzerner Zeitung

In der zweiten Runde des NLB-Interclubs waren die Zuschauer vor allem auf den Auftritt von Adam Moundir (N1.7) gespannt. Die Nummer 1 von Allmend Luzern und der einzige Tennisprofi der Zentralschweiz traf auf Alexander Sadecky (N2.27) von Seeblick Zürich – und verlor klar mit 1:6, 3:6. Der 25-jährige schweizerisch-marokkanische Doppelbürger war entsprechend enttäuscht: «Das war nicht mein Tag. Ich konnte meine gewohnte Leistung nicht abrufen.» Der Luzerner trat gegen Sadecky (33), den früheren Profi, der 2009 in der Weltrangliste als Nummer 313 seine beste Klassierung aufwies, zu ungestüm auf, wollte den Erfolg erzwingen und beging dabei viel zu viele Fehler, womit sein Gegner leichtes Spiel hatte.

Moundir, der bereits in der ersten NLB-Runde sein Einzel gegen Daniel Valent (N2.29, Rapperswil) verloren hatte, weiss noch nicht, ob er seine Profikarriere fortsetzen soll. In der durch die Coronapandemie bedingten Wettkampfpause machte er sich Gedanken, wie es weitergehen soll. Vor dem Einstieg ins Profileben hat er ein Wirtschaftsstudium in den USA abgeschlossen. Nach dem Lockdown hat er sich entschlossen, temporär ins Berufsleben einzusteigen. Bei einem Telekommunikationsspezialisten in Rotkreuz absolviert er ein Praktikum. Im Dezember will Moundir entscheiden, ob er weiter auf den Sport setzt. «Ich bin stolz auf das, was ich bisher als Profi erreicht habe. In der Schweiz gehöre ich zu den Top Ten, in der Weltrangliste schaffte ich es bis auf Position 430», sagt der Luzerner, der aktuell die Nummer 467 ist. Er weiss, dass er noch Potenzial hätte, um sich zu verbessern – er verhehlt aber auch nicht, dass das Nomadenleben im Tennissport kein Zuckerschlecken ist, weil man oft allein um die Welt reist, alles selber organisieren und sich finanziell nach der Decke strecken muss.

Nach der Niederlage im Einzel gewann Moundir an der Seite von Raphael Lustenberger das Doppel souverän und verhalf damit Allmend Luzern zum 6:3-Sieg gegen die Zürcher. Damit liegt das Team von Philipp Dillschneider nach zwei Runden auf Platz zwei. Mit 14 Punkten steht Lugano 1903 vor Allmend (13) an der Spitze. Die Tessiner kamen zu einem 9:0-Forfaitsieg gegen Thun. Bei den Bernern mussten sich einige Stammspieler kurzfristig in Quarantäne begeben und konnten nicht rechtzeitig ein Ersatzteam stellen.

3:3-Remis im zweiten Zentralschweizer Derby

Nach dem 6:0-Sieg von Luzern Lido gegen Zug auf dem schnellen Hallenbelag in Cham kam es am Samstag bei den NLB-Frauen gleich zum zweiten Zentralschweizer Derby. Und diesmal spielte das Wetter mit. Über 300 Tennisfans sahen in Zug den zweiten Auftritt von Martina Hingis, die als ehemalige Nummer 1 der Weltrangliste zwei Punkte zum 3:3 gegen Allmend Luzern beisteuerte. Die 39-Jährige liess mit ihrem variantenreichen und sicheren Tennis der 20 Jahre jüngeren Kristina Milenkovic beim 6:2, 6:1-Sieg keine Chance. Auch im Doppel begeisterte Hingis mir ihrer Klasse das Publikum. Den dritten Punkt spielte Nadine Kenzelmann gegen die 17-jährige Florence Fischer ein. Damit bewies auch die 44-jährige ehemalige Schweizer Spitzenspielerin, dass sie gegen jüngere Gegnerinnen gewinnen kann. 6:4, 6:4 siegte die gebürtige Winterthurerin, die aber weiss, wie hart solche Erfolge zu erringen sind: «Das Tempo der jungen Spielerinnen ist enorm und dazu kommt, dass wir in unserem Alter auch viel mehr Zeit für die Regeneration brauchen.» Eines steht für Kenzelmann aber jetzt schon fest: Die ältere Zuger Garde wird auch im nächsten Jahr den jungen Spielerinnen auf den Zahn fühlen.

