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Schilter besiegt den Titelverteidiger auf der Bannalp

Beim 30. Bannalper Berglauf holt sich Thomas Schilter überraschend den Tagessieg. Dem 28-jährigen Schwyzer gelingt im Vergleich zum Vorjahr eine frappante Steigerung.
Urs Hanhart
Thomas Schilter jubelt: Der Tagessieger aus Rothenthurm befindet sich kurz vor dem Ziel. (Bild: Urs Hanhart (Bannalp, 18. Juni 2018))

Thomas Schilter jubelt: Der Tagessieger aus Rothenthurm befindet sich kurz vor dem Ziel. (Bild: Urs Hanhart (Bannalp, 18. Juni 2018))

Die Jubiläumsauflage des traditionsreichen Berglaufs mit Start in Wolfenschiessen und Ziel auf der Bannalp (11 Kilometer/1180 Meter Höhendifferenz) hatte punkto Spannung einiges zu bieten. Als Hauptprotagonisten setzten sich Vorjahressieger Remo Betschart (Bürglen) und Thomas Schilter (Rothenthurm), der 2017 den dritten Platz belegt hatte, in Szene. Die beiden Urschweizer lieferten sich ein sehenswertes Duell um den Tagessieg und jagten sich die Spitzenposition gegenseitig mehrmals ab. Allerdings konnte sich lange keiner entscheidend absetzen. Die rennentscheidende Phase schilderte Schilter folgendermassen: «Ich habe gespürt, dass ich in den steilen Partien etwas stärker bin als Remo Betschart. Deshalb habe ich rund zwei Kilometer vor dem Ziel, im letzten Anstieg, attackiert und bin weggekommen. Die herausgelaufenen etwa hundert Meter Vorsprung konnte ich dann im flacheren Schlussabschnitt erfolgreich verteidigen.»

Der Tagessieger erreichte das Ziel nach 1:03.46 mit 42 Sekunden Vorsprung auf seinen härtesten Widersacher. Schilter absolvierte die anspruchsvolle Strecke fast drei Minuten schneller als vor Jahresfrist, womit ihm eine sensationelle Steigerung gelang. Dennoch verpasste er den bereits seit über 20 Jahren bestehenden Fabel-Streckenrekord des Bündners Woody Schoch um mehr als fünf Minuten.

Allrounder mit Kletterqualitäten

«Mit diesem Tagessieg habe ich nicht gerechnet», gab Schilter nach dem ersten Verschnaufen unumwunden zu, und er fügte noch an: «Aber ich freue mich natürlich riesig, denn das ist einer meiner grössten Erfolge. Podestplätze bei Bergläufen habe ich schon viele errungen. Ganz nach vorne hat es vorher jedoch erst einmal gereicht.» Damit meinte er seinen Tagessieg bei der Zugerberg-Classic vor drei Jahren. Immerhin bewies der Geomatiker in dieser Saison schon mehrfach, dass er sich in einer sehr guten Verfassung befindet. Vor einer Woche beim Haldi-Berglauf schrammte er als Vierter nur knapp an einer Top-3-Platzierung vorbei.

Schilter, der bereits als Achtjähriger mit dem Laufsport begonnen hat, bezeichnet sich selber nicht als Berglaufspezialist, sondern als läuferischen Allrounder. Dies deshalb, weil er regelmässig auch flache Rennen und Orientierungsläufe bestreitet. Dass der Rothenthurmer ein derart hohes läuferisches Niveau erreicht hat, ist ziemlich erstaunlich. Pro Woche absolviert er nach eigenen Angaben nur zwei bis drei Laufeinheiten. Allerdings ergänzt er sein Programm mit hobbymässigen Bike-Ausfahrten und zudem ist er beim lokalen Turnverein als Aktiver dabei. Als nächstes fasst Schilter Starts beim Stanserhorn-Berglauf, Ägeriseeslauf und Sihlseelauf ins Auge.

«Mörderisches» Rennen in den Beinen

Obwohl er sich diesmal relativ knapp geschlagen geben musste, lieferte auch Betschart, seines Zeichens überlegener Tagessieger beim kürzlich ausgetragenen Rütlischwur-Gedenklauf, eine Topleistung ab. Einerseits unterbot er seine Siegerzeit aus dem Vorjahr um 20 Sekunden und andererseits verblüffte der Wahl-Bürgler, der noch immer für seinen Stammverein KTV Illgau antritt, mit einer erstaunlichen Erholungsfähigkeit. Eine Woche vor dem Bannalper startete Betschart in Tesserete an der Trail-Running-SM und holte dort mit rund 25 Minuten Rückstand auf den neuen Schweizer Meister Martin Lustenberger (Kriens) die Bronzemedaille. Dieser Wettkampf führte über eine Distanz von 54 Kilometern und beinhaltete nicht weniger als 3800 Höhenmeter, wobei die Schnellsten für das mörderische Auf und Ab rund sechs Stunden benötigten. Dass Betschart, der pro Woche in der Regel fünf bis neun Stunden ins Lauftraining investiert, auf der Bannalp beim entscheidenden Angriff von Schilter nicht mehr reagieren konnte, war somit nicht verwunderlich.

Eine Klasse für sich bei den Frauen war einmal mehr Lucia Hofmann aus Stans. Die 39-jährige Nidwaldnerin brachte das Kunststück fertig, innerhalb von nur zwei Wochen den Rütlischwur-Gedenklauf, den Haldi-Berglauf und den Bannalper Berglauf für sich zu entscheiden. Bei Letzterem triumphierte sie mit über zwei Minuten Vorsprung auf die Dübendorferin Natalia Spezowa. Edith Zurbrügg aus Adelboden handelte sich als Tagesdritte fast fünf Minuten Rückstand auf die Schnellste ein.

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