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Dem FC Schötz genügt gegen Zug 94 eine gute zweite Halbzeit

Erstligist Zug 94 verliert das Derby gegen Schötz 0:3. Die Lage wird für die Zuger langsam prekär.

Michael Wyss
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Mit Tempo in Richtung Tor von Zug 94: Der Schötzer Nikola Mijatovic (links) schüttelt den Zuger Ronny Mazenauer ab.

Mit Tempo in Richtung Tor von Zug 94: Der Schötzer Nikola Mijatovic (links) schüttelt den Zuger Ronny Mazenauer ab.

Bild: Roger Zbinden (Zug. 23. Oktober 2021)

«Wir dürfen dieses kapitale Spiel nicht verlieren. Nach dem 1:0-Sieg in Solothurn wollen wir nachdoppeln», erhoffte sich Zug-94-Trainer Vural Oenen vor dem Duell gegen Schötz, das nur drei Punkte vor den Stadtzugern (5 Punkte) lag. Doch es schien, als ob sich sein Team um die Wichtigkeit dieser eminent wichtigen Partie nur eine Halbzeit lang bewusst war. Da hatte Zug 94 seine beste Phase und erarbeitete sich auch ein klares Chancenplus.

Doch einmal mehr blieb der Torjubel aus, die Effizienz war das grosse Übel von Zug 94. Villiam Pizzi (20.) und Fabian Simic (32.) scheiterten bei ihren ausgezeichneten Tormöglichkeiten am Schötzer Schlussmann Dominic Stadelmann, der glänzend parierte und das Team von Trainer Roger Felber im Spiel hielt.

«Wir müssten nach 45 Minuten führen. Das ärgert mich, einmal mehr liess die Chancenauswertung zu wünschen übrig»,

monierte Oenen nach der Partie.

Schötzer Abwartehaltung wird schliesslich belohnt

Sein Frust war verständlich, denn Zug 94 hatte die Gäste aus Schötz im Griff und erarbeitete sich ein Chancenplus. Die einzig nennenswerte Chance für den Gast hatte Captain Cyrill Gasser (43.), der freistehend aus fünf Metern kläglich scheiterte und den Ball über das Gehäuse von Lukas Winzap knallte.

Besser machten es die Schötzer nach dem Seitenwechsel. Keine zwei Minuten waren gespielt, da traf Patrik Gjidoda zur Führung. Ein Blitzstart der Gäste, der Schötz sichtlich beflügelte. In der Folge spielten nur noch die Gäste: «Wir waren nach der Pause mutiger und suchten vermehrt offensive Aktionen. Ich wusste, dass wir mit der Geduld und der nötigen Ruhe das Spiel gewinnen können», so Felber und doppelt nach:

«Unser Torhüter Dominic Stadelmann hat uns aber auch mit seinen sehenswerten Paraden im ersten Durchgang im Spiel gehalten. Er war ein grosser Rückhalt.»

Von Zug 94 kam in der Folge herzlich wenig, blieb blass und ideenlos. Eigentlich ging gar nichts mehr. Es fehlte die Laufbereitschaft, das Zweikampfverhalten, der absolute Biss.

Zuger können nicht auf Rückstände reagieren

Die Herzen der zahlreich mitgereisten Supporter aus Schötz erfreute dann Lars Schmid (66.) und wiederum Gjidoda (91.), sie waren für die weiteren Treffer und den 3:0-Endstand besorgt. «Chapeau. Ich bin stolz auf meine Spieler. Das war eine Charakterleistung. Der Sieg in diesem eminent wichtigen Duell gegen einen direkten Mitstreiter im Kampf um die Klassenzugehörigkeit war sehr wichtig. Das war ein weiterer Schritt in die richtige Richtung», so Felber. Und Zweifach-Torschütze Gjododa sagt:

«Den Sieg haben wir uns verdient. Über die 90 Minuten betrachtet, waren wir das bessere Team, wollten den Sieg mehr.»

Erschreckend war der Leistungsabfall der Zuger, die beiden Halbzeiten waren wie Tag und Nacht. Oenen: «Unser Problem ist, dass wenn wir in Rückstand geraten, nichts mehr geht. Wir konnten auf das 0:1 nicht reagieren, das enttäuschte mich, denn dieses Spiel dürfen wir niemals verlieren.»

Für Schötz waren es sogenannte Big Points, die etwas Luft nach hinten geben, für Zug 94 geht der Abstiegskampf unerbittlich weiter. Unter den Zuschauern im Herti-Allmend weilte der Buochser-Trainer Marco Spiess. Im November treffen die Nidwaldner im Kampf um die Ligazugehörigkeit auf Zug 94 und Schötz.

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