Leichtathletik
Nidwaldner Teamkolleginnen reisen an die U23-Europameisterschaft

Sandra Röthlin und Julia Niederberger von der LA Nidwalden überzeugen an den Schweizer Meisterschaften.

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Sandra Röthlin kommt der europäischen Spitze näher.

Sandra Röthlin kommt der europäischen Spitze näher.

Bilder: Hanspeter Roos

(PD) Mit berechtigten Hoffnungen auf gute Resultate reisten die im Athletikzentrum Sarnen-Unterwalden trainierenden Sandra Röthlin und Julia Niederberger von der LA Nidwalden an die Schweizer Meisterschaften der Aktiven nach Langenthal. Für Niederberger war es die letzte Chance, sich für die Teilnahme an den U23-Europameisterschaften in Tallinn zu qualifizieren. Für Röthlin, die den Wert bereits im ersten Siebenkampf der Frauen in Landquart erreichte, ein letzter Formtest.

Mit 56410 Punkten übertraf Röthlin den geforderten Wert ein weiteres Mal um 91 Punkte. Doch sie verpatzte den Weitsprung, um ihre Bestmarke von Landquart um Mai von 5770 Punkten weiter zu steigern. Sie hatte dort auch den Bestwert der früheren Mehrkampf-Schweizer-Meisterin Nicole Kiser um 55 Punkte übertroffen und aufgezeigt, dass sie der europäischen Spitze immer näher kommt. Angefangen mit einer Bestleistung von 13,69 Sekunden über 100 m Hürden, egalisierte sie ihren Freiluftbestwert im Hochsprung von 1,66 m. Mit 13,35 m im Kugelstossen und einer weiteren Bestleistung im 200-m-Lauf in 24,96 Sekunden beendete sie den ersten Mehrkampftag um 44 Punkte über ihrem Bestwert.

Niederberger musste bis am Montag bangen

Im Weitsprung (5,57 m) fehlt dagegen noch die Feinabstimmung von Einspringen und Wettkampf. Die beiden übertretenen Versuche waren über 6 m und zeigten der Zierpflanzengärterin auf, dass alleine in dieser Disziplin über 160 Punkte mehr drin sind. Der Speerwurf bewegte sich mit 41,77 m im Bereich ihrer Bestleistung. Im 800-m-Lauf stellte sich Röthlin als Tempomacherin zu Verfügung. Nach einer schnellen Runde in 66 Sekunden beschränkte sie sich, im Hinblick auf die EM, auf das Nötigste, um nicht zu viel Energie zu verpuffen. Der 2. Rang hinter der ehemaligen U23-Europameisterin Caroline Agnou und die Gewissheit, dass über 5900 Punkte möglich sind, lassen die Kernserin beruhigt an die EM reisen. Sie strebt ein Top-10-Ergebnis an.

Julia Niederberger wird für ihren Einsatz belohnt.

Julia Niederberger wird für ihren Einsatz belohnt.

Der Buochserin Julia Niederberger fehlten noch 0,16 Sekunden im 400-m-Lauf für eine EM-Qualifikation. Der Traum, mit ihrer Trainingskollegin Röthlin an diesen Event zu reisen, erfüllte sie sich mit einem perfekten Rennen im Vorlauf in 54,96 Sekunden. Niederberger qualifizierte sich damit für den SM-Final und überzeugte dort mit 55,16 Sekunden und dem 5. Rang. Dies in einer Disziplin, in der die Leistungsdichte extrem ist. Da gleich sieben Schweizerinnen den EM-Wert erfüllten, musste Niederberger bis Montag um ihre Teilnahme bangen, bis der Selektionsentscheid verschickt wurde. Ihr riesiger Einsatz in den letzten Jahren wurde von Swiss Athletics mit dem Aufgebot für den 400-m-Lauf und für das Team der 4x40-m-Staffel belohnt.

Es drängt sich eine weitere Professionalisierung auf

Die Reduzierung des Arbeitspensums auf 60 Prozent bei Röthlin beziehungsweise 80 Prozent bei Niederberger trägt immer mehr Früchte. Um den Weg an die internationale Spitze zu schaffen, wird eine weitere Professionalisierung unumgänglich sein. Diese ist aber in der Schweiz nicht ganz so einfach zu bewerkstelligen, wenn man nicht einen Akademischen Weg in der Ausbildung eingeschlagen hat. «Wir hoffen, dass wir im Verband und im Kanton in Zukunft dafür den nötigen Support zu bekommen, um den Athletinnen und dem Trainerteam, das für ein unglaubliches Pensum nur sehr spärlich entschädigt wird, eine Existenzsicherheit zu geben», sagt der Präsident des Athletikzentrums, Thomas Zumstein.

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