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Baseball ist ein Sport für Einzelkämpfer in einem Team

Die Eagles Reussbühl spielen bei den Frauen und den Männern in der höchsten Liga. In Amerika und Asien beliebt, ist bei uns das Interesse an Baseball jedoch gering. Wir haben nachgefragt, woran das liegt – und dabei gleich ein paar Bälle geworfen.
Roger Rüegger
Pitcher Ryan Byrne wirft einen Fastball zum Catcher. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)Pitcher Ryan Byrne wirft einen Fastball zum Catcher. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)
Batter Raphael Strub schlägt auf dem Spielfeld in Reussbühl einen Ball zu Teamkollege Franklin Chavez. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)Batter Raphael Strub schlägt auf dem Spielfeld in Reussbühl einen Ball zu Teamkollege Franklin Chavez. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)
Catcher Eric Elkus fängt einen Ball, der sich weit ausserhalb der Strike Zone befindet. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)Catcher Eric Elkus fängt einen Ball, der sich weit ausserhalb der Strike Zone befindet. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)
Yannick Brot, Spieler der Eagles Luzern und des Nationalkaders erklärt unserem Autor Roger Rüegger den Unterschied zwischen einem Fastball uund einem Curveball. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)Yannick Brot, Spieler der Eagles Luzern und des Nationalkaders erklärt unserem Autor Roger Rüegger den Unterschied zwischen einem Fastball uund einem Curveball. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)
Die Anzeigetafel im Ballpark des Baseball- und Softballclub Eagles Luzern. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)Boris Bürgisser / LZDie Anzeigetafel im Ballpark des Baseball- und Softballclub Eagles Luzern. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)

Boris Bürgisser / LZ
Autor Roger Rüegger beim Training mit dem Nationalliga A-Team der Eagles Luzern. Hier beim Versuch eines Fastballs. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)Autor Roger Rüegger beim Training mit dem Nationalliga A-Team der Eagles Luzern. Hier beim Versuch eines Fastballs. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)
Der Kanadier Julien Miron (rechts) und Franklin Chaves aus der Dominikanischen Republik beim Infield Training. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)Der Kanadier Julien Miron (rechts) und Franklin Chaves aus der Dominikanischen Republik beim Infield Training. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)
Der Amerikaner Tom Huston fängt als Catcher einen Fastball. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)Der Amerikaner Tom Huston fängt als Catcher einen Fastball. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)
Julien Miron mit perfekter Wurfhaltung beim Infield Training. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)Julien Miron mit perfekter Wurfhaltung beim Infield Training. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)
Ein kleiner Einblick ins Materiallager des Baseball-Teams Eagles. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)Ein kleiner Einblick ins Materiallager des Baseball-Teams Eagles. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)
Raphael Strub schlägt präzise Bälle fürs Outfield Training. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)Raphael Strub schlägt präzise Bälle fürs Outfield Training. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 25. April 2019)
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Ein Trainingsbesuch im Ballpark des Baseball Club Eagles Luzern

Der Batter schwingt den Stock. Er wartet, bis der Pitcher wirft. Dann fliegt der Ball in die Fanghand des Catchers – «Strike». Der Batter reagiert nicht, das Spiel ist aus. Die Tampa Bay Rays besiegen die Baltimore Orioles 4:2 – obwohl eigentlich nichts geschehen ist. Trifft der Batter den Ball nicht, passiert auch auf dem Feld nichts. Der Spieler kann nicht auf die First Base rennen und schon gar keinen Homerun notieren. Es gibt auch für die Spieler im Outfield nichts zu tun. Kein Ball, den sie fangen können und somit den Gegenspieler vom Feld schicken. Baseball ist vermeintlich so spannend wie Schlagball in der Schule gar nicht.

Doch es gibt hierzulande Männer und Frauen, die dem Sport mit Enthusiasmus nachgehen. Wie die Eagles Luzern. Der Ballpark des Baseball- & Softballclubs liegt im Ruopigenring. Fünf Teams spielen Meisterschaft: Je ein Männer- und ein Frauenteam in der NLA, je ein Männerteam in der NLB und der 1. Liga sowie ein Juniorenteam. Yannick Brot aus Honau ist einer der rund 90 Eagles. Der 22-Jährige liebt diesen Sport. Dass nicht viele in der Schweiz seine Leidenschaft teilen, erklärt er so: «Manche glauben, Baseball sei ein Spiel für fette Leute, weil man sich nicht bewegen muss.» Der Nationalspieler kann nachvollziehen, dass Personen, welche die Regeln nicht kennen, so denken. «Klar ist nicht immer Action im Spiel. Die Partie plätschert vermeintlich vor sich hin – bis der Ball getroffen wird. Dann geht die Post aber ab. Er fliegt oft ins Outfield, wo die Spieler plötzlich Hauptakteure werden und flink reagieren müssen.»

