Sophie Joline von Felten hegt grosse Eiskunstlaufträume

Die 10-Jährige Sophie Joline von Felten gewinnt an der Schweizer Meisterschaft Gold.

Michael Wyss
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Sophie Joline von Felten vom EK Luzern läuft in Lugano zum Schweizer-Meister-Titel.

Sophie Joline von Felten vom EK Luzern läuft in Lugano zum Schweizer-Meister-Titel.

Bild: PD

«Ich bin sehr glücklich, dass ich die Goldmedaille gewonnen habe», freute sich Sophie Joline von Felten (Niveau Intergold advanced). Die in Zürich geborene Schweizerin, wohnhaft in Wettingen und für den Eisklub Luzern startende Fünftklässlerin, wurde an den Schweizer Meisterschaften in Lugano in der Kategorie Mini U12 Erste, mit einer persönlichen Bestleistung von 105,07 Punkten, was die Eltern und das EKL-Trainerteam stolz machte. Mutter Inna von Felten (45) zur Begabung ihrer Tochter: «Sophie Joline ist mit dem Eiskunstlauf-Gen geboren, den bereits ihr Grossvater war Eisschnelläufer.»

Für die 10-Jährige, die in der Woche bis zu 18 Stunden trainiert und diverse Wettkämpfe bestreitet, war der Gewinn der Goldmedaille der grösste Erfolg. «Ich habe schon viele Wettkämpfe gewonnen. Dieser Titel ist aber etwas Spezielles für mich.» Und welche Ziele verfolgt die 10-Jährige, die sich als stur und ehrgeizig bezeichnet, mit Berufswunsch Chirurgin? «Ich möchte einmal an der NHK Trophy in Japan, einem Wettbewerb der besten Eisläufer, starten und für die Schweiz an einer Winter-Olympia teilnehmen. Das sind grosse Träume von mir.»

Olympiasieger Pluschenko kennen gelernt

Vom Alter her wäre eine Olympia-Teilnahme mit 16 Jahren möglich. Das wäre 2026 der Fall, wenn in Italien die Winterspiele durchgeführt werden. Die im Sternzeichen Widder geborene: «Ja, das ist ein Ziel, eine Vision, welcher Sportler träumt nicht davon?» Dass in ihr grosses Talent schlummert, hatte bereits Alexei Mischin (78) bemerkt, der weltbekannte Trainer, unter anderem von Jewgeni Pluschenko (dem mehrfachen Europameister, Weltmeister und Olympiasieger). «Ich war einmal in einem Trainingscamp, wo ich Pluschenko und Mischin kennenlernen durfte. Das war ein Riesenerlebnis für mich.« Und was sagte Mischin? «Ich müsse unbedingt weiter machen mit dem Eiskunstlauf. Er sehe viel Talent.»

Mehrmals die Woche 130 Kilometer Autofahrt

Warum trainiert die frischgekürte Schweizer Meisterin eigentlich in Luzern? Inna von Felten: «Der EK Luzern ist eine Topadresse in der Schweiz. Wir haben eine super Infrastruktur und tolle Trainer vorgefunden. Zudem spürten wir von Anfang an, dass der EKL ein herzlicher und familiär geführter Verein ist, was auch vom Vorstand und den Trainern vorgelebt wird. Wir sind glücklich hier und meine Tochter hat viele Freundschaften geknüpft. Ich nehme die 130 Kilometer Autofahrt von Wettingen nach Luzern und zurück gerne mehrmals in der Woche auf mich, denn es lohnt sich.»

Die 10-Jährige hat übrigens eine eigene Homepage (www.sophiejoline.com). «Eiskunstlauf ist eine wunderschöne und facettenreiche Sportart, aber leider eine Randsportart. Sponsoren lassen sich nur schwer finden. Deshalb kann man auch Sponsor werden und Sophie Joline auf dem Weg zu ihrem Traum unterstützen.»

Lugano. Schweizer Eiskunstlauf-Meisterschaften. Mini (40 Teilnehmerinnen): 1. Sophie Joline von Felten (Zürich/EK Luzern) 105,07 Punkte. 8. Jayana Tischler (Luzern/ISC Engelberg) 79,76. 10. Elle Fehn (Engelberg) 77,64. 18. Anna Spitznagel (Luzern) 69,82. 24. Amina Shamsutdinova (Küssnacht) 66,34. – Jugend U13: 5. Valeria Ackermann (Zug) 80,97. 8. Sienna Kemppi (Zug) 77,89 12. Karina Okabe (Luzern) 75,30.