Rotkreuz krönt starke Saison mit Sieg gegen Emmen

Der IFV-Cupfinal war ein Vergleich der beiden regionalen Zweitligisten Emmen und Rotkreuz. Dank eines späten Treffers von Campello (86) gewinnen die Zuger etwas glücklich, aber nicht unverdient.

Michael Wyss
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Am IFV-Cupfinal gewinnt Rotkreuz gegen Emmen. (Bild: Eveline Beerkircher, Emmen, 8. Juni 2019)

Am IFV-Cupfinal gewinnt Rotkreuz gegen Emmen. (Bild: Eveline Beerkircher, Emmen, 8. Juni 2019)

«Es bereitet mir jetzt schon schlaflose Nächte, wenn ich daran denke, dass wir in der ersten Cup-Hauptrunde auf den FC Luzern treffen könnten. Wahnsinn, es ist wie ein Traum», sagte der Rotkreuzer Sportchef Michele Palatucci (62) eine Stunde vor dem IFV-Cupfinal gegen den ­Ligakonkurrenten Emmen. Um 18.49 Uhr ging der «Traum» des 62-Jährigen in Erfüllung. «Sensationell, ich bin sprachlos, so Palatucci nach dem Spiel.

Mit Rotkreuz siegte nicht das bessere, sondern das glücklichere Team. Davide Palatucci mittels Foulpenalty (24.) und Gustavo Pes Campello mit einem herrlichen Distanzschuss aus 25 Metern (86.) ins Lattendreieck zeichneten sich für die Tore verantwortlich. Der zwischenzeitlich verdiente 1:1-Ausgleich (48.) erzielte Florant Veseli. «Das ist bitter, mein Team wurde für eine starke Leistung nicht belohnt», zeigte sich Emmen-Trainer Dragan Bijorac (30) konsterniert, «doch wir gehen erhobenen Hauptes vom Spielfeld. Ich bin stolz auf meine Truppe.» Und das zu Recht, spielte doch sein Team dem finanziellen Krösus der Liga auf Augenhöhe.

Von der 4. Liga in die 2. Liga inter

Für den Rotkreuzer Co-Trainer Roger Mathis, der in der kommenden Saison den FC Sarnen trainieren wird, war es nach dem Aufstieg in die 2. Liga inter ein persönlicher Abschluss nach Mass. «Diese Saison war ohnehin schon die erfolgreichste in der 61-jährigen Vereinsgeschichte des FC Rotkreuz. Nun haben wir mit dem Cupsieg der Meisterschaft noch das Sahnehäubchen aufgesetzt. Das war ein nervenaufreibender und spannender Final», resümierte der 32-Jährige aus Neuenkirch. Mathis hatte das Team in der Saison 2012/2013 mit Co-Trainer Enzo Palatucci (34) übernommen und von der 4. Liga (2013)in die 2. Liga inter geführt. Palatucci zum Cuptitel: «Ich bin glücklich, dass wir nach dem Aufstieg auch den Cupsieg holten. Das ist alles wie im Märchen.»

Mit Emmen, dem Viertplatzierten der regionalen 2. Liga, stand ein Widersacher auf dem Platz, der den Rotkreuzern das Leben schwer machte. Bereits in der Meisterschaft spielten die Teams auf Augenhöhe mit je einem 3:1-Auswärtssieg. «Wir waren auf dem Papier leichter Aussenseiter, nichtsdestotrotz wollten wir den Pott. Mit einem Sieg hätten wir eine starke Meisterschaft mit dem Cuptitel verfeinern können. Unser Weg, mit jungen Eigengewächsen in die Zukunft zu gehen, ist der richtige Entscheid», zieht Bijorac Bilanz, der auch eine Stunde nach dem Schlusspfiff noch immer in einem Wechselbad der Gefühle steckte.

Der FC Rotkreuz steht zwei Spieltage vor Saisonschluss noch im Fernduell gegen Leader Emmenbrücke um den Meistertitel in der regionalen 2. Liga. Und der Hunger der Zuger ist noch nicht gestillt. «Nun greifen wir in den letzten beiden Spielrunden die Leaderposition an. Der Meistertitel ist zwar nicht mehr aus eigener Kraft realisierbar, aber immer möglich», gibt sich Rotkreuz-Captain Arnel Mehicic (31) kampfbetont.

Emmen (2. Liga) – Rotkreuz (2.) 1:2 (0:1)

Feldbreite. – 550 Zuschauer. – SR Kabatas. – Tore: 24. Davide Palatucci (Foulpenalty) 0:1. 48. Veseli 1:1. 86. Campello 1:2. – Emmen: Bäuerle; Baumgartner, Marini, Vogel, Koch; Gashi, König, Nicolas Meier (49. Bühlmann), Krongrava; Barbarez (75. Manuel Meier); Veseli (89. De Jesus). – Rotkreuz: Hilpert; Savanovic, Gurtner, Bem, Mattia Palatucci; Gashi (90. Träger), Campello, Nabarro, Mehicic (71. Tafa); Davide Palatucci; Bokanga.