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Diese zwei Handballerinnen schreiben bereits Geschichte

Die Schweizer U17-Auswahl gewinnt die B-EM. Im Allstar-Team stehen zwei Zentralschweizerinnen.
Stephan Santschi
Debora Annen (rechts) holt im Spiel gegen Litauen zum Sprungwurf aus. Bild: PD (Tiflis, 7. August 2019)

Debora Annen (rechts) holt im Spiel gegen Litauen zum Sprungwurf aus. Bild: PD (Tiflis, 7. August 2019)

Soraya Schaller nimmt die Auszeichnung für die beste Torhüterin entgegen. Bild: PD

Soraya Schaller nimmt die Auszeichnung für die beste Torhüterin entgegen. Bild: PD

«Unglaublich. Ich schaffte es nicht, meine Tränen zu unterdrücken. Wir haben uns kaum beruhigen können», schwärmt Kreisläuferin und Abwehrspezialistin Debora Annen aus Arth. «Das ist ein riesiger Erfolg für den Schweizer Frauen-Handball, ein wichtiger Schritt für den Verband. Es war mir eine Ehre, dabei zu sein», sagt Goalie Soraya Schaller aus Ruswil.

Annen, Schaller und alle anderen Mitglieder des Schweizer U17-Nationalteams gewannen am vorletzten Wochenende in Tiflis die EHF Championship, welche den Stellenwert einer B-Europameisterschaft hat (wir berichteten). Das alleine erklärt die grossen Emotionen nach dem 35:27-Sieg im Final gegen Serbien allerdings noch nicht.

Debora Annen trotzt körperlichen Problemen

Verziert wurde die Torte nämlich gleich mit drei süssen Sahnehäubchen. Die Schweiz hat sich dank diesem Exploit für nicht weniger als drei Endrunden qualifiziert – die U18-WM im nächsten Jahr in China sowie die U19- und U17-EM im Sommer 2021. Es werden alles Premieren sein, denn bisher hat in der Verbandshistorie überhaupt noch nie ein weibliches Nationalteam an einem internationalen Grossanlass teilgenommen.

Für Debora Annen und Soraya Schaller werden die Tage in Georgien aber auch aus persönlichen Gründen unvergesslich bleiben. Gemeinsam mit der St.Gallerin Malin Altherr wurden die beiden Zentralschweizerinnen in das Allstar-Team gewählt. «Überwältigt» (Annen) und «überrumpelt» (Schaller) waren sie, als sie davon erfuhren. Dass ihnen solch formidable Leistungen gelungen sind, war nämlich keineswegs selbstverständlicht.

Zunächst zu Debora Annen. Die Tochter des ehemaligen Weltklasse-Bobfahrers Martin Annen hat eine sehr schwierige Saison hinter sich. Zum einen musste sie sich wegen eines Knochenwuchses im Ellbogengelenk einer Operation unterziehen, andererseits laborierte sie während acht Monaten am Pfeifferschen Drüsenfieber. «Alle drei Wochen lag ich mit Fieber und Halsschmerzen im Bett», erzählt sie. Lange war fraglich, ob sie überhaupt rechtzeitig fit wird. Umso schöner ist nun die Genugtuung über das Geleistete, denn in Tiflis avancierte die 17-jährige Schwyzerin zu einer absoluten Leistungsträgerin. In der Abwehr übernahm die 1,81 Meter grosse und kräftige Athletin die Chefrolle. Und aufgrund des verletzungsbedingten Ausfalls einer Teamkollegin kam die Kreisläuferin auch im Angriff zu viel Einsatzzeit. «Das körperbetonte Spiel, das liegt mir», erklärt Annen. Aktuell absolviert sie beim Kanton Zug ihre KV-Lehre, sportlich ausgebildet wird sie seit fünf Jahren vom LK Zug. Zwei Meistertitel gewann sie im Nachwuchs (U18, U13), mittlerweile hat sie den Sprung zu den Aktiven geschafft. Am übernächsten Wochenende startet Annen mit dem LKZ II in die SPL2-Saison.

Soraya Schaller trotzt den fehlenden Zentimetern

Soraya Schaller verkörperte in Tiflis derweil den sicheren Rückhalt im Tor. Vor allem im Halbfinal gegen die Ukraine (22:21), in dem die Schweiz im Angriff nicht auf Touren kam, wuchs sie über sich hinaus und parierte unter anderem zwei Penalties. «Als Goalie kann ich in entscheidenden Situationen viel Einfluss nehmen. Diesmal hat es geklappt», freut sich die 17-jährige Luzernerin. Mit 1,67 Metern Grösse ist sie für eine Torhüterin klein gewachsen, doch davon lässt sie sich nicht unterkriegen. «Ich kompensiere das mit Schnelligkeit und Willen», sagt Schaller und verweist auf die spanische Nationaltorhüterin Silvia Navarro, die mit 1,65 Metern auf ein Toplevel kam. Gefördert wird der Optiker-Lehrling seit vier Jahren von den Spono Eagles aus Nottwil. Wie bei Annen stehen auch in ihrem Palmarès zwei Meistertitel bei den Juniorinnen (U18, U15) und auch sie wird mit der zweiten Equipe der Nottwilerinnen die SPL2-Saison bestreiten.

Beide wollen noch viel mehr erreichen

Debora Annen und Soraya Schaller – die beiden Toptalente waren Teil eines historischen Moments in der Schweizer Handball-Geschichte. Ihr Weg nach oben hat aber erst begonnen. Beide träumen von Einsätzen in der SPL1, vom A-Nationalteam und von Engagements im Ausland. Sie dürften bald wieder von sich hören lassen.

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