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Segeln zwischen Lust und Frust

Die Vierwaldstättersee-Nachtregatta zehrt an den Nerven der Teilnehmer. Wind und Flaute wechseln ständig.
Walter Rudin
Start zum Night Challenge in eine lange Nacht: Rund 30 Jachten machen sich auf in die Dunkelheit.Bild: Walter Rudin (Brunnen 17. August 2019)

Start zum Night Challenge in eine lange Nacht: Rund 30 Jachten machen sich auf in die Dunkelheit.Bild: Walter Rudin (Brunnen 17. August 2019)

Die Organisatoren des Regattavereins Brunnen hatten die Startlinie zur Night-Challenge bewusst ganz nah zum Festgelände der Windweek gelegt und tatsächlich nahmen die Festbesucher die Gelegenheit auch scharenweise wahr, das Startprozedere dieser Regatta live anzuschauen.

Wer interessiert war, konnte die Regatta auch virtuell auf dem Bildschirm zu Hause miterleben (die App heisst: app.metasail.it). Jedes Boot hatte einen Tracker dabei, auf dem sich seine Position während des ganzen Rennens verfolgen liess. Das war auch aus Sicherheitsgründen nötig, denn eine Suche nach Booten wäre nachts sonst fast unmöglich.

Team von Urs Infanger hat den Windriecher

Eine sanfte Brise schickte am Samstagabend um 20 Uhr die gegen 30 Jachten auf den langen Weg durch die Nacht nach Stansstad und zurück. Es hatte nicht überall Wind, ihn zu finden war die Herausforderung, in der Dämmerung war es noch möglich, ihn auf dem Wasser zu lesen, später war da auch etwas Glück dabei. Es war ein Stop-and-go, da gab es zwischendurch Böen von gegen 3 Windstärken, aber auch lange Flauten. Philipp Weber, der für den RVB auf einer Esse850 gesegelt hat, formuliert es so: «Es war ein Segeln zwischen Lust und Frust. Da hatte man schön Wind und freute sich, einige Boote zu überholen, und plötzlich blieb man wieder stehen und sah, wie die Toplichter auf den Masten der anderen Boote weiterzogen. Die dauernde Konzentration und dieses Gefühlsbad kosten schon Substanz.»

Dass man den Wind trotzdem irgendwie spüren kann, hat das Team von Urs Infanger bewiesen. Die für den Segelklub Ennetbürgen regattierende Crew segelte auf einer schon über dreissigjährigen X-99-Jacht und hat trotzdem den schnellen Regattaziegen Paroli geboten. Auf dem Bildschirm lässt sich im Tracking verfolgen, welche Haken das Boot auf dem Rückweg im Gersauer Becken geschlagen hat, um immer wieder Wind zu finden, und seinen Platz gegenüber den schnelleren Booten hartnäckig verteidigte. Morgens gegen fünf Uhr kreuzte die Infanger Crew in Brunnen nach neunstündiger Fahrt die Ziellinie und gewann damit überlegen die Cruiser-Klasse.

eSailing: Erste virtuelle Meisterschaft

Im Rahmen der Windweek Brunnen wurde auch das Finale der Swiss eSailing National Championship ausgetragen. Weltweit sind die Aktivitäten von eSports rasant am Wachsen. Mit der Lancierung der nationalen eSailing-Meisterschaft hat der Swiss Sailing auf diese Entwicklung reagiert. Seit dem 1. April konnte man sich bei verschiedenen virtuellen Regatten für den Final der qualifizieren. 417 Spieler haben daran teilgenommen und die Top 7 der aktuellen Rangliste haben am vergangenen Samstag im Festzelt der Windweek Brunnen das Livefinale bestritten. Die virtuellen Regatten konnten auf Grossleinwand mitverfolgt werden. Nach einer Qualifikationsrunde ging es in einem alles entscheidenden Medal Race um den ersten Meistertitel. Dieses Rennen wurde eher überraschend von Arno Simonet aus Münchenstein gewonnen. Der Basler mit Wurzeln in der Romandie ist selber aktiver Regatteur auf Jachten und trainiert seit letztem Oktober täglich im eSailing. «Das Programm ist sehr authentisch», meint er. «Nur wer von Segeln etwas versteht, die Regeln gut kennt und über eine gute Regattataktik verfügt, ist erfolgreich.» Phil Coint, der Favorit aus Genf, der sich als einziger Schweizer für die WM qualifiziert hatte, blieb ohne Medaille. (WR)

Infos: swiss-esailing.com

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