Ein einziger Fehler kann ein Spiel auf den Kopf stellen

Weil der Ball auf dem Weg ins Outfield lange unterwegs ist, können die Spieler die Flugbahn ausrechnen. Deshalb wird der Ball meistens gefangen und der Batter ist out. Fällt der Ball aber zu Boden, darf der Batter auf den Bases vorrücken und kann eventuell punkten. Fängt ein Spieler im Outfield den Ball also nicht, wird ihm dieser Fehler etwa so verziehen, wie einem Fussballer das Verschiessen eines Elfmeters.

Yannick Brot liebt die Vielseitigkeit und der Tempowechsel: «Baseball ist ein Sport für Einzelkämpfer in einem Team. Man muss die richtige Balance finden. Ein Fehler eines Spielers kann die Partie auf den Kopf stellen. Andrerseits kann man die Partie seines Lebens spielen, während sein Team trotzdem unter geht.» Seine Faustregel: «Man muss beim Baseball den Ball immer suchen. Wer glaubt, sich verstecken zu können, wird vom Ball gefunden.» Mit dieser Aussage bringt es Yannick Brot, der bei den Eagles Pitcher, First Base und im Outfield spielt, auf den Punkt.

Davon überzeugten wir uns Ende April. Der Autor absolvierte ein Training mit dem NLA-Team und hatte sofort alle Hände voll zu tun. Die Einheit begann mit Sprints und Dehnübungen, Stretching der Arme und dem lockeren Werfen einiger Bälle. Die ersten Würfe über 20 Meter funktionierten nicht schlecht. Dann wurde die Distanz grösser und damit die Herausforderung. Nächste Aufgabe war, als Pitcher Fastballs zum Catcher zu werfen. Ein Fastball ist präzise und hart, sodass der Batter, der vor dem Catcher steht, ihn nicht treffen soll. Die Wurfdistanz beträgt 18,39 Meter (siehe Grafik). «Wirf dem Catcher den Ball in den Handschuh», riet Yannick. Sein Team-Kollege Ryan Byrne zeigt, wie das bei Nationalspielern aussieht. Sein Ball fliegt pfeilgerade in Catcher Erics Fanghandschuh. Der Amerikaner schnappt die Bälle sicher. Ziel des Balls ist die Strikezone, ein imaginäres Fenster über der Homeplate. Es reicht von den Knien bis zu den Achseln des Batters.

Das Pitching ist der Teil, den Baseball-Laien als uninteressant empfinden, weil die Bälle der Profis mit Geschwindigkeiten weit jenseits der 100 km/h beim Catcher ankommen und daher relativ selten vom Batter getroffen werden. Fängt der Catcher drei Bälle innerhalb der Strikezone, ist der Batter out. Was einfach aussieht, ist für den Anfänger unmöglich auszuführen. Seine Bälle fliegen nur ungefähr in Richtung Strikezone, sodass sich Eric bei jedem Wurf strecken muss, um den Ball zu fangen. Solche Pitchers sind für das angreifende Team mit dem Batter ein Vorteil. Denn wird die Strikezone viermal nicht getroffen, darf der Batter auf die erste Base vorrücken, ohne dass er einen Ball trifft. Das nennt sich Walk. Es gilt also: Je schlechter der Pitcher, desto grösser die Chance des angreifenden Teams, zu punkten. Wirft der Pitcher hingegen Strikes, steigen die Chancen auf einen Sieg seines Teams.

Als Nächstes ging’s zum Infield-Training. Vier Amerikaner, ein Kanadier, zwei aus der Dominikanischen Republik und drei Schweizer sind dabei. Trainer Adam Greenberg schlägt die Bälle flach über den Boden. Die Spieler müssen dem Ball entgegenrennen, ihn aufnehmen und sofort an den Mann an der First Base werfen. Das muss alles sehr schnell vonstatten gehen. Während die Baseballer die Bälle knallhart werfen, gelingen dem Schnupperstift nur Bogenlampen, sodass wohl jeder Catcher problemlos die First Base erreichen würde. Mehrere Spielsituationen werden geübt. Herumstehen ist keine Option.

