Sarnens Unihockeyaner gehen unter – 0:11 gegen Köniz und 1:6 in St. Gallen

Sarnens NLA-Unihockeyaner verlieren auch das zweite Heimspiel der Saison diskussionslos. Der Trainer ist angesäuert.

Ruedi Burkart
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Der Sarner Jens Sommerhalder (rechts) läuft auf den Könizer Simon Müller zu.

Der Sarner Jens Sommerhalder (rechts) läuft auf den Könizer Simon Müller zu.

Bild: Dominik Wunderli (Sarnen, 26. September 2020)

Eine Viertelstunde lang durften die Obwaldner davon träumen, dass sie das offensichtlich überheblich agierende Starensemble aus dem Bernbiet zum Stolpern bringen könnten. So verhalten, wie sie in der neunten Minute Aebersolds ersten Treffer des Abends bejubelten, so zurückhaltend agierten die Könizer in der Startphase auch auf dem Feld. Man wurde den Eindruck nicht los, dass sie den Obwaldner Underdog nicht so richtig ernst nahmen.

Auszunützen vermochte Ad Astra die Überheblichkeit des Gegners indes nicht. Man setzte zwar in der Startphase der Partie durch Savinainen, Durot oder Sommerhalder die eine oder andere offensive Duftmarke, Zählbares schaute gegen Köniz-Keeper Eder jedoch nicht heraus. Und als die von Nationalspieler Manuel Engel angeführten Berner für einmal konzentriert zur Sache gingen, sorgten sie innert 126 Sekunden für die Vorentscheidung. In der 16. Minute genossen die Sarner Markström und Läubli Anschauungsunterricht, als Guggisberg in aller Ruhe zum 0:2 einnetzen konnte. Kurz drauf benötigten Jirebeck und Kisugite gerade mal zwölf Sekunden, um ein Powerplay erfolgreich zum 0:3 abzuschliessen.

Strafe gegen Coach Vehanen

Man darf annehmen, dass Köniz-Coach Jiri Korsman seinen Mannen in der ersten Drittelpause relativ klar seine Meinung betreffend derer Einstellung kundgetan hatte. Denn nun war nichts mehr mit Berner Schlendrian, jetzt ging es richtig zur Sache. Mit der Konsequenz, dass Köniz nach 24 Minuten mit 5:0 führte und kurz nach Spielmitte bereits das «Stängeli» zum 10:0 komplett machte. Und Ad Astra? Die Akteure des Heimteams wehrten sich tapfer und mit Händen und Füssen gegen die Übermacht. Erwartungsgemäss war an diesem Samstagabend aber nichts zu holen. Auch ein frühes Time-out und ein Goaliewechsel – nach dem 0:7 überliess Pascal Amrein seinem Back-up Mario Britschgi die Position zwischen den Pfosten – konnten den Sarner Untergang nicht mehr stoppen. Schliesslich verloren die Obwaldner mit 0:11 und mussten sich zum dritten Mal in Folge einem Topteam geschlagen geben. Auch wenn er gegen den Dritten der letztjährigen Qualifikation kein Wunder erwartete, war Eetu Vehanen nach der Partie ziemlich angesäuert. «Dass wir ein Heimspiel mit 0:11 verlieren, das geht nicht», gab der Sarner Headcoach zu Protokoll, «das ist gegenüber unseren treuen Fans in der Halle nicht richtig.» Verlieren ja – aber nicht auf diese Art und Weise. «Diesmal waren alle schlecht, die Spieler und auch wir vom Staff.»

Vehanens Frust gipfelte in einer Zehnminutenstrafe, welche er sich zwölf Sekunden vor dem Schlusspfiff einhandelte. Der Grund: Der Ad-Astra-Übungsleiter tat dem einen Schiedsrichter nach einem umstrittenen Entscheid ein wenig zu forsch die Meinung kund. Und dies notabene beim Stand von 0:11. «Ich weiss, das war nicht gut von mir. Das darf so nicht passieren», zeigte sich Eetu Vehanen nach dem Schlusspfiff reuig.

Verlieren ginge auch mit etwas Würde

Dass sie auch gegen einen übermächtigen Gegner in Würde verlieren können, haben die Sarner vor Wochenfrist beim 2:8 gegen Wiler-Ersigen bewiesen. Vehanen: «Vorbei ist vorbei, jetzt gilt es, vorwärts zu schauen.» Bereits ein paar Stunden später stand am Sonntagabend die Auswärtspartie gegen Waldkirch St.Gallen an.