Allmend-Captain Corinne Erni präsentierte sich bei ihren beiden Auftritten als Entfesselungskünstlerin. Die bald 47-Jährige gewann ihr Einzel gegen die drei Jahre jüngere Géraldine Dondit 3:6, 7:6, 6:3, wobei sie im Entscheidungssatz 1:3 hinten lag. Noch dramatischer war der Spielverlauf im Doppel an der Seite von Florence Fischer gegen Dondit/Kenzelmann. Die Zugerinnen gewannen den ersten Satz 6:4, die Luzernerinnen den zweiten 7:5. Im Champions-Tiebreak führten Erni/Fischer zwar 5:1, verloren dann aber die nächsten sieben Punkte. In der Folge wehrte das Allmend-Duo gleich drei Matchbälle ab und entschied den Krimi schliesslich mit 14:12 zu seinen Gunsten. Damit übernahm Allmend Luzern mit acht Punkten die Tabellenführung vor Luzern Lido (6).

Interclub

NLB. Männer. Gruppe 1. 2. Runde: Allmend Luzern – Seeblick ZH 6:3. Rapperswil – CT Neuchâtel 4:5. Lugano 1903 – Tennisclub Thun 9:0 w.o. – Rangliste (alle 2 Spiele): 1. Lugano 1903 14. 2. Allmend Luzern 13. 3. CT Neuchâtel 9. 4. Seeblick ZH 8. 5. Rapperswil 6. 6. Tennisclub Thun 4. – 3. Runde. Samstag, 12. September, 12.00: Tennisclub Thun – Allmend Luzern, Lugano 1903 – Rapperswil, Seeblick ZH – Neuchâtel.

Allmend Luzern – Seeblick ZH 6:3
Adam Moundir (N1.7) v. Alexander Sadecky (N2.27) 1:6, 3:6. Jonas Schär (N2.18) s. Amar Hromic (N4.100) 6:2, 6:2. Mischa Lanz (N2.24) s. Gilles Eckert (R1) 6:7, 6:3, 6:0. Raphael Lustenberger (N2.28) s. Ioannis Von Meyenburg (R1) 6:1, 6:2. Timo Lanz (N3.66) s. Benjamin Kilchherr (R1) 6:0, 6:2. Yaka Sokolaj (R1) v. Dylan Dietrich (R1) 2:6, 2:6. Schär/Mischa Lanz s. Sadecky/Hromic 6:0, 6:3. Moundir/Lustenberger s. Eckert/Kilchherr 6:2, 6:2. Timo Lanz/Sokolaj v. Von Meyenburg/Dietrich 4:6, 6:2, 5:10.

Gruppe 2. 2. Runde: Belvoir ZH – LTC Winterthur 2:7. Teufenthal – Büsingen 5:4. Horgen spielfrei. – Rangliste: 1. LTC Winterthur 2/13. 2. Horgen 1/8. 3. Teufenthal 2/8. 4. Büsingen 1/4. 5. Belvoir ZH 2/3.
Modus: Finalsieger der beiden Gruppenersten steigt in die NLA auf, keine Absteiger.

NLB. Frauen. 2. Runde: Zug – Allmend Luzern 3:3. les Iles Sion – Dählhölzli BE 1:5. Luzern Lido spielfrei. – Rangliste: 1. Allmend Luzern 2/8. 2. Luzern Lido 1/6. 3. Dählhölzli BE 1/5. 4. Zug 2/3. 5. les Iles Sion 2/2. – Modus: Gruppensieger steigt in die NLA auf, kein Absteiger. – 3. Runde. Samstag, 12. September, 12.00: les Iles Sion – Zug, Dählhölzli BE – Luzern Lido, Allmend Luzern spielfrei.

Zug – Allmend Luzern 3:3
Martina Hingis (N1.8) s. Kristina Milenkovic (N3.32) 6:2, 6:1. Géraldine Dondit (R2) v. Corinne Erni (R1) 3:6, 7:6, 3:6. Nadine Kenzelmann (R2) s. Florence Fischer (R1) 6:4, 6:4. Barbara Suter (R2) v. Selina Kaufmann (R1) 1:6, 1:6. Hingis/Suter s. Milenkovic/Kaufmann 6:1, 6:3. Dondit/Kenzelmann v. Erni/Fischer 6:4, 5:7, 12:14.

NLC. Männer. 2. Runde. Gruppe 4: Meggen – Wohlen Niedermatten 6:3. Basler LTC – Horgen 2:6. Wettswil – Aarau 3:6. – Rangliste: 1. Balser LTC 2/7. 2. Wohlen Niedermatten 2/7. 3. Horgen 2/6. 4. Meggen 1/6. 5. Aarau 2/6. 6. Wettswil 1/3. – 3. Runde. Samstag, 12. September, 15.00: Basler LTC – Meggen.

