Eine Krienser Squasherin findet den richtigen Zeitpunkt für die Profitour

Heute beginnt die Junioren-WM im Sqash. In Malaysia mit dabei ist Ambre Allinckx aus Kriens.

Stefan Kleiser
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Zügelt nach Spanien: Die Krienserin Ambre Allinckx setzt auf Squash. Bild: Stefan Kleiser (Uster, 17. März 2019)

Zügelt nach Spanien: Die Krienserin Ambre Allinckx setzt auf Squash. Bild: Stefan Kleiser (Uster, 17. März 2019)

Wenn Ambre Allinckx am 9. August von der Junioren-WM in Kuala Lumpur zurückkehren wird, hat sie ein neues Zuhause. «Ich werde zuerst nach Zürich fliegen und danach direkt nach Barcelona», erklärt die Squasherin aus Kriens. Am 22. Juli ist ihre Familie nach Spanien gezügelt – ein Tag nachdem die 17-Jährige mit der Schweizer Auswahl nach Malaysia abgereist war. «Ich musste meine Sachen schon vorher packen», berichtet sie. Und gesteht, der Umzug falle ihr etwas schwer, «denn ich mag die Schweiz sehr, und ich werde meine Kolleginnen und Kollegen vermissen».

In der katalonischen Metropole will Ambre Allinckx eine noch bessere Squasherin werden. Vor einem halben Jahr hat die Nummer zwei des U19-­Europa-Rankings das Gymnasium abgebrochen, um ganz auf den Sport zu setzen. Das hat schon ihr Bruder Roman getan, der seit Oktober in Barcelona lebt. «Ich denke, dass es in der neuen Saison am Anfang schwierig werden wird, weil alles neu ist und ich mich zuerst daran gewöhnen muss», meint Ambre Allinckx. «Mit der Zeit werde ich aber das gleiche Niveau spielen wie am Ende der vergangenen Saison», ist die Nachwuchshoffnung zuversichtlich.

Mehr Variationen für das Spiel

Die vergangene Spielzeit war sportlich ein Erfolg. «Es gab viele Ups and Downs», sagt Ambre Allinckx zwar. Die Entwicklung aber stimmte. Im März qualifizierte sich die 17-Jährige zum ersten Mal für den Final der Schweizer Einzel-Meisterschaft. Dort fehlten ihr nur zwei Punkte zum Gewinn der Goldmedaille. An der Team-EM entschied sie alle ihre vier Einzel für sich und gewann danach mit Mulhouse die Playoffs der französischen N1. «Grundsätzlich bin ich zufrieden, da ich sehr viel neue Sachen gelernt und viel an meiner Technik gearbeitet habe. Gegen Schluss wurde es immer besser.»

Allerdings: Zuletzt machte der Spielerin eine Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk zu schaffen. Sie musste 14 Tage pausieren und Anfang Juli das Junioren-Turnier in Köln, ein Event der Super Series, auslassen. «Ich habe während dieser Zeit vor allem physisch trainiert und an der Bewegung im Court gearbeitet.» Davor hatte das Variieren des Tempos im Fokus gestanden, «dass ich mehr Abwechslung ins Spiel bringe und mehr Sicherheit in die Stoppbälle bekomme», wie die Krienserin erklärt. «Jetzt hat es gerade noch gereicht, um an die WM gehen zu können.»

Selbstsicher trotz kürzlicher Verletzung

In Kuala Lumpur träfe Ambre Allinckx, Siege in ihren ersten zwei Begegnungen vorausgesetzt, in den 1/16-Finals auf die Ägypterin Jana Shiha, die Nummer 88 der Welt. Die Ausgangslage sei schwierig, da sie aus einer Verletzung komme, sagt die Schweizer Spitzenspielerin. «Trotzdem bin ich selbstsicher. Wenn ich es in die dritte Runde schaffe, dann freue ich mich auf das Spiel und werde sicher nicht aufgeben.» Weitere Zielevents auf der Junioren-Tour seien das British Junior Open, die Einzel- und die Team-EM und dann erneut die Junioren-WM.

Ab Oktober möchte Allinckx vermehrt an Turnieren der Professional Squash Association antreten, also auf der Profi-Tour der Frauen Fuss fassen. «Ich denke, es ist der richtige Zeitpunkt, um diesen Schritt zu wagen.» Bisher war sie an Weltranglistenturnieren in Frick und Kriens dabei gewesen, hatte aber jeweils ihr erstes Match verloren, und bestritt im Dezember ein Tour-5-Event in Riccione, wo sie die zweite Runde erreichte. «PSA-Turniere bringen viel Erfahrung», weiss sie. Die Planung für die nächste Saison sei aber noch nicht fix, sagt Ambre Allinckx. «Die muss ich zuerst auch noch mit meinem neuen Trainer besprechen.»