Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Mark Schelbert glänzt mit starkem Einstand bei Handball Emmen

Die Emmer sind zum NLB-Rückrundenstart gegen Leader Endingen chancenlos und verlieren 29:42. Der Transfer eines ehemaligen NLA-Spielers sorgt im Abstiegskampf allerdings für Hoffnung.
Stephan Santschi
Mark Schelbert (am Ball) will es in der Nationalliga B mit Emmen nochmals wissen. Bild: Nadia Schärli (Emmen, 26. Januar 2019)

Mark Schelbert (am Ball) will es in der Nationalliga B mit Emmen nochmals wissen. Bild: Nadia Schärli (Emmen, 26. Januar 2019)

Knapp elf Minuten waren gespielt, als Mark Schelbert erstmals den Platz im Emmer Trikot betrat. Sein Team war gegen Endingen bereits mit 3:8 im Hintertreffen, neue Impulse waren nötig. Für die war der 32-jährige Muotathaler denn auch sofort besorgt. Als Spielmacher brachte er Tempo und Torgefahr ins Angriffsspiel. Nur sechs Minuten später hatte er bereits sechs (!) seiner insgesamt sieben Treffer erzielt. «Der persönliche Einstand ist mir sehr gut gelungen. Schliesslich habe ich erst dreimal mit dem Team trainiert», freute sich der Routinier hinterher.

An der klaren Unterlegenheit gegen den bisher verlustpunktlosen Leader konnte aber auch er nichts ändern – das Spiel ging klar mit 29:42 verloren. Und doch startet das NLB-Schlusslicht mit viel Mut in die Rückrunde, denn Schelbert hat sich schon in seinem ersten Auftritt als Verstärkung offenbart.

Handball anstatt Basketball an Playstation

Rückblende: 2014 ist Mark Schelbert vom Spitzensport zurückgetreten. Zwei Jahre später kam es zu einem Plausch-Comeback in der 4. Liga im Aargau. Nach dem Umzug nach Schwyz erhöhte er die Intensität wieder und schloss sich im Januar 2018 dem 1.-Ligisten Einsiedeln an. «Meine Partnerin empfahl mir, dass ich drei Mal pro Woche in der Halle Handball spielen könnte, anstatt mit der Playstation NBA-Basketball zu spielen. Da hatte sie natürlich recht», erklärt er lachend.

Nach einem erfolgreichen Jahr in Einsiedeln kam es in der Winterpause zum Wechsel nach Emmen. Weil ihn die Herausforderung in der NLB nochmals reizt, weil ihm Team und Umfeld gefallen. «Früher fragte ich mich, welchen Nutzen ein Verein für meinen nächsten Karriereschritt hat. Da es nun für mich keinen nächsten Schritt mehr geben wird, ging es vor allem darum, dass es menschlich passt.»

Trotz Double mit Karriere nicht zufrieden

Bleiben wird Mark Schelbert für eineinhalb Jahre, egal ob der Ligaerhalt gelingt oder nicht. Seit seinem Comeback spricht er von einer zweiten Karriere, die ihm vor allem Spass machen solle. Daran geknüpft ist auch der Wechsel vom linken Flügel in den mittleren Rückraum. «Da kann ich viel kreativer sein und mehr Einfluss aufs Spiel nehmen. Meine erste Karriere war international ausgerichtet. In der Juniorenzeit hiess es aber, dass ich hierfür als Spielmacher zu klein sei. Also wechselte ich an den Flügel.»

Seine Laufbahn begann viel versprechend. Schelbert wechselte als 20-Jähriger zu den Kadetten Schaffhausen, wurde Schweizer Meister und Cupsieger. Als Manuel Liniger aus der Bundesliga zurückkehrte, wurde er an GC Zürich ausgeliehen, fand sich dort aber nur auf der Bank wieder. «Das war ein rechter Knick», sagt er rückblickend. Es folgten NLA-Stationen in Endingen und Suhr, im Januar 2011 absolvierte er sein einziges Länderspiel, der grosse Durchbruch aber gelang ihm nicht. «Ein Länderspiel zu haben, ist doch hohl. Entweder hat man keines oder mindestens zehn», sagt Schelbert in seiner erfrischend offenen Art und zusammenfassend hält er fest: «Es lief nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Am Ende hatte ich auch die Schnauze voll vom Flügelspiel.» Mit 28 trat er zurück.

Mentaltrainer mit eigenem Geschäft

Ein wichtiger Grund, weshalb es nicht zu mehr reichte, sei das fehlende Netzwerk gewesen. «Ich kam als junger Mann aus Muotathal und verstand das Handball-Business nicht. Man braucht auch ein gutes Umfeld und Leute, die mit Vereinen oder Mittelsmännern sprechen.» Nach dem Rückzug aus dem aktiven Spitzensport begann der studierte Sportwissenschaftler mit dem Aufbau des eigenen Geschäfts Schelbert-Mindcoaching. «Ich befasse mich mit dem Training der psychischen Leistungsfähigkeit», erklärt Schelbert, der im Sommer das berufsbegleitende Psychologiestudium abschliessen wird. «Für das Hirn ist alles real. Wenn ich vor einem Vortrag 100-mal denke, wie ich ausgelacht werde, erinnere ich mich während des Vortrags daran und bekomme Angst. Jede Vorstellung im Kopf ist mentales Training.»

Zu seinen Kunden zählen Geschäftsleute und Spitzensportler – Namen nennt er aus Diskretionsgründen nicht. An Referaten spricht er zudem über die Bedeutung der emotionalen Energie. «Am stärksten ist man mit Freude oder Wut. Um erfolgreich zu sein, muss man die Emotionen nicht kontrollieren, sondern kanalisieren. Das hatte ich nicht immer im Griff. Und auch jetzt passiert mir das noch ab und zu, jedoch nicht mehr so häufig und explosiv wie in jüngeren Jahren», sagt er über sich selber amüsiert.

Ist der Ligaerhalt möglich? «Ja klar!»

Seine Emmer Teamkollegen werde er mental nicht coachen, «ich bin hier hauptsächlich als Spielmacher engagiert worden. Tipps gebe ich aber gerne, wenn ich gefragt werde». In seinem ersten Spiel am Samstag nahm er viel Einfluss auf seine Teamkollegen, gab Anweisungen und machte Mut. Glaubt er an Emmens Ligaerhalt? «Ja klar, sonst wäre ich gar nicht gekommen. Gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte haben wir gute Chancen, zu gewinnen.»

14. Runde: Lakers Stäfa – Altdorf 35:25. Emmen – Endingen 29:42. Solothurn – Stans 25:25. STV Baden – Birsfelden 31:21. Steffisburg – Möhlin 25:22. SG Wädenswil/Horgen – Kadetten Espoirs SH 28:20.

Rangliste: 1. Endingen 14/28. 2. Lakers Stäfa 14/26. 3. Möhlin 14/19. 4. Kadetten Espoirs SH 14/17. 5. Stans 14/16. 6. STV Baden 14/15. 7. Solothurn 14/14. 8. SG Wädenswil/Horgen 14/11 (404:404). 9. Birsfelden 14/11 (376:402). 10. Steffisburg 14/11 (361:393). 11. HS Biel 13/8. 12. SG Yellow/Pfadi Winterthur 13/7. 13. Altdorf 14/6. 14. Emmen 14/5.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.