Meggen – Wohlen-Niedermatten 6:3
Yanis Moundir (N4.71) s. Nathan Eugster (N4.113) 6:2, 6:0. Tim Srkala (N4.120) v. Levin Müller (N4.124) 1:6, 2:6. Andrin Casanova (N4.142) s. Martin Brummer (R2) 6:2 6:1. Manuel Bernhard (R1) s. Elia Lauper (R2) 6:0, 6:3. Urs-Florian Widow (R1) v. Pascal Jost (R2) 3:6, 4:6. Moritz Bernhoerster (R1) s. Denis Plüss (R2) 6:3, 6:3. Moundir/Sinan Kasap (R5) v. Eugster/Müller 6:7, 6:4, 4:10. Bernhard/Widow s. Brummer/Plüss 6:1, 6:3. Casanova/Meo Trinkler (R2) s. Lauper/Jost 6:1, 6:4.

Gruppe 6: Uster – Allmend Luzern 6:1. Weinfelden – St. Gallen 0:8. Thalwil – Niederurnen nicht gemeldet. – Rangliste: 1. St. Gallen 2/14. 2. Uster 2/9. 3. Thalwil 2/7. 4. Niederurnen 2/6. 5. Weinfelden 2/3. 6. Allmend Luzern 2/1. – 3. Runde. Samstag, 12. September, 14.00: Allmend Luzern – Thalwil.

Uster – Allmend Luzern 6:1
Morris Haab (R1) s. Jan Viol (R2) 6:0, 6:4. Jannis Liniger (R2) s. Mirko Richter (R2) 7:6, 5:7, 7:6. Christian Rüegg (R3) v. Matej Kostadinov (R2) 3:6, 7:6, 1:6. Tihomir Lebo (R3) s. Cyrill Enz (R4) 6:2, 6:2. David Zogg (R4) s. Sandro Jaray (R4) 6:2, 6:1. 6. Einzel nicht gespielt. Haab/Dominik Egolf (R4) s. Viol/Enz 6:4, 2:6, 10:8. Rüegg/Simon Muntwyler (R1) s. Kostadinov/Jaray 6:4, 6:7, 12:10. 3. Doppel nicht gespielt.

Gruppe 7: Horw – Lutry 5:4. Genève E.V. – Sporting BE 9:0. Scheuren – Herzogenbuchsee 4:5. – Rangliste (alle 2 Spiele): 1. Genève E.V. 17. 2. Herzogenbuchsee 12. 3. Lutry 6. 4. Horw 5. 5. Scheuren 5. 6. Sporting BE 0. – 3. Runde. Samstag, 12. September 14.00: Horw – Genève E.V.

Gruppe 8: Pully – Zug 8:1. Brugg – Morges 4:5. Kleinbasel – Old Boys BS 3:6. – Rangliste: 1. Pully 1/8. 2. Old Boys BS 2/6. 3. Morges 1/5. 4. Brugg 2/4. 5. Kleinbasel 2/3. 6. Zug 2/1. – 3. Runde. Samstag, 12. September, 12.00: Zug – Kleinbasel.
Modus: Keine Aufsteiger, keine Absteiger.

Pully – Zug 8:1
Marton Bots (N4.84) s. Patric Nüesch (R2) 6:1, 6:2. Yannis Boson (N4.109) s. Christian Schäfer (R3) 6:2, 6:4. Baptiste Lanini (R2) s. Nico Gysi (R4) 6:2, 6:1. Florian Hofstetter (R2) s. Hubert Gmünder (R4) 6:4, 6:4. Olivier Thomas (R3) v. Raphael Senn (R5) 0:6, 6:3, 3:6. 6. Einzel gewinnt Pully wo. Boson/Hofstetter s. Gysi/Schäfer 6:3, 6:0. Lanini/Frédéric Honsberger (R2) s. Hüesch/Gmünder 6:4, 7:6. 3. Doppel für Pully wo.

NLC. Frauen. 2. Runde. Gruppe 2: Luzern Lido – Dufour 2 4:0. Horgen – Wohlensee 4:2. Lancy Fraisiers spielfrei. – Rangliste: 1. Luzern Lido 2/4. 2. Horgen 2/4. 3. Wohlensee 2/2. 4. Lancy-Fraisiers 1/0. 5. Dufour 2 1/0.– 3. Runde. Samstag, 12. September, 11.00: Luzern – Lido Horgen.
Modus: Keine Aufsteiger, keine Absteiger.

Luzern Lido – Dufour II 4:0
Lena Peyer (R1) s. Nilgen Hodzic (R2) 6:4, 6:2. Esmeralda Brunner (R1) s. Matilda Dürig (R3) 6:3, 7:5. Chantal Prêtre (R2) s. Lisa Zaugg (R4) 6:4, 6:0. Sultana Mavric (R2) s. Julie Lovens (R5) 6:0, 6:1. Die beiden Doppel wurden nicht gespielt.