Die Eagles Luzern sind auf Playoff-Kurs

Danach geht’s zum Outfield-Training. Der Trainer schlägt jetzt lange Bälle. Die Spieler im Center Field sind stets in Bewegung. Denn wer den Ball nur staunend beobachtet, fängt ihn nicht. Auch der Autor bewegt sich nach dieser Erkenntnis. Dennoch ist sein Erfolg bescheiden. Die Bälle nähern sich nämlich in einem Tempo, das den nicht versierten Baseballer schlicht überfordert.

Das nachfolgende Schlagtraining findet in einer Scheune neben dem Spielfeld statt. Die Eagles haben dafür Räume mit Matratzen und Netzen ausgestattet. «Bei Dämmerung ist Schlagtraining unmöglich», erklärt Brot. Mit einem guten Gefühl, bereits schmerzenden Muskeln und ausser Atem verlassen wir den Ballpark und ziehen den Hut vor den Eagles. Das Team will um die Meisterschaft spielen. Derzeit sind sie Dritte. Die vier Bestplatzierten spielen die Playoffs. Letzte Saison scheiterten sie im Halbfinal an den Therwil Flyers, obwohl sie in der Serie Best of 5 mit 2:0 vorne lagen. Auch am Samstag verloren die Luzerner gegen die Flyers. Warten wir die Playoffs ab.

Das gilt es zu wissen über Baseball

Baseball wird von zwei Teams mit je 9 Spielern gespielt. Ähnlich wie beim Brennball oder Schlagball versucht der Batter der Schlagmannschaft (Angreifer), den Ball mit dem Schläger so wegzuschlagen, dass er über drei Stationen (Base) wieder zur Startposition (Homeplate) gelangt und einen Punkt (Run) erringt. Der Batter muss dabei nicht direkt zur Homeplate rennen, sondern kann sich auf die Bases retten. Er kann dann durch den Schlag des nachfolgenden Spielers oder durch Unachtsamkeit der Verteidigung weiterrennen. Die verteidigende Mannschaft (Feldmannschaft) versucht, Runs zu verhindern, indem sie drei Spieler der Angreifer ins Out befördert. Dies, indem ein Läufer oder das Base mit dem gefangenen Ball berührt wird, bevor der Läufer die Base erreicht oder der Ball direkt aus der Luft gefangen wird. Nach drei Outs wird die Schlagmannschaft zur Feldmannschaft und umgekehrt. Nach weiteren drei Outs ist ein Durchgang (Inning) beendet. Gespielt wird über 9 Innings. (rr)

Ausdrücke im Baseball

Pitcher: Werfer. Catcher: Fänger. Batter oder Hitter: Schlagmann. Shortstop: Position zwischen der zweiten und dritten Base. Homerun: Lauf über alle vier Bases. Fastball: Art, einen Ball zu werfen. Strike: präzis geworfener Ball, der vom Batter nicht getroffen wird. Hinweis Infos unter: www.eagles-baseball.ch

Luzern Eagles verspielen 5:0-Führung

Gegen den letztjährigen Schweizer Meister Therwil Flyers legten die Eagles einen Blitzstart hin. Nach dem ersten Inning lagen die Luzerner mit 5:0 vorne. Die Flyers fanden danach immer besser ins Spiel und profitierten auch von einigen Fehlern der Eagles-Defensive. Da die Luzerner in der Folge nur noch zwei Runs erzielten, setzte es eine ärgerliche 7:8-Niederlage für die Eagles ab. Das zweite Spiel musste wegen Schneefalls abgebrochen werden. (pd/le)

Baseball. Männer, NLA: Therwil Flyers – Luzern Eagles 8:7. Sissach – Bern 8:6, 7:3. Zürich Barracudas – Wil 15:2, 9:8. – Rangliste: 1. Therwil Flyers 5/0. 2. Zürich Barracudas 4/0. 3. Luzern Eagles 3/2. 4. Zürich Challengers 2/2. 5. Sissach Frogs 2/4. 6. Bern Cardinals 1/5. 7. Wil Devils 0/4. – Nächstes Spiel. Sonntag: Sissach Frogs – Luzern Eagles (11.00 und 14.00). Softball. Frauen, NLA. 1. Spieltag: Luzern Eagles – Zürich Challengers 8:5 und 10:0. – Nächstes Spiel. Samstag: Luzern Eagles – Bern Cardinals (11.00 und 13.30, Hinterruopigen).

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