Nach über 100 Minuten Durststrecke löste Kaapo Savinainen im Spiel gegen den UHC Waldkirch-St. Gallen den Knoten und traf für Ad Astra endlich wieder einmal ins Schwarze. Dumm war nur aus Obwaldner Sicht, dass die Ostschweizer zu diesem Zeitpunkt bereits mit fünf Toren im Vorsprung lagen. Viel mehr als Resultatkosmetik war der Sarner Treffer darum nicht mehr. Weiterhin punktelos am Tabellenende «Das Schlussdrittel hat gezeigt, was diesmal möglich gewesen wäre. Leider haben wir das Spiel jedoch in den ersten 40 Minuten verloren», meinte der Torschütze nach Spielschluss. Die erste Partie der Saison gegen einen Gegner in Reichweite ging somit ebenfalls verloren. Die Obwaldner bleiben weiterhin punktelos am Tabellenende der höchsten Liga.

Sarnen – Köniz 0:11 (0:3, 0:7, 0:1)
Dreifachhalle. – 195 Zuschauer. – SR Ambühl/Brechbühler. – Tore: 9. Aebersold (Kisugite) 0:1. 16. Guggisberg (Sigrist) 0:2. 18. Jirebeck (Kisugite/Ausschluss B. von Wyl) 0:3. 22. Holopainen (Maurer) 0:4. 24. Kisugite (Hutzli) 0:5. 28. (27:01) Saner (Maurer) 0:6. 28. (27:38) Baumann (Sigrist) 0:7. 31. Michel 0:8. 32. (31:29) Maurer (Holopainen) 0:9. 32. (31:51) Würz (Ledergerber) 0:10. 47. Würz (Hutzli) 0:11. – Strafen: 2-mal 2 Minuten und 10 Minuten (Vehanen) gegen Sarnen.
Sarnen: Amrein (28. Britschgi); Höltschi, Markström; J. von Wyl, Berchtold; Läubli, Kramelhofer; Savinainen, Danis, R. Schöni; Furrer, B. von Wyl, Sommerhalder; Lingg, Furrer, Durot; Bitterli, Dubacher, Durrer.
Köniz: Eder; Schmocker, Kisugite; Müller, Holopainen; Sigrist, Ledergerber; Münger, Haldemann; Hutzli, Jirebeck, Aebersold; Engel, Saner, Maurer; Guggisberg, Michel, Baumann; Würz, Willlfratt, Yann.
Bemerkungen: Sarnen u. a. ohne M. Schöni (verletzt). – 24. Time-out Sarnen. – 59. Pfostenschuss Ledergerber.

Waldkirch-St. Gallen – Ad Astra Sarnen 6:1 (2:0, 3:0, 1:1)
Sporthalle Tal der Demut, St. Gallen. – 227 Zuschauer. – SR Schmocker/Geissbühler. – Tore: 5. Moser (Ma. Wellauer) 1:0. 14. von Pritzbuer (Alder) 2:0. 23. M. Schiess (Genhart) 3:0. 31. Eschbach 4:0. 35. R. Mittelholzer (Eschbach) 5:0. 45. Savinainen (B. von Wyl) 5:1. 60. Moser (Gross) 6:1. – Strafen: Je 1-mal 2 Minuten. Waldkirch-St. Gallen: Genhart; Ma. Wellauer, T. Mittelholzer, Holenstein, Gasparik, S. Schiess; Eschbach, Zellweger, Zahner, Moser, R. Mittelholzer, von Pritzbuer, Alder, Gross, M. Schiess, Mi. Wellauer, Ro. Chiplunkar, Büsser. Sarnen: Britschgi; J. von Wyl, Markström; Danis, Berchtold; Höltschi, Kramelhofer; R. Schöni, Läubli, Durot; B. von Wyl, Savinainen, Sommerhalder; Dubacher, Lingg, Ma. Furrer. Bemerkungen: Sarnen ohne Amrein und Bitterli (beide Ersatz), Gnos, M. Schöni und C. von Wyl (alle verletzt), sowie Boschung (abwesend).